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Gestörter Boden Der Baugrubenboden darf nicht „gestört” werden. Er muss vor Be- schädigungen durch Aufwühlen, Be- fahren, Ausspülen oder Auffrieren geschützt werden. Wurde der Boden trotzdem gestört, ist bei bindigem Material die gestörte Schicht ab zutragen und durch Magerbeton zu ersetzen, bei nichtbindigem Bo den ist eine mechanische Verdich tung zulässig. Bindiger Boden Wenn die Korndurchmessergröße < 0,06 mm ist, spricht man von bin- digen Böden. Bei ihnen wird das statisch stabile Gefüge durch Rei- bungs- und Kohäsionskräfte herge- stellt: Die von einem Feuchtigkeits- film umgebenen Teilchen saugen sich quasi gegenseitig fest. Solche Böden werden mit zunehmender Feuchtigkeit weniger tragfähig, eine Durchnässung ist daher durch Abdeckung zu verhindern. Flachgründung Wie ausgeführt, beruht die Tragfä higkeit des Baugrunds im Wesent lichen auf seinem inneren Zusam- menhalt, der durch Reibung bzw. Ko- häsion seiner Partikel (Körner und bindige Teile) hergestellt und un ter Druck und Wassereinfluss wäh rend längerer Zeiträume in seine aktuelle Lage und Balance gebracht wurde. Was passiert nun, wenn die be trächtliche Gebäudelast auf den Boden gestellt wird? Sie bewirkt Ver- formungen und Setzungen, denn der Hohlraumgehalt des Bodens wird
werden, durch Rammen, Rütteln, Vibrieren, Einspülen, Bohren oder Pressen. Die Tiefgründung muss vor allem die Lasten des Bauwerks – den Druck – ableiten können, auch Zug und Bie- gung können eine Rolle spielen. Ganz nach Bodenbeschaffenheit un- terschiedlich tief muss die Grün dung sein. Wenn Rohre in die Erde getrieben werden, können sie ent weder mit Beton verfüllt werden (Abbildungen auf der linken Seite) oder hohl bleiben und zu geother mischen Zwecken die Energie für eine Wärmepumpe liefern.
verringert. Je feinkörniger (sandi- ger, bindiger) der Boden ist, desto länger aber dauert der Setzungs vorgang. Plattenfundamente Geringe (5–10 mm bei Plattenfun damenten) Setzungen sind unver meidlich und unschädlich. Stärkere und vor allem ungleichmäßige Set zungen können jedoch zu Rissen und Schäden im Bauwerk führen. Entstehen können solche stärkeren und vor allem ungleichmäßigen Setzungen durch: n ungleiche Bodenbeschaffen heit n ungleiche Gebäudelasten n seitliches Ausweichen des Bo dens (Grundbruch) in Hanglagen n Komprimierung der Bodenstruk tur durch Erschütterungen n Komprimierung der Bodens durch Grundwasserabsenkung n Heben und Senken des Funda ments durch Frosteinfluss. Tiefgründung Reicht die überbaute Grundfläche eines Gebäudes zur Lastübertra gung wegen ungenügender Trag fähigkeit des Bodens nach den sta- tischen Berechnungen zur Flächen gründung nicht aus, sind zusätzlich Streifenfundamente (wegen Frost schürze ohnehin anzuraten) bzw. eine Tiefgründung mittels Pfählen nötig. Neben Stahl-, Stahlbeton- und Holz- pfählen gibt es noch den Spannbeton- pfahl und den Stahlfaserbeton pfahl. Auf folgende Arten können die Pfähle in die Tiefe getrieben
FOTO: SCHMIDLECHNER BAU
Die Baugrubensicherung mit Holzpfählen kann Vorteile brin- gen bei den Kosten, durch sehr geringe Erschütterungen während der Einbringung durch Spezial- Vibroramme, hohe Widerstands- kraft und die Möglichkeiten für Sekundärnutzungen, umsetzbar auch unter beengten Platzver- hältnissen mit kleinen bis mittel- großen Baumaschinen. Bei der Gründung sind Holzpfähle – richtig gesetzt – deutlich billiger als Rohre. Und wie Venedig zeigt: lange funktionstüchtig.
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