spirit .” At these words, a shadow crossed his father’s face. The loss of those he had loved most had struck him deeply.
Ihre Aufmerksamkeit wurde auf ein Stück Papier auf dem Schreibtisch gelenkt . Sie erhaschte einen Blick auf den Briefkopf. Es war ein Schreiben von der Uniklinik und sie erkannte an der Aufmachung, dass sich auf der ersten Seite eine lange Liste an Diagnosen aneinanderreihte. Die Zeit schien plötzlich still zu stehen, der Klang der alten Wanduhr wurde ohrenbetäubend laut. Sie sah den Staub im Sonnenlicht tanzen, das sich durch die halb zugezogenen Vorhänge ergoss. Der Schmerz in ihrem Inneren setzte mit großer Wucht ein, sie hatte Mühe zu atmen und blickte ihn entsetzt an. Hastig bemühte er sich, das Schreiben unter anderen Papieren verschwinden zu lassen. Zu dem Schreck und dem Schmerz gesellte sich die Wut. „ Was ist das verdammt noch mal? Das kann doch nicht dein Ernst sein! Nach so vielen Jahren unseres gemeinsamen Lebens willst du mich nicht teilhaben lassen, obwohl es doch uns beide betrifft !“ schrie sie fast. Sein schuldbewusster Blick war von Traurigkeit und Schmerz erfüllt, aber auch voller zärtlicher Liebe. „ Es tut mir so leid, ich hätte es dir längst sagen sollen. Aber ich habe wie ein Kind gedacht. Solange ich es dir nicht mitteile, ist es nicht wahr! Ich wollte weiter mit dir unser schönes Leben genießen und nicht glauben, dass ich wirklich krank bin !“ Sie stand auf und riss ihm das Schreiben aus den Händen. Ein Schreiben aus der Onkologie. Sie wusste es schon, bevor sie es gelesen hatte. Ihre schlimmsten Befürchtungen wurden Realität. Wie sehr hatten sie das Leben in den letzten Jahren genossen, ohne Sorgen, voller schöner Reisen und endlich mit Zeit für sich und die schönen Dinge des Lebens. Hauptsache wir bleiben gesund, hatten sie sich immer wieder gesagt, als ob dieses Mantra böse Geister abwenden könnte. Als Kind hatte sie noch genervt die Augen verdreht, als die alten Tanten ihr zum Geburtstag vor allem Gesundheit gewünscht hatten. Je älter sie wurde, desto mehr erkannte sie, wie bedeutsam die Gesundheit wurde. Etwas, das ihr als Kind völlig selbstverständlich erschien. Jetzt ist es soweit, das immer Befürchtete raste durch ihren Kopf, aber absurderweise dachte sie auch die Postkarte „Wenn einer von uns stirbt, ziehe ich nach Sylt“. Was sollte das jetzt? Her attention was drawn to a piece of paper on the table. She caught a glimpse of the letterhead. It was from the university hospital, and from the layout she instantly recognized what the first page contained: a long, merciless list of diagnoses. Time seemed to freeze. The ticking of the old wall clock grew unbearably loud. She saw dust motes dance in the shaft of sunlight spilling through the half-drawn curtains. A violent pain surged through her chest; she struggled for breath and stared at him in horror. He hastily tried to bury the document beneath other papers. But shock and pain now gave way to anger. “What the hell is this? You can’t be serious! After all these years of
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