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BONAFEDE KAFFEERÖSTEREI Eine Frage der Bohne Rosario Bonafede, Sohn sizilianischer Einwanderer, erzielte 2025 mit Rösterei und Café 1,4 Millionen Euro Umsatz. Ein Gespräch über Geschmack und Geheimnisse
Hinsicht in meiner Familie ein Außenseiter, keiner hatte mit Gastronomie zu tun. Der Geschmack hat mich zunächst von meinem Geburtsort Lud- wigshafen nach Frankenthal geführt, wo ich mit 23 eine Eisdiele eröffnet habe. Dann ging es mit der Belieferung von Eisdielen mit Rohstoffen weiter, darunter auch Kaffee. Und Sie wurden Unternehmer, weil …? Bonafede: Irgendwann fand ich den reinen Vertrieb langweilig. Ich wollte gestalten, unter- nehmerisch tätig sein, Neues erleben, Verantwortung spüren. Von Sizilien habe ich zunächst Espresso importiert. Dann habe ich begonnen, selbst zu rösten. Zuerst noch in kleinen Gara- gen, später mit professionellem Equipment. Seitdem ist viel in der Branche passiert: Heute unterscheidet man Specialty Coffee je nach Grad der Bohnen. Siebträgermaschinen boomen auch im Privaten. Kaffee wurde in der sogenannten Third Wave wieder zum Genussmittel. Trotz aller Veränderungen: Meine Lie- be zum Kaffee ist ungebrochen. Was umfasst Ihr Geschäft mittlerweile alles? Bonafede: Wir sind in Ketsch gestartet, nun sind wir in Ho- ckenheim. Wir haben ein Café, geben auch Baris- ta- und
ihren eigenen Bereich. Sie ist weg von der Theke in eine größere Halle umgezogen. Hier rösten wir heute auf 200 Quadratmetern und ver- senden deutschlandweit. Was macht für Sie guten Kaffee aus? Bonafede: Unsere Kaffeeboh- nen stammen aus der ganzen Welt. Brasilien, Indien, Äthio- pien sind die Schwerpunkte, doch auch Exoten tauchen mal auf, je nach Saison und Angebot. Die Bohnenqualität ist entscheidend, die Röstung das zweite große Geheimnis. Bei uns kommt der Trommel- röster zum Einsatz: 200 Grad, 15 bis 17 Minuten – langsam, schonend, aromatisch. Wir fokussieren uns auf klassi- sche italienische Röstungen: Firenze, Napoli oder Palermo; oft mit einem Hauch Robus- ta. Also einem mittleren bis dunklem Röstgrad, wie es in Süditalien Tradition ist. Bonafede: Das Kaffeerösterei- Geschäft läuft gut. Zahlreiche Einzelhändler wie Rewe, Edeka und Globus setzen auf unseren Kaffee. Auch in anderen Cafés oder Büros in der Region sind wir vertreten. Hieran wollen wir nichts ändern. Wir würden jedoch gerne eine gute Lage in Mannheim oder Heidelberg finden und ein zweites Café eröffnen, nach dem gleichen Konzept. JR Haben Sie Pläne für die Zukunft?
Rosario Bonafede legt bei der Mitarbeiterauswahl zu - nächst Wert auf Sympathie, denn alles „andere kann man lernen“.
Herr Bonafede, haben Sie von Kaffee nicht schon genug? Und falls nicht: Was ist Ihr Lieblingskaffee? Rosario Bonafede: Natürlich trinke ich Kaffee. Welchen kommt auf die Uhrzeit an. Mor- gens weckt mich ein doppelter Extra Strong. Er hat doppeltes Koffein, weil es ein 100 Prozent Robusta ist. Für den Cappucci- no am Nachmittag entscheidet die Stimmung: Mal landet ein fruchtiger aus Äthiopien in der Mühle, mal unser Sicilia. Sie waren Handelsvertreter für Eisdielen. Wie kam es dazu, dass Sie Inhaber einer Kaffee - rösterei wurden? Bonafede: Essen, Trinken, Eis, Kaffee: All diese Dinge, die in Richtung Genuss gehen, waren schon immer meine Leidenschaft. Ich war in dieser
ZAHLEN UND FAKTEN
2005 gegründet 20 Mitarbeiter
Latte-Art- Kurse. Die
Produk- tion hat längst
kaffeeroesterei-bonafede.de
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IHK Magazin Rhein-Neckar 04 | 2026
ihk.de/rhein-neckar
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