Heizen
Wärme aus der Umwelt
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Mit Wärmepumpen wird – nicht nur hierzulande – in rasch wachsen- dem Ausmaß die im Erdreich, im Wasser oder in der Luft gespeicherte Sonnenwärme sowie die oberflächennahe geothermische Wärme für Wohnraum- und Nutzwasserheizzwecke genutzt.
Kühlschrank-Prinzip Beim Kühlschrank wird dem Innen- raum Wärme entzogen, um die Le- bensmittel kühl zu halten. Diese gelangt über die schwarzen Rippen an der Kühlschrank-Rückseite nach außen. Und genau an diesem Punkt wird es für die Wohnumgebung interes- sant. Wird beim „kühlen Schrank” die Wärmeumverteilung von innen nach außen angestrebt, ist es das Ziel des Heizungswärmepumpen- systems, die Sache genau umge kehrt im Winter von außen ins Hausinnerelaufen zu lassen. Denn die Umgebungsenergie gibt’s kos- tenlos und umweltfreundlich. Allerdings braucht es einen Fremd- energie-Einsatz, um diesen Schatz zu heben: einerseits für den Betrieb der Umwälzpumpe, die die spätere über einen Kollektor (= Sammler) auf- genommene Wärme aus der Umge-
bung ins Haus transportiert und an- dererseits für den Kompressor als dem Herzstück der Wärmepumpe selbst. Ein Nullsummenspiel? Mit- nichten! Aus 1 mach 4, 5 oder sogar 6! Das Verblüffende am Wärmepum- pensystem ist es, dass der Antriebs- Energieverbrauch nur ein Vier- tel oder weniger der für das Ge- bäude bereitgestellten Wärme- Energie ausmacht. Die restlichen drei Viertel oder mehr Wärme- energie holen wir uns gratis aus der Umgebung. Aus einem Euro für den Strom werden vier – unter Umstän- den sogar fünf oder sechs – Euro Wärmeenergie! Die doppelte Öko-Variante Es ist wie bei den Elektro-Autos, die sind umweltfreundlich, müs- sen den Strom aber auch von ir- gendwo herbekommen, z.B. über
den Ökostrombezug. Dasselbe lässt sich auch bei der Wärmepumpe be- werkstelligen und die Wärmepum- pen-Förderung des Landes setzt einen solchen Bezug auch voraus. Noch besser und erst recht in der Fördermöglichkeit enthalten ist die Stromproduktion mittels Wohn- haus-eigener Photovoltaik-Anlage! Funktionsweise der Wärmepumpe Das Arbeitsmittel (Flüssigkeit mit Kältemittel) und der Verdichter (Kompressor) sind die Hauptak- teure dieser Wertsteigerung. Der Kompressor verdichtet das Ar- beitsmittel, dieses gibt unter ho- hem Druck über einen Wärmetau- scher (Kondensator) die Wärme an das Gebäude, idealer Weise über Die Umstellung auf eine Wärme- pumpenheizung ist auch bei Sanierungen oft möglich. Das links abgebildete Zweifamili- enhaus mit 200 m 2 Wohnfläche be- nötigte vor der Umstellung beacht- liche 2.500 Liter Heizöl jährlich. Heute betragen die Heizkosten ca. € 850,–. Foto Meco Wärmepumpen Schema einer Wärmepumpe 1) Kondensator (=Wärmeübertragung an den Wohnraumheizungskreisauf), 2) Expansionsventil zur Druckminderung, 3) Verdampfer, 4) Kompressor Arbeitsflüssigkeits-Kreislauf: Rot: Gasförmig, hoher Druck, sehr warm Rosa: Flüssig, hoher Druck, warm Blau: Flüssig, niedriger Druck, sehr kalt Hellblau: Gasförmig, niedriger Druck, kalt.
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