Inhalt TIPPS
IT-SICHERHEIT Mit der IHK auf Gefahrensuche Unternehmen können sich gegen Angriffe aus dem Netz wappnen. Wie das geht, zeigt TLV Euro Engineering in Waibstadt.
INNOVA TION
B ei Maria Winnertz stand das IT-Administratorin von TLV Euro Engineering über einen sprunghaften Anstieg nahezu perfekt formulierter Phishing-E-Mails. Doch die Beleg- schaft war gut geschult und für solche Bedrohungslagen sensibilisiert. Keine Mail wurde unbedacht geöffnet. Die Arbeit der vergangenen Jahre hatte sich ausgezahlt. „IT-Sicherheit ist kein Zustand, sondern ein Prozess, der mit den technischen Entwicklungen immer wieder nachjustiert werden muss“, sagt Maria Winnertz. Telefon nicht mehr still. Immer mehr Kollegen informierten die Das hat das TLV-Team bereits seit 2023 verinnerlicht. Damals wagten die Waibstädter den Sprung in die Cloud; die klassische IT-Sicherheits- architektur stand vor ganz neuen
Herausforderungen. Die Mitarbei- ter nutzten verstärkt Smartphones und Notebooks, um auf E-Mails und Cloud-Plattformen zuzugreifen. Mit der Zahl der Accounts stieg die Be- lastung der IT-Abteilung. Winnertz und das IT-Team reagierten: „In einem ersten Schritt führten wir eine hardwaregestützte Multi-Faktor-Au- thentifizierung ein, um die Accounts aller Mitarbeiter Phishing-resistent abzusichern.“ Im Hinterkopf blieb jedoch, dass das Unternehmen das Thema Cyber- Resilienz neu aufsetzen musste. Es war allerdings nicht einfach, eine IT-Sicherheitslösung für ein mittleres Unternehmen wie die TLV Euro Engineering GmbH zu finden. Die TLV-Gruppe mit japanischen Stammhaus ist ein international
Arbeiten im Homeoffice: IT‑Sicherheit im Blick?
tätiger Spezialist für energiesparende Dampf- und Kondensatlösungen, die Industriearmaturen, Regelkomponen- ten und Systemlösungen umfassen. In Waibstadt arbeiten 55 der weltweit etwa 860 Mitarbeiter. Erste Internetrecherchen führten Winnertz auf die Seiten der IHK Rhein-Neckar, der Allianz für Cybersi- cherheit und des Bundesamtes für Si- cherheit in der Informationstechnik. Ihr Urteil: „Diese Webseiten struktu- rieren ihre Best-Practice-Empfehlun- gen für kleine und mittlere Unterneh- men sehr gut.“ Winnertz informierte sich anschließend gezielter bei der IHK, nahm am „Tag der IT-Sicherheit“ teil und ließ sich dort beraten.
Cybersicherheit: Das müssen Unternehmen wissen
Wie sieht die Bedrohungslage aus? Cybervorfälle und insbesondere Ransomware-Angriffe gehören zu den größten Geschäftsrisiken. Nach Angaben der Munich Re ist die Zahl der weltweit beobachteten Ransomware-Angriffe im Jahr 2025 um fast 50 Prozent gestiegen. Laut einer Statista-Studie stieg die Schadenssumme durch Cyberangriffe für die deutsche Wirtschaft 2025 auf einen Rekordwert von über 289 Milliarden Euro. Wo liegen aktuell die größten Cyberrisiken? Der Einsatz von künstlicher Intelligenz stellt die IT-Sicher - heit vor neue Herausforderungen. Denn KI sucht für Hacker nach Schwachstellen in Unter - nehmensnetzwerken. Außerdem trägt KI dazu bei, hochwertige Schadsoftware und Phishing-Angriffe zu erstellen. So können mehr An - griffe schneller und präziser durchgeführt werden.
Das Gefährliche: Dies gelingt auch weniger technisch versierten Angreifern. Mit einer intensiven Mitarbeiter - schulung und einer automatisierten Überwachung von Schwachstellen hat die im Haupttext vorgestellte TLV sehr vorausschauend gehandelt. Wo erhalten Unternehmen Hilfe? Grundlegende Informationen stellt das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik auf seiner Webseite bereit. Die IHK bietet mit der Sprechstunde „IT-Sicherheit“ Unternehmen kostenfreie Orientierungsgespräche. Hier kommt der „CyberSicherheitsCheck für KMU“ zum Einsatz, bei dem schnell der Status quo der IT-Sicherheit geprüft wird. Alternativ können Unternehmen auch online den kosten - freien „CYBERsicher Check“ nutzen. Und sich zusätzlich zum diesjährigen „Tag der IT-Sicher - heit“ am 16. Juni anmelden. ihk.de/rhein-neckar/itsicherheit
46
IHK Magazin Rhein-Neckar 04 | 2026
ihk.de/rhein-neckar
Made with FlippingBook Learn more on our blog