IHK-Global Business Ausgabe 10/2026

AMERIKAS

CHILE Weg frei für Hafenausbau

Niederlanden, Jan de Nul aus Belgien, das spanische Konsortium Dragados Sacyr Obras Portuarias sowie die China Harbour Engineering Company (CHEC) und das Konsortium Grupo CRCC aus China Railway Construc- tion Corporation, CRCC Harbour und Channel Engineering Bureau Group. Für deutsche Firmen dürften sich Zuliefermöglichkeiten eröff- nen, sofern einer der europäischen Kandidaten das Rennen macht. Die Hafengesellschaft San Antonio will den erst im Juli 2026 in zwei Teile gestückelten Auftrag zum Jahresende vergeben. Baustart ist für 2027 vor- gesehen. Auch sonst tut sich viel in Chiles Hafensektor. So laufen bis 2031 insgesamt zehn Konzessionen für Terminals an den wichtigen Häfen Iquique, San Antonio, San Vicente und Valparaíso aus. Vor diesem Hin- tergrund dürften zahlreichen Neuaus- schreibungen anstehen. In der Vorausschreibung befindet sich beispielsweise der Ausbau des Hafens Valparaíso Port Terminal 2. Nach zwölf Jahren Bearbeitungszeit erhielt das Projekt mit einer geschätz- ten Investition von 900 Millionen US$ im März 2026 die Umweltgeneh- migung. Unter anderem sollen ein neues Containerterminal sowie ein Pier mit einer 430 Meter langen Lie- geplatzfront die Umschlagkapazität mehr als verdoppeln. Kurzfristig ist mit einer internationalen Ausschrei- bung zu rechnen. Ziel ist die Übergabe des Projekts an den neuen Betreiber zum 31. Dezember 2028. Dann endet die derzeitige Konzession. Darüber hinaus berichtet die Presse immer wieder über weitere Vorhaben. Die lokalen Behörden versprechen sich von ihnen wichtige Impulse für ihre Region. Hierzu gehören etwa Copiaport-E in der Region Atacama im Norden und Constitución in der Region Maule im Süden. Der Hand- lungsdruck steigt, denn schon jetzt arbeiten die Häfen im Norden an der Kapazitätsgrenze. GTAI/IHK

wachsende Abhängigkeit von einem Hafen, der mehrheitlich von chine- sischen Investoren kontrolliert wird. Vor diesem Hintergrund fordern viele Verantwortliche, eigene leistungsfähi- ge Optionen zu entwickeln. Der Wettbewerbsdruck durch Chancay dürfte den Ausschlag dafür gegeben haben, dass die Erweiterung der Hafens San Antonio nach sechs- jährigem Prozess am 27. Mai 2026 die Umweltgenehmigung erhielt. Sie ist die Voraussetzung für Investitionen von knapp 4,5 Milliarden US-Dollar (US$) in Chiles wichtigsten Port. Ziel ist es, die Umschlagkapazität des Ha- fens an der Küste vor der Hauptstadt Santiago von 2 Millionen auf 6 Millio- nen TEU jährlich zu verdreifachen. In dem seit Januar 2025 laufenden internationalen Ausschreibungspro- zess für die Erweiterung des Hafens konnten sich sechs Bewerber präqua- lifizieren. Neben dem spanisch- koreanischen Konsortium Acciona- Hyundai sind dies Van Oord Dred- ging and Marine Contractors aus den

Modernisierung steht an: Die Konzessio- nen für wichtige Terminals des Hafens in Valparaíso laufen in den nächsten Jahren aus. Es ist zeitnah mit Ausschreibungen zu rechnen.

Chile verfügt über mehr als 50 Häfen entlang seiner rund

4.300 Kilometer langen Küste. Doch kein einziger kann Schiffe mit mehr als 14.000 Standardcontainern (TEU) abfertigen. Auch Lagerhallen und Logistik sind nicht mehr zeitgemäß, die Anbindung an das Hinterland ist vielerorts mangelhaft. Dies wiegt umso schwerer, da Chile rund 95 Pro- zent des Außenhandels über den Seeweg abwickelt. Mit der Eröffnung des Megahafens Chancay in Peru 2024 droht Chile weiter ins Hintertreffen zu geraten. Immer mehr chilenische Waren werden auf Feeder-Schiffen nach Chancay gebracht, bevor sie von dort in großen Ozeanfrachtern den Weg über den Pazifik nehmen. Die Folge sind höhere Logistikkosten und eine

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