Ihr Design strahlt eine verblüffende Schlichtheit aus, die fast improvisiert wirkt. Ist die kontrollierte Unvollkommenheit für Sie der neue Ausdruck von Luxus? Ich weiss nicht, ob die kontrollierte Unvollkommenheit die neue Form von Luxus ist, aber sie ist wohl eine sehr aktuelle Ausdrucksform. Früher definierte sich Luxus durch erkennbare und demonstrative Perfektion. Heute sind wir sensibler für das, was lebendig wirkt. Eine leichte Unregelmässigkeit, eine Spannung in einer Linie, eine wahrnehmbare Geste können einem Gegenstand eine Seele verleihen. Die Unvollkommenheit ist für uns bewusste Freiheit. Sie ist Ausdruck der Eigenheit der Designerin oder des Designers und ruft eine Emotion hervor, was der reinen Perfektion nicht mehr immer gelingt. Bei Plume verspürt man eine Hommage an die symbolträchtigen Sitzkissen der 60er-Jahre. Wie haben Sie diesen Esprit "pop und relax" auf das Anspruchsniveau und das Savoir-faire einer Maison wie Elite gehoben? In der Tat, die Mode wiederholt sich immer wieder. In den 60er- bis 80er-Jahren gab es im Design eine Freiheit der Form, eine Freizügigkeit. Wie man das beherrscht, macht den Unterschied. Jede Wölbung, jede Proportion wurde überarbeitet, um eine präzisere, anspruchsvollere Ausgewogenheit zu erzielen. Die Volumen wirken locker, sind aber streng gestaltet. Die Wahl der Materialien, die Qualität der Verarbeitung und die Liebe zum Detail machen es möglich, diesen ungezwungenen Esprit auf ein handwerkliches Niveau zu heben, das dem Anspruch eines Hauses wie Elite entspricht.
Zwei überdimensionierte Kissen und ein Holzkasten, das ist eine mutige Entscheidung. Woran mussten Sie am intensivsten Arbeiten, damit das Bett eine Einheit bleibt und nicht nur eine blosse Zusammenstellung ist? Am schwierigsten war eigentlich die Arbeit an den Details. Wir wollten ein Bett, das selbstbewusst, fast imposant wirkt, und dabei die Eleganz und Ausgewogenheit wahren, die kennzeichnend für die Maison Elite sind. Die eingefasste Matratze, die eine Art Stufe zur Erholsamkeit bildet, trägt zu diesem Gefühl der Geborgenheit bei. Die Füsse, die das Bett nur einige Zentimeter vom Boden abheben, sorgen visuell für eine gewisse Leichtigkeit des Ganzen. Genau diese subtilen Gestaltungsmerkmale verleihen dem Bett trotz grosszügiger Volumen ein klares Erscheinungsbild. Bei diesem Projekt wollten wir ein selbstbewussteres Design umsetzen. Das Bett wirkt fast architektonisch. Es strukturiert den Raum und will gar nicht zurückhaltend sein. Es soll zeigen, dass ein Gegenstand über seine eigentliche Funktion hinauswachsen kann, um Komfort einen stärkeren Ausdruck zu verleihen und zum Wohnen anzuregen. Bei welcher traditionellen Design-Regel hatten Sie am meisten Freude, sie zu durchbrechen? Bei diesem Projekt war es die traditionelle Regel der Symmetrie, die wir gern überschritten haben. In einem Schlafzimmer ist das Kopfteil des Bettes üblicherweise zentriert und als diskretes Begleitelement in den Proportionen des Bettes gedacht. Hier wird das Kopfteil des Doppelbettes hingegen zu einem eigenständigen Element, das die Ausgewogenheit des Raumes neu definiert. Mit einem
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