AMERIKAS
USA Rückenwind für Bergbautechnik
Da Projekte im Bergbau meist einen Planungsho- rizont von Jahrzehnten haben, ist in dem Sektor von der Aufregung, die Trumps erratische Zollpolitik ausgelöst hat, recht wenig zu spüren. Im Gegenteil, denn die US-Regie- rung ist bestrebt, die Import- abhängigkeit des Landes von kritischen Rohstoffen deutlich zu reduzieren. Dabei setzen die USA auch auf eine Ausweitung der na- tionalen Produktion. So erließ Trump mehrere Dekrete zur Unterstützung von fossilen Energien und zur Rohstoff- sicherung. Folglich kann der Bergbau mit beschleunigten Genehmigungsverfahren und weniger strikten Auflagen rechnen. Grundsätzlich dürf- ten die nationalen Förderkapa- zitäten steigen. Es ist aber nur von einem moderaten Wachstum auszu- gehen, denn der Abbau vieler Rohstoffe ist aufgrund des Lohnniveaus in den USA nicht wettbewerbsfähig. Zudem gel- ten strengere Umweltschutz- auflagen als in vielen Abbau- ländern. Daran kann auch Washington nicht viel ändern, denn die Umweltgesetzgebung fällt meist in die Zuständigkeit der Bundesstaaten. Über die Größe des Marktes für Bergbauausrüstungen gibt es variierende Angaben. Grand View Research kommt für 2024 auf einen Wert von knapp 18 Milliarden US-Dol- lar (US$) und erwartet bis 2030 einen Anstieg auf gut 22 Milliarden US$. Modor In- telligence beziffert den Markt für 2025 auf gut 20 Milliarden US$ und geht für 2031 von einem Wert über 28 Milliar- den US$ aus.
Überdurchschnittliches Potenzial besteht bei elektri- schen Maschinen. Unter Tage bringen sie den Vorteil, dass keine Abgase anfallen, kein Sauerstoff verbraucht wird und wesentlich weniger Wärme und Lärm verursacht werden. Der Verschleiß ist geringer und die Produktivität steigt, weil sofort maximales Drehmoment zur Verfügung steht. Zugleich sinken die Ausgaben für Be- lüftung und Kühlung. Gleichzeitig streben die Be- treiber eine höhere Effektivität der Maschinen an. Die Minen sind zunehmend erschöpft, der Metallgehalt der Erze sinkt. Um den gleichen Ertrag zu er- zielen, müssen immer größere Anlagen eingesetzt werden. Marktforscher erwarten ein überdurchschnittliches Wachstum bei Maschinen und Fahrzeugen mit einer Leistung von über 2.000 PS. Ein weiterer Trend ergibt sich aus der Lage auf dem Arbeits- markt. In den USA herrscht nahezu Vollbeschäftigung, laut der National Mining Associa- tion betrug der durchschnitt- liche Monatslohn unter Tage 2025 rund 8.300 US$. Trotz hoher Gehälter zieht es viele
Arbeitskräfte in andere Be- rufe. Unternehmen setzen so verstärkt auf Automatisierung und autonome Systeme. Die größten Anbieter von Bergbaumaschinen in den USA sind Caterpillar, Liebherr und Epiroc. Auch Sany, Doosan, CNH Industrial, John Deere sowie Komatsu sind wichtige Branchenhersteller. Laut International Trade Commission importierten die USA in 2025 Bergbau- maschinen (ohne Bagger) im Wert von zwei Milliarden US$. Deutsche Lieferungen waren 2025 um fünf Prozent auf über 200 Millionen US$ gewachsen. In den ersten vier Monaten 2026 verdoppelten sie sich gegenüber dem Vorjahreszeit- raum. Im Gegenzug waren die entsprechenden Einfuhren aus China 2025 um 18 Prozent geschrumpft und gaben in den ersten drei Monaten 2026 um nochmals gut 42 Prozent nach. Insgesamt summierte sich die wertmäßige Förderung des US-Bergbaus laut dem U.S. Geo- logical Survey 2025 auf einen Rekordwert von fast 140 Mil- liarden US$. Gegenüber dem Vorjahr kommt dies einem Plus von fünf Prozent gleich. GTAI/IHK
Drill, Baby, drill: US-Präsident Trump will die Förderung fossiler Brennstoffe und den Bergbausektor voranbringen. An - bieter von Maschi- nen und Ausrüs - tung können vom Boom profitieren.
1,9 MILLIONEN Menschen beschäftigt der US-amerikanische Bergbausektor samt seiner nachgelagerten Industrien. QUELLE: U.S. GEOLOGICAL SURVEY
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IHK Global Business 08-09/2026
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