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10 LA FRANCE EN VERRE

Zwischen Mittelmeer und Garrigue entfaltet das Languedoc seine Vielfalt. Dass diese Region inzwischen einen erstklassigen Ruf genießt, ist maßgeblich Pierre Clavel zu verdanken. Er ist eine der prägenden Persönlichkeiten einer mutigen Gruppe visionärer Winzer, die das Qualitätsniveau des Languedoc grundlegend veränderten. Was Sie über seine Ideen wissen sollten. LANGUEDOC VON MASSE ZU SPITZENKLASSE

Pionier mit Weitblick Pierre Clavel gehört zu den prägenden Persönlichkei- ten des modernen Languedoc. Als die Region Ende der 1980er- und Anfang der 1990er-Jahre noch ein Synonym für Masse statt Klasse war, zählte er zu einer Gruppe visio- närer Winzer, die das Qualitätsniveau der Region grundle- gend veränderten. Was Clavel, selbst Winzersohn, anders und damit besonders macht, ist die Verbindung aus Terroir- Verständnis, biologischem Weinbau und Mut – eigene und immer wieder neue Wege zu gehen. Bereits früh setzten er und seine Frau Estelle auf ihr eigenes Konzept mit niedrigen Erträgen, naturnahem Anbau und der Vergärung in Betonbehältern, um unver- fälscht Frische und Feinheit abzubilden. Ab 2005 stellte Pierre Clavel seine Weinberge schrittweise auf biologische Bewirtschaftung um; einzelne Parzellen wurden zudem biodynamisch bewirtschaftet. Seit 2009 sind die Weine nach der europäischen Öko-Verordnung zertifiziert und darf die Bezeichnung „Agriculture Biologique“ verwenden. Potenzial der Höhenlagen Welches Potenzial in den Höhenlagen rund um Pic Saint- Loup steckt, brachten die Clavels in die Flasche. Statt auf kraftvolle, alkoholreiche Weine zu setzen, suchten sie ge- zielt kühlere Lagen, um Frische und Finesse in den Vorder- grund zu stellen. Zwischen 33 und 41 Hektar umfassen die Parzellen: zu sehr den Temperaturen ausgesetzte Areale werden verkauft, kühlere Gebiete dazugekauft. 1992 dann

ein erster Meilenstein mit der Kult-Cuvée Copa Santa. Sie steht sinnbildlich für Clavels Philosophie: charakter- volle Weine mit Herkunft und Tiefe statt bloßer Kraft. Für die neue Cuvée Liura wurden ältere Linien ersetzt. Liura, von Estelle mit Sohn Antoine kreiert, und je zur Hälfte aus Grenache und Syrah, ist typisch Languedoc ohne Schnick- schnack. Publikumslieblinge und Ikonen Bonne Pioche bedeutet so viel wie „Volltreffer“, Syrah spielt hier die Hauptrolle in Kombination mit etwas Mourvè- dre und Grenache, teils in sogenannten Demi-Muids, teils im eiförmigen Betontank ausgebaut. Der Name „Cascaille“ spielt auf die kargen Kalk- und Geröllböden rund um den Pic Saint-Loup an. Sieben Rebsorten ergeben Frische plus Spannung statt Überreife oder Holz. Der Wein ist ein Para- debeispiel für hochwertigen Weißweine aus dem Languedoc. Paradebeispiel fürs Languedoc Dass das Languedoc als eine der spannendsten Quali- tätsweinregionen Frankreichs wahrgenommen wird, ist Pierre Clavel geschuldet. Er war dafür einer der Wegbereiter. Mit dem Einstieg der nächsten Generation entstehen neue Weine und ein starker Fokus auf Herkunft und Nachhaltig- keit. So werden die Erfahrungen eines Pioniers mit den Ideen einer jungen Winzergeneration verbunden.

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