IHK-Magazin Ausgabe 4/2026

AUS DER IHK

Gunnar Platz die Aussichten. Das setze aber die genannten leistungsfähigen Rahmenbedingungen voraus. Auch Nutzungskonflikte um innenstadtnahe Hafenflächen alarmieren die Experten. „Die Sicherung hafenaffiner Flächen und die Stärkung der trimodalen Anbindung sind keine optionalen Maßnahmen, sondern absolute Grundvo- raussetzungen für die Wettbewerbsfähigkeit der Standort“, betonte Kösters. Flankierend gelte es, die gesellschaftliche Akzeptanz der Häfen als unverzichtbare Wirtschafts- und Versorgungsinfrastruktur zu stärken. Dr. Axel Nitschke, Hauptgeschäftsführer der IHK Rhein- Neckar, unterstrich ausdrücklich diesen Aspekt: „Die immer wieder diskutierte Umwidmung von Hafenflächen würde die wirtschaftliche Kernfunktion der Häfen un- wiederbringlich schwächen.“ Hinzu kommt: Auch für ihre zentrale Rolle als Umschlagpunkt für alternative Energie- träger würden Hafenflächen zwingend weiterhin benötigt und dürfen deswegen nicht umgewidmet werden. „Für die Transformation in Richtung Klimaneutralität brauchen wir die Häfen. Aus Sicht des Klimaschutzes sind Häfen ganz wichtige Eckpfeiler“, sagte Nitschke. Der Hauptgeschäftsführer griff auch das in der Studie beschriebene Wachstumspotenzial beim Containerum-

schlag auf. „Die zusätzlich transportierte Wertschöpfung im Zusammenhang mit dem Containertransport dürfte deutlich höher sein als der Rückgang durch den geringe- ren Transport fossiler Energieträger wie Steinkohle.“ Ob diese Rechnung aufgehe, sei allerdings stark abhängig von der wirtschaftlichen Entwicklung, vor allem in der Industrie. Aus Sicht der regionalen Wirtschaft würde ein größerer Anteil der Containertransporte die Bedeutung der beiden Binnenhäfen fundamental verändern: Bislang erreichen vor allem Rohstoffe und Vorprodukte über die Häfen die Industriebetriebe. „Zukünftig werden überwiegend fertige Produkte und weiterverarbeitete Vorprodukte nach Europa und in die ganze Welt gehen, aber auch in umgekehrter Richtung unsere Region aus der ganzen Welt erreichen“, so Nitschke. „Die regionale Wirtschaft wird dadurch in ganz anderer Weise als bislang in die internationale Arbeitstei- lung eingebunden.“ „Alle diese Güter, die auf dem Wasserweg transportiert werden, entlasten die überlasteten Verkehrsträger Schie- ne und Straße“, sagte der Hauptgeschäftsführer mit Blick auf den Befund, dass in der Region der Anteil des Lkw- Verkehrs im Vergleich zu anderen Regionen unterdurch- schnittlich ausfällt.

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