TITELTHEMA | AUSLANDSGESCHÄFT
W as verlässt eigentlich Deutschlands Werksto- re in Richtung Welt- markt? Im vergangenen Jahr waren es Güter im Wert von 241,4 Milliarden Euro – ein leichtes, aber entscheidendes Plus von 0,6 Prozent nach einer langen Durststrecke. Die Top-3-Gü- ter aus Baden-Württemberg waren Kraftwagen und Kraftwagenteile (50 Milliarden Euro), gefolgt von Maschinen (46 Milliarden Euro) und Pharmazeutischen Erzeugnis- sen (27 Milliarden Euro). Wichtigs- ter Abnehmer: die USA. Allerdings sinken die Ausfuhren über den Atlantik, und zwar zum dritten Mal in Folge. Dass unterm Strich noch ein Plus erwirtschaftet wurde, liegt am positiven Saldo bei Geschäften in anderen Regionen der Welt. „Viele Unternehmen haben ihr Europa-Ge- schäft erfolgreich intensiviert und gleichzeitig auf Wachstumsmärkte wie Indien gesetzt“, sagt Matthias Kruse, Geschäftsführer Interna- tional bei der IHK Rhein-Neckar. Ein Land, das besonders heraus- sticht, ist die Schweiz. „Das Plus im Schweiz-Geschäft konnte fast das Minus im US-Geschäft kom- pensieren“, erklärt Kruse. Auch die Exporte nach Polen seien kräftig auf fast zehn Milliarden Euro gestiegen (+7,3 Prozent), Deutschlands Nach-
bar zähle mittlerweile zu den zehn wichtigsten Zielmärkten hiesiger Unternehmen (siehe Seite 18). Allen globalen Verwerfungen zum Trotz bleibt also die deutsche Wirtschaft in einem hohen Maße exportorientiert. Das gilt gerade für Unternehmen aus der Region, die ihre Geschäfte im Ausland aus- oder aufbauen. So hat der Mann- heimer Hersteller von Industrie- chemikalien, TIB Chemicals, in Pittsburgh, Pennsylvania, gerade einen US-amerikanischen Konkur- renten übernommen. Und zwar, um Produkte nicht mehr über ein Handelsbüro vertreiben zu müssen, sondern direkt vor Ort herstellen zu können (siehe Seite 14). Auch das Start-up Replique, das industrielle Ersatzteile auf Abruf anbietet, hat sich nach einer erfolgreichen, von der IHK Rhein-Neckar organisierten Geschäftsanbahnungsreise für Mai- land als erste Auslandsniederlas- sung entschieden (siehe Seite 12). Die HDAO-Gruppe ist überall dort, wo ihre Kunden sind, um Industrie- anlagen zu bauen und zu automati- sieren – und das ist immer häufiger im Ausland. Um auch kulturell nah dran zu sein, verfügt der Mittel- ständler aus Osterburken überdies schon seit vielen Jahren über eine Repräsentanz im chinesischen Nanjing (siehe Seite 16). Texte im Titel: Ba
241 MILLIARDEN EURO Warenwert der exportierten Güter aus Baden-Württemberg
QUELLE: STAT. LANDESAMT
Schweiz legt als Handelspartner zu Export Baden-Württembergs 2025 nach den wichtigsten Bestimmungsländern (in Milliarden Euro, Veränderungen zu 2024 in Prozent)
Vereinigte Staaten Schweiz Frankreich Niederlande China Italien Österreich Vereinigtes Königreich Polen Spanien 0
30,4
-12,7
24,6
+22,2 +2,9 -1,7 -15,0
18,3
15,9
13,4
12,5
+2,9 +5,9 -0,1 +7,3 +9,1
11,9
11,2
9,9
8,2
5
10
15
20
25
30
35
40
45
QUELLE: STAT. LANDESAMT
11
IHK Magazin Rhein-Neckar 04 | 2026
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