Handbuch Bauen und Wohnen 2026

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Gestörter Boden Der Baugrubenboden darf nicht „gestört” werden. Er muss vor Be- schädigungen durch Aufwühlen, Be- fahren, Ausspülen oder Auffrieren geschützt werden. Wurde der Boden trotzdem gestört, ist bei bindigem Material die gestörte Schicht ab­ zutragen und durch Magerbeton zu ersetzen, bei nichtbindigem Bo­ den ist eine mechanische Verdich­ tung zulässig. Bindiger Boden Wenn die Korndurchmessergröße < 0,06 mm ist, spricht man von bin- digen Böden. Bei ihnen wird das statisch stabile Gefüge durch Rei- bungs- und Kohäsionskräfte herge- stellt: Die von einem Feuchtigkeits- film umgebenen Teilchen saugen sich quasi gegenseitig fest. Solche Böden werden mit zunehmender Feuchtigkeit weniger tragfähig, eine Durchnässung ist daher durch Abdeckung zu verhindern. Flachgründung Wie ausgeführt, beruht die Tragfä­ higkeit des Baugrunds im Wesent­ lichen auf seinem inneren Zusam- menhalt, der durch Reibung bzw. Ko- häsion seiner Partikel (Körner und bindige Teile) hergestellt und un­ ter Druck und Wassereinfluss wäh ­ rend längerer Zeiträume in seine aktuelle Lage und Balance gebracht wurde. Was passiert nun, wenn die be­ trächtliche Gebäudelast auf den Boden gestellt wird? Sie bewirkt Ver- formungen und Setzungen, denn der Hohlraumgehalt des Bodens wird

werden, durch Rammen, Rütteln, Vibrieren, Einspülen, Bohren oder Pressen. Die Tiefgründung muss vor allem die Lasten des Bauwerks – den Druck – ableiten können, auch Zug und Bie- gung können eine Rolle spielen. Ganz nach Bodenbeschaffenheit un- terschiedlich tief muss die Grün­ dung sein. Wenn Rohre in die Erde getrieben werden, können sie ent­ weder mit Beton verfüllt werden (Abbildungen auf der linken Seite) oder hohl bleiben und zu geother­ mischen Zwecken die Energie für eine Wärmepumpe liefern.

verringert. Je feinkörniger (sandi- ger, bindiger) der Boden ist, desto länger aber dauert der Setzungs­ vorgang. Plattenfundamente Geringe (5–10 mm bei Plattenfun ­ damenten) Setzungen sind unver­ meidlich und unschädlich. Stärkere und vor allem ungleichmäßige Set­ zungen können jedoch zu Rissen und Schäden im Bauwerk führen. Entstehen können solche stärkeren und vor allem ungleichmäßigen Setzungen durch: n ungleiche Bodenbeschaffen­ heit n ungleiche Gebäudelasten n seitliches Ausweichen des Bo­ dens (Grundbruch) in Hanglagen n Komprimierung der Bodenstruk­ tur durch Erschütterungen n Komprimierung der Bodens durch Grundwasserabsenkung n Heben und Senken des Funda­ ments durch Frosteinfluss. Tiefgründung Reicht die überbaute Grundfläche eines Gebäudes zur Lastübertra­ gung wegen ungenügender Trag­ fähigkeit des Bodens nach den sta- tischen Berechnungen zur Flächen­ gründung nicht aus, sind zusätzlich Streifenfundamente (wegen Frost­ schürze ohnehin anzuraten) bzw. eine Tiefgründung mittels Pfählen nötig. Neben Stahl-, Stahlbeton- und Holz- pfählen gibt es noch den Spannbeton- pfahl und den Stahlfaserbeton­ pfahl. Auf folgende Arten können die Pfähle in die Tiefe getrieben

FOTO: SCHMIDLECHNER BAU

Die Baugrubensicherung mit Holzpfählen kann Vorteile brin- gen bei den Kosten, durch sehr geringe Erschütterungen während der Einbringung durch Spezial- Vibroramme, hohe Widerstands- kraft und die Möglichkeiten für Sekundärnutzungen, umsetzbar auch unter beengten Platzver- hältnissen mit kleinen bis mittel- großen Baumaschinen. Bei der Gründung sind Holzpfähle – richtig gesetzt – deutlich billiger als Rohre. Und wie Venedig zeigt: lange funktionstüchtig.

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