INTERNATIONALISIERUNG
Neue Ideen gefragt: Die Verwerfungen in der Weltwirtschaft zwingen viele Unternehmen zur Anpassung ihrer Internationalisierungsstrategie. Dabei können unterschiedliche Wege zum Erfolg führen.
Unternehmen richten Blick neu aus Kriege, politische Spannungen und Zollchaos aus den USA erschweren vielen Unternehmen grenzübergreifende Aktivitäten. Viele Betriebe orientieren sich um und entdecken andere Märkte für sich.
Allen globalen Verwerfungen zum Trotz bleibt die deutsche Wirtschaft in einem hohen Maße exportorien- tiert. Das gilt gerade für Unternehmen aus der Region, die ihre Geschäfte im Ausland auf- oder ausbauen. So hat der Mannheimer Hersteller von Industriechemikalien TIB Chemicals in Pittsburgh, Pennsylvania, gerade einen US-amerikanischen Konkurrenten übernommen. Und zwar, um Produkte nicht mehr über ein Handelsbüro ver- treiben zu müssen, sondern direkt vor Ort herstellen zu können. Auch das Start-up Replique, das industrielle Ersatzteile auf Abruf anbietet, hat sich nach einer erfolgreichen, von der IHK Rhein-Neckar organisierten Geschäftsanbahnungsreise für Mailand als erste Aus- landsniederlassung entschieden. Die HDAO-Gruppe ist überall dort, wo ihre Kunden sind, um Industrieanlagen zu bauen und zu automatisieren – und das ist immer häufiger im Ausland. Um auch kulturell nah dran zu sein, verfügt der Mittelständler aus Osterburken über- dies schon seit vielen Jahren über eine Repräsentanz im chinesischen Nanjing.
Stephanie Ball
Im vergangenen Jahr verließen Güter im Wert von 241,4 Milliarden Euro Deutschlands Werktore in Richtung Weltmarkt – ein leichtes, aber entscheidendes Plus von 0,6 Prozent nach einer langen Durststrecke. Wichtigster Abnehmer: die USA. Allerdings sinken die Ausfuhren über den Atlantik, und zwar zum dritten Mal in Folge. Dass unterm Strich noch ein Plus erwirtschaftet wurde, liegt am positiven Saldo bei Geschäften in anderen Regionen der Welt. „Viele Unternehmen haben ihr Europa-Geschäft erfolgreich intensiviert und gleichzeitig auf Wachstums- märkte wie Indien gesetzt“, sagt Matthias Kruse, Geschäfts- führer International bei der IHK Rhein-Neckar. Ein Land, das besonders heraussticht, ist die Schweiz. „Das Plus im Schweiz-Geschäft konnte fast das Minus im US-Geschäft kompensieren“, erklärt Kruse. Auch die Exporte nach Polen seien kräftig auf fast 10 Milliarden Euro gestiegen (plus 7,3 Prozent), Deutschlands Nachbar zähle mittlerweile zu den zehn wichtigsten Zielmärkten hiesiger Unternehmen.
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IHK Global Business 06/2026
ihk.de/rhein-neckar
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