Ein Herz für Tiere

Ratgeber Katze

Damit Ihre Katze gesund & fit bleibt

LEXIKON DER FACHBEGRIFFE

Glutenunverträglichkeit Für die meisten Menschen ist Gluten ein be- kömmliches und wertvolles Pflanzeneiweiß. Nur 0,5 bis 1 Prozent der Menschen weltweit leiden an einer Glutenunverträglichkeit, der sogenannten Zöliakie. Das Eiweiß verursacht bei diesen Men- schen Darmentzündungen mit Blähungen, Durch- fall und starken Bauchschmerzen. Festgestellt wird die Zöliakie mithilfe eines Bluttests. Wer da- runter leidet, sollte sein ganzes Leben glutenhal- tige Nahrung meiden. Bei Katzen wurde bislang noch kein einziger Fall von Zöliakie wissenschaft- lich nachgewiesen. Was Katzen hingegen zu schaf- fen machen kann, sind Futtermittelallergien: Hier kommen Allergien gegen Weizenproteine jedoch nicht häufiger vor als Allergien gegen tierische Proteine. Zu den häufigsten Symptomen einer Fut- termittelallergie zählen Juckreiz und Verdauungs- beschwerden wie Blähungen oder Durchfall.

Sind Katzen bipolar? Eine bipolare Störung führt beim Menschen zu heftigen Schwankungen zwischen manischen und depressiven Phasen, also Hochs und Tiefs, die den Alltag und das Sozialleben der Be- troffenen enorm erschweren. Katzen zeigen ähnliche Verhaltens- weisen, wenn sie scheinbar aus dem Nichts aggressiv reagieren oder abrupt zwischen Lethargie und Hyperaktivität hin und her wechseln. Diese Verhaltensänderungen sind jedoch meist in zu-

grunde liegenden medizinischen Pro- blemen wie Schmerzen, Infektionen oder Stress begründet, und nicht in einer psychischen Störung. Plötzliche Wesensveränderungen der Katze sind in der Regel immer auf körperliche Faktoren zurückzuführen, oder auf die Lebensumstände der Katze. Auffäl- liges Verhalten sollte immer tierärzt- lich abgeklärt werden.

Ernährung: Leber – das steckt drin Die meisten Katzen lieben den Geschmack von Leber. Das Organ ist nicht nur lecker,

ANATOMIE

Mit den Pfoten hören Tief in der Haut der Sohlenballen sitzen bei den Katzen zahlreiche empfindliche Mechano- rezeptoren, die Pacinischen Körperchen oder auch Vater-Pacini-Körperchen. Sie nehmen selbst feinste Vibrationen im Boden wahr, wie das Trippeln einer Maus oder die ersten Vor- boten eines Erdbebens. Das erklärt die Berichte von

hmack ker, Es

sondern auch eine Nährstoffbombe: Es weist hohe Mengen an Eisen, Vitamin E und D sowie B-Vitaminen auf. Absolute Spitze ist jedoch der Vitamin-A-Gehalt der Leber. Sie enthält im Durchschnitt 10.000 Mal mehr Vitamin A als Muskelfleisch. Vitamin A ist wichtig für die Sehkraft, die Immunabwehr und

n E ute lt .000 Mal amin A nabwehr und uf das Vitamin A aus tierischen

gesunde Schleimhäute. Katzen sind auf das Vitamin A aus tierischen Produkten angewiesen, weil sie anders als Menschen kein Vitamin A aus pflanzlichen Lebensmitteln gewinnen können. Ein Vitamin-A- Mangel führt zu Sehstörungen, Wachstumsstörungen, Entzündungen der Schleimhäute und einer Abwehrschwäche. Allerdings kann eine Überversorgung mit Vitamin A die Katze auch krank machen: es kommt dann zu schmerzhaften Knochenmissbildungen, Hautkrank- heiten, Leber- und Nierenschäden. Daher sollte man Leber nur spar- sam in der Katzennahrung einsetzen. Bei einer Maus macht der Anteil der Leber am gesamten Körpergewicht höchstens fünf Prozent aus. Ungefähr so hoch und keinesfalls höher sollte auch der Leber-Anteil in der Katzennahrung sein.

Katzen, die nahende Naturkatastrophen spüren. Benannt sind die Rezep- toren nach dem deutschen Ana- tomen Abraham Vater und dem ita- lienischen Anatomen Filippo Pacini.

42 Ein Herz für Tiere / September 2025

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