IHK-Magazin Ausgabe 4/2026

AUS DER IHK

zu kritisieren. Und wir haben auch die Belastung unserer Mitgliedsunternehmen im Blick: Wir konnten in zwei Bei- tragsreformen die IHK-Beitragssätze deutlich absenken und seitdem dauerhaft stabil halten. Als Hauptgeschäftsführer sind Sie Chef von 180 Mitarbei- tern. Auf was haben Sie dabei immer besonderen Wert gelegt? Nitschke: Ganz klar: in der Sache auf Kundenorientierung und Kompetenz, in der Führung auf den direkten und wertschätzenden Kontakt zu den Mitarbeitern! Team- fähigkeit ist aus meiner Sicht zentral, umso mehr, da wir mittlerweile stark geschäftsbereichsübergreifend arbeiten. Wichtig war für mich immer, Freiräume und Unterstützung für neue Ideen zu geben, beispielsweise entwickelte unser Kommunikationsbereich ein Corporate Design, das inzwi- schen bundesweit viele IHKs übernommen haben. Welche Rolle spielte Personalentwicklung? Nitschke: Ich sehe es so, dass wir heute nahbarer und we- niger formal rüberkommen. Diesen Wandel hat auch unser Personalchef und mein Stellvertreter Mathias Grimm maß- geblich mitbestimmt, der mir als Hauptgeschäftsführer folgt. Aus meiner Sicht eine sehr gute Wahl der IHK-Voll- versammlung. Abschließend zurückblickend: Was ist die größte Veränderung zu vor 15 Jahren? Nitschke: Wir sind als IHK offener, experimentierfreudi- ger, viel digitaler und damit auch viel schneller. Und schauen wir nach vorn: Was haben Sie im Ruhestand vor? Nitschke: Soziale Netzwerke pflegen, aber eher außerhalb des virtuellen Raumes! MaS

Auszubildenden und jungen Fachkräften in die Schulen und berichten über Berufe und Arbeitsalltag. Allein im vergangenen Jahr erreichten wir so 3.400 Schüler. Die Qualität des Wirtschaftsstandorts hat in den ver- gangenen Jahren massiv gelitten. Sind die IHKs bei der Interessenvertretung zu leise? Nitschke: Diese Entwicklung hat wenig mit laut oder leise zu tun. Wir haben wirtschaftlich sehr starke Jahre hinter uns. Und genau da werden Fehler gemacht, weil Politik denkt, man kann den Unternehmen unendlich Lasten draufsatteln. In der Politik, in der Öffentlichkeit und bei den Unternehmen kommt unser wirtschaftspolitisches Engagement, gerade in der derzeitigen Präsidentschaft von Manfred Schnabel, schon an: Nur stellen Unternehmer eben nicht die größte Wählergruppe. Aber unterschätzen Sie nicht die Relevanz unserer Formate IHK-Wahlpodien, IHK-Hafenforum, IHK-Fernbus-Kongress, IHK-Diskus- sionsveranstaltungen mit Bundeswirtschaftsminister oder Bundesbankpräsidenten: Nur wenn die Unternehmen gegenüber den politischen Entscheidungsträgern so sicht- bar auftreten, haben Sie eine Chance gehört zu werden. Wie hat sich das Image der IHK in den vergangenen 15 Jahren entwickelt? Nitschke: Das hat sich in den vergangenen Jahrzehnten grundlegend gewandelt. Schon mein Vorgänger hatte die IHK neu ausgerichtet unter dem Leitmotiv „Wir sind Dienstleister“. Diesen Weg haben wir weiter beschritten; gemeinsam mit dem Ehrenamt, mit allen drei Präsidenten meiner Amtszeit: Dr. Gerhard Vogel, Irmgard Abt und Man- fred Schnabel. Wir müssen werben und erklären, gerade bei schwierigen Entscheidungen, die hoheitliche Auf- gaben betreffen. Und in der Interessenvertretung geht es darum, auch eine konstruktive Rolle zu spielen; nicht nur

INFO

Zur Person

Dr. Axel Nitschke ist seit 2011 Hauptgeschäftsfüh - rer der IHK Rhein-Neckar. Vorher war der promo - vierte Volkswirt unter anderem stellvertretender Hauptgeschäftsführer, Außenwirtschaftschef und Chef-Volkswirt des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) in Berlin. Seine berufliche Laufbahn in der IHK-Organisation be - gann der gebürtige Darmstädter als Trainee, unter anderem im Delegiertenbüro der Deutschen Wirtschaft in Washington D.C. Der 66-Jährige ist verheiratet und hat einen Sohn.

Gefragter Inter- viewpartner: Nitschke stellt sich den Medien.

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IHK Magazin Rhein-Neckar 04 | 2026

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