Der Themenschwerpunkt der Veranstaltung – „IT- Management-Systeme“ – kam für TLV zur rechten Zeit: „Wir hatten über den CYBERsicher Check der IHK festgestellt, dass wir bei der IT-Infrastruktur sehr gut aufgestellt waren, im Bereich IT-Manage- ment und -Dokumentation gab es jedoch noch Ver- besserungspotenzial.“ TLV ging das IT-Management systematisch an. Maria Winnertz schulte sich zur Informationssicher- heitsbeauftragten weiter. Im Januar 2025 legte das Unternehmen eine IT Richtlinie fest. Diese fand auch Eingang in das Mitarbeiterhandbuch und wurde über das interne Informationsnetzwerk kommuniziert. „Unsere Mitarbeiter sollten selbstständig einschätzen können, welche technischen Geräte sie wie ver- wenden können“, sagt Winnertz. Zudem erfolgten regelmäßige Schulungen der Belegschaft, die der Betrieb in Kooperation mit einem externen Dienst- leister durchführte. Diese Trainings umfassten auch Test-Phishing-Kampagnen. Und schließlich setzte TLV die Notfallkommunikation mit einheitlichen IT-Hotlines auf: „Im Fall der Fälle muss jeder wissen, was zu tun ist, damit wir schnell reagieren können. Das ist ein zentraler Baustein der Cyber-Resilienz“, erklärt Winnertz. Beim IHK-„Tag der IT-Sicherheit“ im vergangenen Jahr lernte TLV schließlich die Defenderbox der SMB Cybersecurity GmbH kennen. Für das KMU perfekt, um ein Schwachstellenmanagement in das bisherige IT-Konzept zu integrieren. Das kleine Gerät wird an das Strom- und das Netzwerk angeschlossen, erfasst automatisch die gesamte IT-Infrastruktur, scannt kontinuierlich nach potenziellen Sicherheitslücken und sendet regelmäßig Sicherheitsberichte. „Diese zweite Informationsquelle ist für uns sehr wichtig“, erklärt Winnertz: „Wir entscheiden aufgrund der Reportings in einem Meeting, wo Schwachstellen drohen und planen die entsprechenden Maßnahmen mit unserem langjährigen IT-Partner.“ Das neue System unterstützt TLV darüber hinaus bei der Doku- mentation des IT-Sicherheitsstatus und beim Check nach der Integration neuer Komponenten, wie etwa netzwerkfähigen Multifunktionsdruckern. Dass sich die IT-Sicherheit bei TLV erfolgreich grund- legend ändern konnte, führt Maria Winnertz vor allem auf zwei Faktoren zurück: Zum einen werde die IT-Sicherheit bei ihrem Arbeitgeber als essenziel- le Aufgabe der Geschäftsführung angesehen. Zum anderen versuche TLV, Sicherheitskonzepte in ganz- heitliche Lösungen zu überführen, die für den einzel- nen Mitarbeiter auch im Privaten umsetzbar sind. „Empowerment muss bei den Mitarbeitern ansetzen. IT-Sicherheit ist heute kein Spezialistenthema mehr, sondern betrifft infolge der digitalen Transformation die Arbeits- und Lebensrealität aller Mitarbeiter“, be- tont Winnertz. Bu
INFO
So schützen sich Unternehmen
1. Schließen Sie Sicherheitslücken und sichern Sie Benutzerzugänge und Netzübergänge ab: a. Aktualisieren Sie verwendete Software. b. Trennen Sie die Konten von Administratoren und Nutzern, sorgen Sie für Passwortsicherheit, führen Sie eine Zwei- Faktor-Authentifizierung ein. c. Nutzen Sie Firewalls, verwirklichen Sie eine Netzwerk- segmentierung, lassen Sie externe Netzwerkzugriffe nur über ein VPN zu.
Führen Sie Datensicherungen durch:
2.
a. Erstellen Sie regelmäßige Back-ups. b. Bewahren Sie mindestens ein Back-up von Ihrer Arbeits - umgebung getrennt an einem sicheren Ort auf. c. Testen Sie regelmäßig die Wiederherstellung der Daten. Schaffen Sie Gefahrenbewusstsein: a. Informieren Sie sich regelmäßig aus vertrauenswürdigen Quellen und durch Newsletter über neue Sicherheits- lücken. b. Legen Sie fest, wer diese Erkenntnisse wie an die Mitarbei - ter kommuniziert. c. Schulen Sie alle Mitarbeiter regelmäßig, realitätsnah und auf ihre Position abgestimmt. 3.
Wehren Sie Schadprogramme ab:
4.
a. Deaktivieren Sie Makros. b. Verwenden Sie einen Virenschutz und eine Software zur Echtzeiterkennung von Schadprogrammen. c. Nutzen Sie Filter gegen Spam-Mails und Phishing-Mails, konfigurieren Sie E-Mail-Anwendungen richtig. d. Sichern Sie auch Videochats ab. Erstellen Sie einen Notfallplan: a. Definieren Sie Abläufe, interne Rollen und Verantwortlich - keiten sowie die Zuständigkeiten externer Dienstleister. b. Sie eine Liste mit Kontaktdaten dieser Personen an (in - klusive Kommunikationswege, die auch bei einem Ausfall der Telefonanlage und des E-Mail-Systems funktionieren). c. Drucken Sie diese Unterlagen aus und halten Sie diese griffbereit. d. Üben Sie den Notfallplan regelmäßig. 5. 6. Inventarisieren und dokumentieren Sie Ihre IT-Landschaft: a. Inventarisieren Sie alle eingesetzten IT-Systeme (Hardware, Software). b. Sie den Speicherort aller wichtigen Daten.
c. Dokumentieren Sie alle Zugriffsrechte. d. Aktualisieren Sie diese Pläne regelmäßig
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IHK Magazin Rhein-Neckar 04 | 2026
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