Handbuch Bauen und Wohnen 2026

Hausbau

Gebäudehülle Dämmung

Wärmedämmung

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Wärmedämm-Verbundsysteme (WDVS) Druckfeste Dämmplatten werden direkt auf die tragende Wandkon­ struktion aus Ziegeln, Mauerwerks­ steinen oder Beton geklebt, sodann verdübelt und verputzt. Verbund- system bedeutet auch: Einzuhal- tende Abfolge der vom Dämmplat- tenhersteller vorgeschriebenen Ar- beitsschritte mit den vorgegebenen Zusatzprodukten Kleber, Dübel und Verputz, damit es keine Bauschäden gibt. Hinterlüftete Fassade Wird gerne im Holzbau eingesetzt. Die weichen Dämmplatten oder die Einblas-Zellulose sind hier von einer Holzschalung abgedeckt. Es können auch Weichholzfaserplat- ten auf Massivholzwände montiert werden. Nach außen stellt die vor- gehängte, hinterlüftete Fassade den Witterungsschutz sicher. Innendämmung Aus Denkmalschutzgründen u.Ä. ist manchmal eine Außendämmung nicht möglich und die Innendäm- mung unumgänglich.

Wienerberger folgte später mit der Porosierung ihrer Ziegel, doch die eingeschränkten Möglichkeiten des Ausgangsmaterials führten schließ- lich zum zusätzlichen Einbau von unbrennbarer Mineralwolle, als die Wärmedämmstandards vor weni- gen Jahren in die Höhe schnellten. Die Vielfalt der Dämmstoffe Die vorhergehende Aufzählung folg- te anwendungstechnischen Ge- sichtspunkten. Bei der Funktion ist auch zu bedenken, dass die Wärme- dämmstoffe meist auch eine schall- dämmende und brandhemmende Rolle spielen sollen. Die Auswahl ist etwa gleich groß wie bei den Baustoffen (siehe Tabelle unten). Eine schon länger bekannte Sonder- form ist die in der Tabelle eben- falls angeführte Vakuumdämmung: Die „Luftlosigkeit” dämmt nämlich am allerbesten. Möglicherweise wegen der Schwierigkeiten beim Einbau oder den Kosten der Va- kuum-Paneele – jedenfalls blieb diese Dämm-Methode unter der Wahrnehmungsschwelle. Vom Vakuum-Sonderfall abgesehen gilt, dass in der Regel ein Dämm- stoff umso mehr dämmt, je leich- ter und feinporiger er ist. Und am vielseitigsten einsetzbar ist er, wenn er dazu auch noch formsta- bil und druckfest ist. Der U-Wert Der U-Wert (früher k-Wert) ist ein Maß für den Wärmedurchgang durch einen Bauteil und wird in W/(m²K) angegeben. W = Watt (Leistung), K = Kelvin (1 K = 1 °C). Mit dem U- Wert wird also ausgedrückt, wel- che Leistung pro m² des Bauteils auf einer Seite benötigt wird, um die Temperaturdifferenz von 1 Kel- vin aufrechtzuerhalten. Wenn vie-

Raumseitig zu dämmen, ist aus zwei Gründen nachteilig: 1. Die Dämmung und das „ausge- sperrte” tragende Mauerwerk sind erheblich anfälliger für Feuchtig- keitsschäden. 2. Es geht dadurch leider auch die thermische Speichermasse der meist dicken alten Mauern verloren, die durchaus einen positiven Effekt auf Raumklima und Wohnkomfort haben können, wenn sie nicht un- angenehm kalt abstrahlen. Dicke Lehmschichten mit integrierter Wandheizung stellen hier einen gang- baren Kompromiss dar. Monolithische Bauweise Die Tragwerks- und die Dämmfunk- tion fallen zusammen, jeder Bau- stein ist auch ein Dämmstein. Eine zusätzliche Dämmebene gibt es nicht. Beispiele sind auf der vor- hergehenden Doppelseite links zu sehen. Das schwedische Produkt Ytong setzte den Startschuss und war der- art dämmend, dass es nie erforder- lich wurde, einen zusätzlichen Dämmstoff in den Porenbetonstein einzubringen. Die österreichische

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