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2 Seite: LOCHEN AM SEE / AUS DER REGION Sicherer Schulweg, belebter Ortskern, nachhaltige Energie: Grünes Programm für Lochen gestartet

In Lochen am See formiert sich politisches Engagement neu: Bereits im vergangenen Jahr wurde im Landesvorstand der Grünen Oberösterreich eine weitere Gemeindegruppe offiziell aufgenommen. Das engagierte Team ist damit die 155. Grünen- Gemeindegruppe in Oberösterreich und zugleich die fünfte im Bezirk Braunau. Die Gruppe greift bereits bestehendes lokales Engage- ment auf und will zusätzlich Akzente setzen und Akteure gewinnen. Im Bereich Umwelt, Klima, Orts- entwicklung sieht die Gruppe die Notwendigkeit für mehr lokale Aktivität. Getragen wird dieser Anspruch von Toleranz, demokratischer Kultur und konstruktiver Zusammenarbeit.

(V.l.) Christian und Elfi Salletmaier sowie Franz Grömer laden jeden ersten Donnerstag im Monat um 18 Uhr herzlich zum Grünen Stamm- tisch im Braugasthof Lochen am See ein, um gemeinsam Ideen für ein lebenswertes Lochen zu entwickeln und zu diskutieren. Foto: Die Grünen Lochen

Klare inhaltliche Schwerpunkte

Lebensqualität als Leitmotiv

sche Konsequenz und den politischen Willen, bestehende Lösungen umzusetzen. Diese Maßnahmen sind in Vorbereitung: 4 Begehung und Analyse der Verkehrssitu- ation mit einem Verkehrsplaner - unterstützt durch den klimaaktiv Fonds des Bundes. 4 Errichtung einer Beschilderung zur Erhö- hung der Verkehrssicherheit für Radfahrer an neuralgischen Punkten - hier hat die Gemein- de Lengau ihre Unterstützung zugesagt. 4 Gemeinsam mit den Grünen der Gemeinde Lengau will man eine sichere Radverbindung nach Lengau (zur S-Bahn) schaffen, ebenso die übertriebene Beleuchtung der Firma Pal- finger reduzieren. 4 Pflanzentauschbörse und Gartentage im Sommer sowie ein kostenloser Radcheck beim Ringstraßenfest. Erste Erfolge, wie etwa die Zusage der Ein- schränkung der Kirchturmbeleuchtung, zei- gen, dass der eingeschlagene Weg passt und die angestrebten Ziele erreichbar sind. Mit der Gründung in Lochen wächst nicht nur die organisatorische Präsenz der Grünen im Bezirk Braunau. Sie steht auch für ein ge- schärftes Sensorium des Hinterfragens und Verbesserns – für eine Gemeinde, die mehr sein will als ein reiner Wohnort, und für Men- schen, die Verantwortung übernehmen, um Gegenwart bewusst zu gestalten und Zukunft nachhaltig zu sichern.

Zu den Gründungsmitgliedern zählen Christian und Elfi Salletmaier sowie Architekt Franz Grömer. Alle drei haben in ihrer beruf- lichen Tätigkeit bereits viele Gemeinden und Regionen in ihrer nachhaltigen Entwicklung begleitet. Ihr Fokus liegt auf Raumordnung, der Stärkung bestehender Ortsstrukturen, Energieeffizienz und Klimaschutz.

Bereits kleine Änderungen können spür- bare Verbesserungen für alle bringen: 4 Reduktion nächtlicher Lichtverschmut- zung, beispielsweise durch Anpassung der Kirchturmbeleuchtung - derzeit beleuchten rund 75 % des ausgestrahlten Lichts nur den Nachthimmel, und nicht den Kirchturm. 4 Reduktion der Lärmbelastung: Vorge- schlagen wird u.a. eine zentral organisierte Silvesterveranstaltung anstelle zahlreicher privater Feuerwerke. 4 Reduktion der sommerlichen Über- hitzung durch Entsiegelung der Plätze und Pflanzung schattenspendender Bäume. 4 Gemeindeeigene Energiequellen sollen verstärkt lokal genutzt werden, etwa durch die Umstellung des kommunalen Fuhrparks auf E-Fahrzeuge. 4 Das Strandbad der Gemeinde soll als frei zugängliches Freizeitareal gestaltet werden. Anstelle des Eintritts für Besucher sollen die Parkplätze bewirtschaftet werden.

Im Zentrum der Arbeit stehen konkrete, realistisch umsetzbare Maßnahmen:

4 Stärkung des Ortskerns durch die Be- lebung öffentlicher Räume – etwa des Ge- meinde- oder Schulvorplatzes entlang der Ringstraße – als Begegnungszonen mit Grünflächen, Wasserspendern und hoher Aufenthaltsqualität. 4 Intelligente Nachverdichtung statt wei- terem Flächenverbrauch: Nutzung beste- hender Bausubstanz, neue Wohnmodelle wie betreutes Wohnen und Startwohnungen für junge Menschen anstelle zusätzlicher Einfa- milienhauswidmungen. 4 Verbesserung der Mobilität: Ausbau des Fuß- und Radwegenetzes, Optimierung des öffentlichen Verkehrs sowie eine durchgängi- ge 30-km/h-Regelung im Ortsgebiet. 4 Mehr Verkehrssicherheit, insbesondere auf Schulwegen.

Politik als Mitmachprojekt

Die neue Gemeindegruppe versteht sich als Plattform für engagierte Bürgerinnen und Bürger, die ihre Gemeinde aktiv mitgestalten wollen. Viele der angesprochenen Verbesse- rungen, so betont das Team, erfordern keine neuen Großkonzepte, sondern organisatori-

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