PEGaktiv für Senioren, Pflege und Reha | April 2026

DIE PEG INFORMIERT

Pflege und Rehabilitation in Deutschland Zahlen, Fakten und aktuelle Entwicklungen

Pflege & Reha in Deutschland

Pflege ca. 5,7 Mio. Pflegebedürftige überwiegend häusliche Pflege rund 16 % stationär

Finanzierung und Kosten – eine Belastung für Familien

Die Pflegeversicherung übernimmt einen großenTeil der Pfle- gekosten, deckt aber nicht immer alle Aufwendungen ab. Dies führt dazu, dass viele Pflegebedürftige und ihre Angehörigen erhebliche Eigenanteile tragen müssen. Auch die Gesundheits- ausgaben in Pflegeeinrichtungen sind in den letzten Jahren deutlich gestiegen: Im Jahr 2023 beliefen sich die Ausgaben in stationären und teilstationären Pflegeeinrichtungen auf über 48 Milliarden Euro, und die Gesamtausgaben für Pflege nahmen um über 6 % zu. Rehabilitation in Deutschland – ein wichtiger Baustein für Gesundheit und Teilhabe Rehabilitation ist ein zentrales Element, um Fähigkeiten zu erhalten oder zurückzugewinnen – sei es nach Krankheit, Unfall oder im Alter. Deutschland verfügt über 1.000 Vorsorge- und Rehabilita- tionseinrichtungen, in denen jährlich rund 1,9 Millionen Patientinnen und Patienten behandelt werden. Die Bettenauslastung liegt bei über 80 %. Mehr als 1 Million medizinische Rehabilitationsleistungen wurden im Jahr 2024 durchgeführt. Diese Rehabilitationsmaßnahmen decken ein breites Spek- trum ab – von orthopädischen Erkrankungen über psychische Belastungen bis hin zu onkologischen Folgen.

Rehabilitation über 1.000 Reha-Einrichtungen ca. 1,5–2 Mio. Reha-Maßnahmen/Jahr Ziel: Selbstständigkeit & Teilhabe

Herausforderungen demografischer Wandel

Fachkräftemangel steigende Kosten

Aktuelle Trends und Herausforderungen

1. Fachkräftemangel Der Fachkräftemangel ist eine der größten Herausforderungen in der Pflege: Laut aktuellen Branchenindikatoren berichten über 85 % der Einrichtungen, dass es schwierig oder sehr schwierig ist, offene Stellen zu besetzen. 2. Kosten- und Finanzierungsdruck Die steigenden Kosten der Pflege stellen viele Familien vor finanzielle Belastungen. Eigenanteile in Pflegeheimen sind für viele Betroffene ein zunehmendesThema, das auch politisch intensiv diskutiert wird. 3. Ambulantisierung In der Rehabilitation zeichnet sich ein leiser Wandel ab: Statio- näre Reha bleibt wichtig, doch ambulante Angebote gewinnen an Bedeutung, was einerseits Flexibilität bringt, andererseits neue Anforderungen etwa an Versorgungsnetze stellt.

Die demografische Entwicklung verändert Deutschland: Die Menschen werden im Durchschnitt älter, die Zahl der Seniorinnen und Senioren steigt, und mit ihr der Bedarf an Pflege und rehabilitativen Leistungen. Diese Herausforderungen wirken sich nicht nur auf die Betroffenen und ihre Familien aus, sondern auch auf die Gesellschaft und das Gesundheitssystem insgesamt. In diesem Beitrag geben wir einen sachlichen Überblick über den aktuellen Status von Pflege und Rehabilitation in Deutschland – mit Zahlen, Strukturen und Perspektiven.

Ein Ausblick – ohne Prognosen, aber mit Perspektiven

Pflege in Deutschland – wer ist betroffen?

Strukturen der Pflege – Einrichtungszahlen und Personal

Zum Ende des Jahres 2023 waren in Deutschland rund 5,7 Millionen Menschen pflegebedürftig im Sinne des Pflegever- sicherungsgesetzes. Die Zahl der Pflegebedürftigen ist in den letzten Jahren spürbar gestiegen. Ein Großteil der Pflegebedürftigen wird zu Hause versorgt, meist durch Angehörige oder ambulante Dienste. Etwa 14 % leben in vollstationären Pflegeeinrichtungen. Etwa 16 % der Pflegebedürftigen waren Ende 2023 voll- stationär untergebracht – rund 0,8 Millionen Menschen. Diese Zahlen zeigen, wie sehr die Pflege im Alltag von Familien verankert ist – und wie groß zugleich der Bedarf an professionellen Diensten ist.

Pflege und Rehabilitation sind zentrale Pfeiler unseres sozialen Gesundheitssystems – sie betreffen immer mehr Menschen und fordern innovative Lösungen. Wichtige Ansatzpunkte für die Zukunft sind: Stärkung der Ausbildung und Fachkräftegewinnung in Pflege und Reha. Finanzierungsmodelle, die Familien entlasten und zugleich langfristig solide sind. Verstärkte Vernetzung zwischen Pflege-, Versorgungs- und Reha-Leistungen für passgenaue Unterstützung. Prävention und Rehabilitation, um Selbstständigkeit und Lebensqualität so lange wie möglich zu erhalten.

Deutschland verfügt über ein dichtes Netz an Pflegeeinrich- tungen. Es gibt rund 16.500 Pflegeheime im ganzen Land. Ergänzt werden diese durch zahlreiche ambulante Pflege- dienste und teilstationäre Angebote, die einen wichtigen Beitrag zur Versorgung leisten. Neben der Versorgung ist auch das Personal ein zentralesThe- ma. Eine moderne Pflegeausbildung wurde 2020 eingeführt, und im Jahr 2023 stieg die Zahl der Ausbildungseintritte auf über 60.000 Personen – ein positives Zeichen, das jedoch angesichts des Fachkräftemangels nur ein Baustein ist.

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Ausgabe April 2026

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