Ein Herz für Tiere

S childkröten-Fans fällt es schwer, zu erklären, warum sie so ver- narrt in diese Tiere sind. Weder sind sie zum Kuscheln geeignet, noch zum Plaudern. Auch können sie kei- ne Kunststücke oder sind besonders anmutig. Möglicherweise liegt es an ihrer gemütlichen Lebensweise, ihrem ulkigen Gang, der ruhigen Ausstrahlung oder unserer Ehrfurcht, dass sie schon über 200 Millionen Jahre auf dieser Welt leben. Tatsache ist, dass sich viele Menschen eine Schildkröte als Haustier gut vorstellen könnten. Doch dies ist kein Hobby für ein paar Jahre: Die be- liebtesten Landschildkörten werden im Schnitt 50 Jahre alt und können sogar 100 Jahre erreichen. Wasserschildkröten weisen „nur“ ein Durchschnittsalter von 20 bis 40 Jahren auf. Aber auch in diesem Fall sollte einem bewusst sein, wie lange der ge- meinsame Weg sein kann. An Land und im Wasser Schildkröten gehören zu den wech- selwarmen Tieren. Dies bedeutet, sie können ihre Körpertemperatur nicht auf einem bestimmten Level halten, wie es bei uns der Fall ist. Sie steigt und fällt mit der jeweiligen Umge- bungstemperatur. Diese hat großen Einfluss auf ihre Aktivität: In kühlen Nächten sind Landschildkröten bei- nahe steif gefroren und haben es am Morgen (so weit sie können) eilig, wärmende Sonnenstrahlen in einem Was fressen die Tiere? Landschildkröten sind reine Vege- tarier, die sich in einem Freigehege über Brennnessel, Gänseblümchen, Löwenzahn, Himbeersträucher, Malven, Schafgarbe und Spitzwegerich freuen. Zudem benötigen sie rohfaserreiches Kräuterheu.

Glücklich im Garten Draußen in einem Freigehege ist der beste Platz für Landschildkröten

Freigehege zu erreichen. Erst wenn sie auf Betriebstemperatur sind, kümmern sie sich ums Fressen und weitere An- gelegenheiten. Wasserschildkröten verbringen da- gegen den größten Teil ihres Lebens im Wasser und sind viel weniger von Temperaturunterschieden betroffen. Dennoch möchten sie auf gelegentliche Landgänge nicht verzichten. Es genügt daher nicht, für Wasserschildkröten lediglich ein Aquarium bereitzustellen.

Sie benötigen ein „Aqua-Terrarium“, das nur bis zu einer gewissen Höhe mit Wasser gefüllt ist und auch über einen Landteil verfügt. Ab ins Warme! Wenn Sie Interesse an Landschildkrö- ten haben, sollten Sie über einen Gar- ten verfügen. Denn in einem Freigehe- ge sind die Tiere am besten aufgeho- ben. Zu den beliebtesten Arten zählen die Griechische, Maurische, Steppen- und die Breitrandschildkröte. Sie er- reichen eine Panzerlänge von 20 bis 35 Zentimetern. Ein idealer Lebensraum für sie besteht aus einem abgegrenzten und sicher eingezäunten Abschnitt im Garten. Er sollte möglichst früh sonnenbeschienen sein, aber auch ge- nügend Schattenplätze bieten, damit die Tiere Schutz vor dem Überhitzen finden können. Auf normalen Rasen können Schildkröten weitestgehend verzichten. Sie lieben Steinbauten, warme Hügel und trockene Wege, aber auch Anpflanzungen von Wildkräuter- Mischungen. Damit Landschildkröten in kühlen Nächten und an regnerischen Tagen nicht auskühlen, benötigen sie in ih- rem Gehege ein Frühbeet oder kleines

Wasserschildkröten sind dagegen oft Allesfresser, also haben Interesse an tierischer sowie pflanzlicher Nahrung. Dazu können auf der einen Seite Insek- tenlarven, Würmer, Schnecken, Krebstierchen und Fische zählen, auf der anderen Seite Wasserpflanzen, Salat oder etwas Löwenzahn.

September 2025 / Ein Herz für Tiere 45

Made with FlippingBook flipbook maker