IHK-Magazin Ausgabe 4/2026

AUS DER IHK

IHK-POTENZIALSTUDIE Containerverkehr und Wasserstoff bieten große Chancen Die Häfen Mannheim und Ludwigshafen sind nicht nur Logistikdrehkreuze, sondern auch Industriestandorte. Umso wichtiger sind gute Rahmenbedingungen.

Dabei entwickelt die IHK-Stu- die drei Szenarien. Ausgehend von den Zahlen der Verkehrs- prognose 2040 des Bundes- ministeriums für Verkehr wird für Ludwigshafen bis zum Jahr 2040 ein Wachstum der Güter- verkehre von 21 Prozent gegen- über 2019 prognostiziert. In Mannheim liegt die Steigerung bei 16 Prozent. „Diese Zahlen lassen allerdings die derzeitige wirtschaftliche Entwicklung in der chemischen Industrie außen vor“, ordnete Jürgen Vogel, Hauptgeschäftsführer der IHK Pfalz, die Werte ein. „Die politischen Versäumnisse der vergangenen Jahre haben uns eingeholt. Die Entwick- lung der Energiepreise und der Lohnkosten machen der Branche ebenso zu schaffen wie überbordende Bürokratie und Regulatorik“, so Vogel. In einem Konstanz-Szenario korrigiert die Studie daher die Aussichten zu einem leichten Rückgang des wasserseitigen Umschla- ges, sollten sich die Rahmen- bedingungen bis 2040 nicht verbessern. „Wir haben es in der Hand, dieses Szenario abzuwen- den. Wir müssen durch struk- turelle Reformen die Wirtschaft in Schwung bringen und die Wettbewerbsfähigkeit steigern. Gelingt uns das, werden wir ab 2030 wieder auf Wachstums- kurs sein“. Diese Entwicklung wird in einem dritten Szenario dargestellt. „Aus heutiger Sicht scheint diese Prognose am wahrscheinlichsten“, bewertete

Luftaufnahme des Containerter- minals in Mann- heim. 11,3 Millionen Tonnen beträgt der jährliche wasser - seitige Container - umschlag an den Häfen Mannheim und Ludwigshafen.

C ontainerverkehr, der Trans- port alternativer Energie- träger wie Wasserstoff, der Kreislaufwirtschaft sowie Groß- und Schwertransporte: Diese Wachstumsfelder für die Binnenschifffahrt sind die Basis dafür, dass die Häfen Mann- heim und Ludwigshafen weiter- hin gute Zukunftsperspektiven haben – auch nach einem deutlichen Rückgang beim Um- schlag fossiler Energieträger. Zu diesem Ergebnis kommt die ge- meinsame Studie von IHK Pfalz und IHK Rhein-Neckar, die Planco Consulting aus Essen im Auftrag der beiden Industrie- und Handelskammern erstellt hat und die beim IHK-Hafen- forum im Mannheimer Rosen- garten vorgestellt wurde. „Die Binnenhäfen sind ein zentraler Baustein der klima-

neutralen Transformation der Industrie und des Güter- verkehrs. Ohne sie wird die Transformation kaum gelin- gen“, sagte Planco-Berater Dr. Till Kösters mit Blick auf die Wachstumspotenziale. Die- se positive Entwicklung ist für die Häfen indes kein Selbst- läufer, mahnten die Studien- autoren Kösters und Gunnar Platz. „Die Rahmenbedingun- gen müssen besser werden. Das gilt vor allem für die ver- kehrliche Anbindung“, sagte Platz und nannte als zentrale Engpässe die unzureichende Fahrrinnentiefen am Mittel- rhein, überlastete Straßen und Brücken sowie Engpässe im Schienennetz. Denn die Stärke der beiden Häfen liege in ihrer Trimodalität, also der Kom- bination von Wasser, Schiene und Straße.

Für die Transforma- tion in Rich- tung Klima- neutralität brauchen wir die Häfen. IHK-Haupt- geschäftsführer Dr. Axel Nitschke

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IHK Magazin Rhein-Neckar 04 | 2026

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