TI nI ThEaLlTtH E M A | AUSLANDSGESCHÄFT
REPLIQUE Mit IHK-Unterstützung ins Ausland Replique fertigt maßgeschneiderte Ersatz- und Serienteile für die Industrie und hat für den italienischen Markt eine Niederlassung in Mailand eröffnet.
H enrike Wonneberger rückt den hellblauen Luftballon in Form einer Drei, der am Whiteboard in einem Konferenzraum im Mafinex lehnt, zurecht. „Wir haben gerade unser Dreijäh- riges gefeiert“, sagt sie und blickt in Richtung der großen Leinwand, auf der Max Siebert zu sehen ist. Der ist unterwegs und deshalb dem Gespräch virtuell zugeschaltet. Unter- wegs – das ist auch das Start-up der beiden Mannheimer, die Replique GmbH, und zwar nach Italien, wo gerade die erste Nie- derlassung eröffnet wurde. Aber zunächst ein kurzer Blick zurück zu den Anfängen des Unternehmens, das zwar offi- ziell vor drei Jahren gegründet wurde und seitdem in Mann- heims Start-up-Center auf dem Lindenhof seinen Sitz und seine Büros hat. Die eigent- lichen Wurzeln reichen aber weiter zurück: ins Jahr 2020, als die damals noch bei der BASF Beschäftigten ihre Idee einer Plattform für Ersatzteile im Chemovator erprobten. Der inzwischen nicht mehr exis- tente Business-Inkubator des Chemiekonzerns bot Mitarbei- tern die Möglichkeit, neue Geschäftsmodelle in einem geschützten und geförderten Rahmen zu entwickeln. Sollte nichts daraus werden, wuss- ten die Mitarbeiter, dass sie an ihren alten Arbeitsplatz zurückkehren können. Doch Wonneberger und Siebert wollten 2023 nicht mehr zurück, sondern ausgründen. „Das war ein großer Schritt,
Ersatz- und Serienteile herstel- len. Bei den Bauteilen handelt es sich um Maßanfertigungen, die Mindeststückzahl beträgt eins. „Das ist keine Schraube aus dem Katalog, sondern das sind alles Zeichnungsteile, die individuell nach den Wün- schen der Kunden gefertigt werden“, erklärt Wonneberger. Dass der Service funktioniert, zeigt die Liste an Industrie- unternehmen, großen wie klei- nen, die bei Replique ihre Er- satzteile und mittlerweile auch wiederkehrende Serienbedarfe ordern. „Anfangs wurde nur im 3D-Druck-Verfahren gefertigt. Weil uns aber immer mehr Kunden gefragt haben, ob wir auch andere Technologien anbieten wie Guss-, Schmie- de- und Kunststofftechniken, haben wir unser Portfolio er- weitert“, so Wonneberger. Erweitert hat sich auch der Horizont über die Grenzen Deutschlands hinaus, eben Richtung Italien. „Wir hatten von Anfang an Kunden in verschiedenen Ländern, und irgendwann stellt sich die Frage ,Bediene ich das weiter von hier aus oder gehe ich vor Ort?‘“, beschreibt Wonneberger den Prozess. Einer dieser Orte ist Mailand im Norden Italiens. Eine Region, die nach wie vor stark indus- triell geprägt ist; für Replique ein interessanter Markt. „Wir haben schnell gemerkt, die Region könnte etwas mehr und individuelle Aufmerksamkeit vertragen“, sagt Wonneberger. Auch aus kulturellen Gründen.
Die Replique-Geschäftsführer Henrike Wonneberger und Max Siebert
aber er war folgerichtig. Wir hatten das Geschäft aufgebaut, es lief, warum sollten wir nicht weitermachen?“, sagt Wonne- berger rückblickend. Ihr Start- up beliefert Industriekunden vor allem mit Ersatzteilen, da- her auch der Name: Replique, wiederholen. „Es ist verrückt, wie viele Maschinen still ste- hen oder Geräte weggeworfen werden, weil Ersatzteile fehlen oder gar nicht mehr vorhanden sind“, sagt Siebert. Dieses Vakuum füllt nun Replique. Genaugenommen handelt es sich um eine digitale Platt- form, hinter der ein Netzwerk von rund 400 Produktions- partnern steht, und die – ge- steuert von Wonneberger und Siebert – on-Demand und nach den Vorgaben der Kunden
Bevor ich aktiv mit Personal vor Ort in ein Land gehe, muss ich mir
den Markt genau an- schauen.
Max Siebert
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IHK Magazin Rhein-Neckar 04 | 2026
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