doppelten Kopfteil haben wir bewusst mit der Vorstellung einer einzigen dominierenden Achse gebrochen. Statt für eine klassische und beruhigende Gestaltung haben wir uns für einen Dialog zwischen zwei Volumen, zwei Materialien oder zwei Höhen entschieden. Diese gewollte Asymmetrie erzeugt Rhythmus und eine visuelle Spannung, die dem Zimmer Dynamik verleiht. Das Kopfteil ist nicht mehr nur eine Stütze des Bettes, es strukturiert den Raum und wird zu einer echten ästhetischen Aussage. Das hat uns ermöglicht, von einem konventionellen Ansatz abzuweichen, um ein ausdrucksstärkeres Schlafzimmer zu gestalten. Designer opfern oft ihren Schlaf für die Ergebnisse ihrer Arbeit. Wie würden Sie Ihren Schlaf auf einer Skala von eins bis zehn bewerten? Emma: Zehn von zehn. Das liegt vielleicht daran, dass ich auch auf der Ecke eines Tisches einschlafen kann. Mit diesem Projekt wollte ich anderen den Luxus eines Nestes anbieten, in dem sie sich so wohl fühlen wie ich, die überall schlafen kann. Victoire: Sieben von zehn. Ich habe einen sehr leichten Schlaf. Schon beim leisesten Geräusch einer sich schliessenden Tür werde ich wach. Vielleicht war es diese Sensibilität, die uns dazu gebracht hat, einen so friedvollen Raum zu schaffen. Denn ich weiss wie kaum jemand, wie wertvoll der Schlaf ist. Was hat Ihre Lust geweckt, die Welt zu gestalten? Emma: Schon als ich klein war, haben mich Zeichnen und Kunst interessiert. Erst habe ich die Natur gezeichnet, dann Gebäude bis ich angefangen habe, mir selbst etwas auszudenken. Seither begeistert mich alles, was nicht gewöhnlich ist und was man umgestalten kann. Ich habe mich also der Architektur zugewandt, wo man sich abheben und etwas wagen muss. Mich faszinieren auch verschiedene Architekturstile, die sich im Lauf der Zeit entwickeln. Victoire: Der Auslöser war mein Vater. Als er in meiner Jugend eine Wohnung renovierte, hat das meinen Wunsch geweckt, Innenarchitektin zu werden. Ich habe mich also schon früh für eine Berufsmatura interessiert. Dann wollte ich weitermachen, um mein Diplom als Innenarchitektin zu erhalten, und wurde im dritten Jahr an der Schule für Innenarchitektur EFET CREA in Paris angenommen, wo ich Emma getroffen habe. Ihr Projekt soll schon bald vom 3D in die Hände der Handwerkprofis von Elite gelangen. Welches Detail möchten Sie am schnellsten realisiert sehen? Wir möchten natürlich am liebsten das
ganze Bett bald realisiert sehen. Doch am meisten gespannt sind wir auf die grossen Kopfkissen mit der dahinter liegenden Holzkonstruktion, die das Kopfteil bilden, und würden gern sehen, wie die Fachkräfte im Handwerk die Dichte, das Fallen und die Strukturen interpretieren. Wir möchten auch schnell sehen, wie der Überstand des Bettgestells aussehen wird. Der Übergang vom Digitalen in die reale Welt wird uns viel Freude machen, vor allem bei dem grossartigen handwerklichen Know-how. Mit dem Know-how von Elite und der Qualität der verwendeten Materialien wird das Ergebnis für Begeisterung sorgen. Inwiefern war die Teilnahme als Duo eine Stärke, und wie sehen Sie Ihre künftige Zusammenarbeit? Schon zu Beginn des Projekts war das Duo eine Stärke. Denn wir haben zwei Denkweisen, die man als gegensätzlich bezeichnen könnte. Emma neigt dazu, erst ein Kernelement zu schaffen, etwas, das den Raum definiert, und dann die Umgebung daran anzupassen, während Victoire zunächst den Raum beobachtet, um sich dann in ihn zu integrieren. Genau dieser Unterschied hat unsere Arbeit bereichert. Seither sind wir uns unserer jeweiligen Stärken bewusst. Emma lässt sich mehr vom Konzept und der Struktur leiten, während Victoire sich auf die Qualität der Materialien und auf technische Aspekte konzentriert. Diese Synergie bildet eine solide Grundlage, auf der wir noch wagemutigere Projekte angehen können. Für die Zukunft sehen wir unsere Zusammenarbeit als Duo aus dem Studium, das sich noch weiterentwickeln kann. Abgesehen von der Anerkennung, die dieser Preis mit sich bringt, wie sieht die nächste Etappe für jede von Ihnen aus? Emma: Durch diesen Preis erhoffe ich mir, die Jurymitglieder des Wettbewerbs zu treffen und von ihren Erfahrungen lernen zu können. Noch eine kleine Randbemerkung: Durch diesen Preis habe ich mehr Selbstvertrauen entwickelt und werde mich im nächsten Jahr für ein Architekturstudium einschreiben. Victoire: Ich möchte diese Aufmerksamkeit nutzen, um auf Verleger und Fachleute des Sektors zuzugehen. Dieser Preis verleiht uns die erforderliche Legitimation, um wagemutige Projekte vorzulegen. Wir wollen zeigen, dass die neue Generation von Pariser Designerinnen es versteht, Erfolg mit der Disziplin der Innenarchitektur zu verbinden.
Dieser Preis verleiht uns die erforderliche Legitimation, um wagemutige Projekte
vorzulegen. – Victoire Equine
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