STANDPUNKT
Echtes Wachstum statt Strohfeuer
B undesregierung und Forschungsinsti- tute korrigieren gerade die Konjunktur- erwartungen für 2026 nach oben. Das ist erfreulich. Wir brauchen Wachstum. Ein guter Teil dieser Entwicklung ist indes schuldenfinanziert. Der private Konsum sowie die Unternehmensinvestitionen darben weiter. Dass unsere strukturellen Probleme nach wie vor ungelöst sind und auch keine deutliche Verbesserung in Sicht ist, zeigt sich auch am Ausbildungsmarkt. Die Zahl der zum 1. September in unserer Region neu abgeschlossenen Ausbildungs- verträge ist um zehn Prozent auf 3.100 gesunken. Warum das so ist? Der Aus- bildungsmarkt wird gleichzeitig von zwei Seiten unter Druck gesetzt.
dass Unternehmen Kapazitäten verlagern oder abbauen und im gleichen Umfang auch ihre Personal- und damit Ausbil- dungskapazitäten nach unten anpassen. Zudem verliert der Ausbildungsmarkt durch Betriebsschließungen Ausbildungs- betriebe. Der Druck wird sich erst lösen, wenn die Unternehmen in der Breite wieder mit besseren Erwartungen in die Zukunft blicken. Die Bundespolitik ist gefordert, die Rahmenbedingungen für wirtschaftliches Handeln deutlich zu verbessern und das weitaus beherzter, als sie es bisher in ihren Reformvorhaben skizziert hat. Doch auch die Bundesländer müssen handeln! In der aktuellen PISA-Studie ist Deutschland bekanntermaßen auf die nied- rigsten Werte bei Naturwissenschaften, Le- sen und Mathematik seit Start der Studien- reihe im Jahr 2000 gefallen. Unser Land hat ein massives Bildungsproblem. Besonders problematisch aus Sicht der Wirtschaft sind die fehlenden Basiskompetenzen. Ohne sie ist eine Ausbildung kaum möglich.
Mehr zum Aus- bildungsmarkt in der Region auf Seite 26
Nachfrage: Auf der einen Seite gibt es Passungsprobleme zwischen
1.
Bewerbungen und den angebotenen Stellen: regional und aufgrund fehlender Qualifikation der Jugendlichen bzw. deren Berufswünsche, die nicht mit dem Angebot matchen. Hinzu kommt die insgesamt schrumpfende Zahl potenzieller Bewerber aufgrund des demografischen Wandels.
Im Bund Weichen für bessere Rahmenbedingungen stellen, in den Ländern für bessere Bil- dung: Wenn das gelingt, ha- ben wir bald echtes Wachs- tum und kein Strohfeuer.
2. Angebot: Auf der anderen Seite führt die mehrjährige wirtschaft- liche Stagnation dazu,
Unser Land hat ein massives Bildungs- problem.
Manfred Schnabel Präsident der IHK Rhein-Neckar
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IHK Magazin Rhein-Neckar 07 | 2026
ihk.de/rhein-neckar
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