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BROM EPITHETIK Wenn Handarbeit zur Herzenssache wird Der Heidelberger Jörn Brom und sein Team helfen jährlich rund 200 Patienten zu mehr Normalität im Alltag.
Finale Feinarbeiten bei einem neuen Auge
H inter der Altbau-Fassa- de von Brom Epithetik in Heidelberg verber- gen sich Lebensgeschichten, Kunstfertigkeit und ein Stück Hightech. Hier empfängt Inhaber Jörn Brom seine Pa- tienten. Sie kommen fast alle mit einem schweren Schicksal ins Labor: Ein Tumor, Unfall oder eine Fehlbildung hat ihnen ein Stück Gesicht ge- nommen – ein Auge, ein Ohr, die Nase. Was hier entsteht, ist weit mehr als eine „Prothese“, also der funktionelle Ersatz eines Körperteils. Epithesen hingegen dienen der äuße- ren Wiederherstellung. „Sie geben Menschen ihre Identität zurück“, sagt Jörn Brom und ergänzt: „Es geht um Ästhetik, Individualität und Teilhabe am Alltag.“ Seit fast 20 Jahren fertigt der 50-jährige zertifizierte Epithe- tiker mit seinem achtköpfigen Team individuell angepasste Gesichts- oder Augenepi- thesen und bringt so jährlich rund 200 Menschen ein Stück Lebensqualität zurück. „Wir betreuen unsere Patienten von der Planung bis zur fertigen Epithese und darüber hinaus“, erklärt Brom. Das Fachgebiet der Epithetik sei in Deutsch- land sehr klein: Es gebe rund 40 bis 50 spezialisierte Labore. „Aber wir sind sicher eines der größten und erfahrensten“, so Brom weiter.
Vorbei sind die Zeiten, in denen ausschließlich mit Gips und Wachs modelliert wurde. Heute unterstützt digitale Technik den gesamten Prozess: „Wir nutzen verschiedene Ma- gnetsysteme, 3D-Technologien und digitale Farbanalyse“, sagt Brom. „Die eigentliche künst- lerische Arbeit bleibt aber Handarbeit: Die feine Detail- arbeit, das genaue Anpassen der Schichten der Hautfarbe oder das Einsetzen von Här- chen oder Wimpern bei einer Augenepithese: Das macht den Unterschied.“ Der Weg zur fertigen Epithese ist entsprechend aufwendig: „Wir sehen die Patienten
mindestens vier bis fünf Mal. Davon mindestens einmal in der Klinik, die restlichen Male bei uns im Labor. Von der Ab- formung bis zur Wachs-Anpro- be, von der Fotodokumenta- tion bis zur finalen Anpassung steckt in jeder Epithese viel Handarbeit und Herzenssa- che“, sagt Brom. Im Regelfall vergehen vom ersten Termin bis zur Übergabe drei bis vier Wochen. Die Kosten (zwischen 5.000 und 7.000 Euro) für Epithesen werden laut Brom in der Regel von den Krankenkassen über- nommen. Und für Härtefälle? „Wir haben ein gutes Herz“, sagt er. Hin und wieder ferti-
Epithesen werden meist über Magnetfixierungen, via im Knochen ver - ankerter Implantate, befestigt. QUELLE: UNI TÜBINGEN
Für Epithesen wird individuell medi - zinisches Silokon verwendet.
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IHK Magazin Rhein-Neckar 04 | 2026
ihk.de/rhein-neckar
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