IHK-Magazin Ausgabe 7/2026

TITELTHEMA | DIGITALISIERUNG

O rdner, Stempel und Faxe haben aus- gedient, dafür sind Authenticator-App, Fingerabdrucksensor und KI-Assisten- ten aus vielen Betrieben nicht mehr wegzudenken. Laut der DIHK-Digita- lisierungsumfrage sieht sich die Mehrzahl der Unternehmen bei Digitalisierung oder Cyberab- wehr grundsätzlich solide aufgestellt. Auf einer Skala von eins (sehr gut) bis sechs (ungenü- gend) ordnen sich die Unternehmen im Durch- schnitt bei 2,8 ein. Kostenersparnis, Qualitäts- verbesserungen und die Flexibilisierung des Arbeitens stehen bei den erhofften Vorteilen im Vordergrund, um so den zahlreichen aktuellen Herausforderungen zu begegnen: hohe Energie- preise, geopolitische Unsicherheiten, steigende Kundenanforderungen. Doch die Komplexität der digitalen Transformation ist nicht zu unter- schätzen, sie kostet Zeit und Geld. Gut aus- gebildete Mitarbeiter sind gefordert. Das breit aufgestellte Weiterbildungsangebot der IHK Rhein-Neckar setzt hier an (siehe Seite 19). Die DIHK-Umfrage zeigt auch: KI ist als Produk- tivitätsfaktor in den Unternehmen angekom- men. Bei 35 Prozent ist branchenübergreifend KI-Technologie im Einsatz. In der Informati- ons-/Kommunikationsbranche und der Finanz- wirtschaft wird der produktivitätssteigernde Einfluss von KI aufgrund der bereits etablierten digitalen Prozesse und datengetriebenen Ent- scheidungen am höchsten eingeschätzt. Die Unternehmen verwenden generative KI vor allem, um Texte, Bilder oder Codes zu erstellen. Hinzu treten personalisierte Kundenansprache und Kundensupport sowie Qualitätssicherung und Prozessüberwachung.

Während fehlendes Know-how im Vergleich zum Vorjahr seltener genannt wird, bleiben rechtliche Unsicherheiten und technische Hemmnisse die größte Herausforderung bei der Datennutzung (siehe Seite 20 und 21). Neue Vorgaben wie der EU AI Act gelten für alle, auch für KI-Start-ups wie CustomAIzed aus Oster- burken (siehe Seite 14). Zugleich bleibt die Bedrohungslage durch Cyberangriffe sehr hoch, ist die Krisenvorsor- ge ausbaufähig. Unternehmen wurden nach eigenen Angaben zwar seltener von Cybersicher- heitsvorfällen betroffen. Der Wirtschaft gelingt es wohl, sich besser zu schützen, hinzu tritt eine erhöhte Beurteilungskompetenz sowie die Er- füllung regulatorischer Vorgaben. Die zunehmende Vernetzung, geopolitische Friktionen und der Einsatz von KI durch Hacker vergrößern jedoch die Angriffsfläche. Diese Erkenntnisse der Digitalisierungs- umfrage kann der Experte Prof. Dr. Sachar Paulus bestätigen (siehe Seite 16). Und eine digitale Souveränität, um Abhängigkeiten von großen außereuropäischen Technologieunter- nehmen zu reduzieren, wird immer lauter gefordert. Das Gefährliche: Im Visier der Hacker sind nicht nur Großunternehmen, sondern auch kleine Betriebe. Die Metropol Fahrschule Heidelberg holte sich deshalb nicht nur bei der Digitalisie- rung der Geschäftsprozesse, sondern auch bei der Absicherung des Unternehmens IHK-Hilfe (siehe Seite 12). Texte im Titel: Stefan Burkhardt

Produktiver arbeiten, Qualität steigern Antworten auf die Frage „Was sind die Hauptgründe für Digitalisierung in Ihrem Unternehmen?“ (in Prozent)

Kosten sparen

65

Qualitätsverbesserung

64

Flexibilisierung

63

Entwicklung innovativer Produkte, Dienstleistungen und Geschäftsmodelle

36

Kundenbindung

33

Bewältigung Fachkräftemangel 0

31

10

20

30

40

50

60

70

QUELLE: DIHK

11

IHK Magazin Rhein-Neckar 07 | 2026

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