IHK-Magazin Ausgabe 03/2023

Ein Blick in die Zukunft: Das neue Produktions- und Logistikgebäude (links) sowie das Verwaltungsgebäude von Kyocera Fineceramics Europe sollen Ende 2024 bezugsfertig sein.

AUS DEN UNTERNEHMEN

KYOCERA FINECERAMICS EUROPE Feinkeramikhersteller investiert und expandiert Spatenstich in Mannheim-Friedrichsfeld: Kyocera Fineceramics Europe investiert rund 20 Millionen Euro auf dem traditionsreichen Industrieareal.

V or vier Jahren hatte der japanische Friatec GmbH) übernommen. Aliaxis wollte sich aufs Kerngeschäft konzentrieren, die Herstellung von Kunststoffrohrsystemen. Rund 300 Mitarbeiter und eine Fläche von 100.000 Quadratmetern wechselten so von Aliaxis zu Kyocera. 500 Beschäftigte blieben beim belgischen Konzern. Nun investiert Kyocera Fineceramics Europe rund 20 Mil- lionen Euro in Mannheim-Friedrichsfeld in den Bau eines neuen Verwaltungszentrums sowie einer Logistik- und Produktionshalle. Das Unternehmen ist eine von vier eigen- ständigen Gesellschaften, mit denen der japanische Kyocera-Konzern in Deutschland vertreten ist. Jeweils 2.300 Quadratmeter Fläche bieten die beiden neuen Gebäude des sogenannten Campus Nord, die zum größten Teil in Massiv-Holzbauweise errichtet werden. Für Energie sorgt die Abwärme der Sinter- Kyocera-Konzern die Feinkeramiksparte der Aliaxis Deutschland GmbH (früher:

öfen aus der Produktion. Die hier gefertigten Hochleistungskeramikkomponenten kommen in zahlreichen Bereichen zum Einsatz – unter anderem in der chemischen Industrie, im Ma- schinenbau, in der Medizintechnik und in der Raumfahrt. Hier werden sie beispielsweise in Brennstoffzellen, Computertomographen oder Hochdruckpumpen eingebaut. Noch in diesem Jahr soll die Belegschaft in Mannheim auf 330 aufgestockt werden. Einen wesentlichen Teil zur Finanzierung der Investitionen trug der parallele Verkauf von 63.000 Quadratmetern des Geländes an den Berliner Investmentmanager Aventos bei, der die Fläche in Mannheim-Friedrichsfeld für eine Gruppe privater Investoren erwarb. Dort befindet sich auch die derzeitige Verwaltung. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Aventos will hier unter Beibehal- tung einiger Gebäude, die in Teilen denkmal- geschützt sind und kernsaniert werden, in mehreren Phasen den Gewerbepark „Vareal“ entwickeln und auf diese Weise neue Miet- flächen für Neuansiedlungen vor allem aus den Bereichen Light Industrial, Lager sowie Forschung und Entwicklung schaffen. Ins- gesamt sollen so rund 35.000 Quadratmeter Gewerbefläche entwickelt werden.

ZAHLEN UND FAKTEN Der Kyocera-Konzern Sitz: Kyoto/Japan 83.000 Mitarbeiter 13,4 Milliarden Euro Umsatz

INFO Das Gewerbegebiet Mannheim-Friedrichsfeld geht auf die Gründung einer Ziegelei 1863 zurück. Ab 1873 begann der Industrielle Julius Friedrich Espenschied dort Röhren, Tröge und Wannen aus Zement und Ton herzustellen. Noch heute erinnert die Adresse von Kyocera Fineceramics Europe „Steinzeugstraße 50“ an diese Anfänge.

kyocera-solutions.de

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IHK Magazin Rhein-Neckar 03 | 2023

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