Handbuch Bauen und Wohnen 2026

Heizen

Die Sonne hat immer Saison

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andere Heizungsarten auch. Son- nenkollektoren haben durch ihre hochwertigen Materialien eine Le- bensdauer von 25 bis 30 Jahren. Aluminium und Edelstahl trotzen Hitze, Kälte, Regen und Schnee. Auch von einem Hagelschauer lässt sich Sicherheits-Hartglas nicht be- eindrucken. Für die Montage am Dach ist eine Südneigung von 48 Grad optimal, jedoch ist auch eine Ausrichtung zwischen Südost und Südwest mit einem Winkel zwischen 30 und 60 Grad noch brauchbar. Tipp: De- cken Sie von vornherein einen Teil des Daches mit Kollektoren (= In- dachmontage) und halten Sie Platz für die Verbindungsleitungen zur Heizzentrale frei. Pro Person werden für die Warm- wasserbereitung 1,5–2 m 2 Kollek- torfläche gerechnet. Damit ist der Warmwasserbedarf während der Sommermonate gedeckt und in den kältesten Wintermonaten wird das Wasser zumindest vorgewärmt. In einem sehr gut gedämmten Haus mit einer Niedertemperaturhei- zung und entsprechendem Puffer- speicher kann die Solaranlage auch beachtliche Heizbeiträge leisten.

Thermische Solaranlagen Die einstrahlende Sonnenenergie wird in Wärme umgewandelt, von einem Wärmeträgermedium aufge­ nommen und abtransportiert. Der Kollektor (= Sammler) besteht im Grunde aus einer schwarzen Absor- berfläche, die mit Rohrleitungen fest verbunden ist. In den Rohren zir- kuliert eine ungiftige, frostsichere Flüssigkeit. Sobald die Temperatur in den Kol- lektoren um einen bestimmten Wert höher ist als im unteren Teil des Wärmewasserspeichers, wird über die automatische Steuerung die Umwälzpumpe eingeschaltet. Die erhitzte Wärmeträgerflüssigkeit gibt ihre Energie durch einen Wär- metauscher (im Prinzip nichts an- deres als ein gewundenes Rohr) an den Solarspeicher weiter. Dieser Kreislauf wird erst unterbrochen, wenn die Temperatur im Wärme- speicher gleich der der Wärmeträ- gerflüssigkeit im Kollektor ist.

Abgesehen von dem vergleichswei- se geringen Stromverbrauch der Umwälzpumpe ist die Sonnenwär- megewinnung kostenlos. Allerdings fallen 85% der jährlichen solaren Einstrahlung in den Zeitraum zwi- schen März und Oktober. In den Wintermonaten kann der Sonnen- kollektor nur fallweise, und dann nur für relativ kurze Zeiträume, Energie liefern. Um den Wirkungs- grad der Solaranlagen vor allem in den Übergangszeiten zu erhöhen, hat die Solartechnik hochselekti- ve Beschichtungen (zum Beispiel Chrom, Nickel) entwickelt, die das kurzwellige Sonnenlicht gut absor- bieren, während die im Kollektor selbst entstehende langwellige Inf- rarotwärme an der Abstrahlung ge- hindert wird. Die zweite Komponente für einen hohen Anlagennutzungsgrad ist die Speicherung: Optimal gedämmte und dimensionierte Speicher sind ein Muss. Das gilt allerdings für

Schema Solaranlage

1 Kollektor 2 Rohrleitungen 3 Rücklaufpumpe 4 Boiler

Foto und Grafik: Sonnenkraft

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