beyond 01 | 2026

IM FOKUS – Jugendinformation international

Jugendinformation in Österreich

Alena Brunner und Aleksandar Prvulovic

Jugendinformation in Österreich ist stark durch die föde- rale Struktur des Landes geprägt. In allen neun Bundes- ländern bestehen Jugendinformationsangebote, die his- torisch gewachsen und unterschiedlich organisiert sind. Dadurch unterscheiden sich Strukturen, Ressourcen und Arbeitsschwerpunkte teilweise deutlich zwischen den Regionen. Das Bundesnetzwerk Österreichische Jugendinfos (BÖJI) fungiert als bundesweite Koordinationsstelle und ver- netzt die regionalen Jugendinfo-Anbieter. Es ermöglicht fachlichen Austausch, entwickelt gemeinsame Qualitäts- standards und koordiniert nationale Projekte und Kam- pagnen sowie Fortbildungsangebote für Jugend(info)- arbeiter*innen. Insgesamt gibt es in Österreich aktuell 26 regionale Jugendinformationsstellen. Diese reichen von klassi- schen Anlaufstellen mit persönlicher Beratung bis hin zu stärker digital ausgerichteten Angeboten. Jugend- information in Österreich versteht sich dabei als nie- derschwelliger „One-Stop-Shop“: Junge Menschen können sich mit allen Fragen an eine Stelle wenden und erhalten entweder direkt Antworten oder werden an die passenden Fachstellen weitervermittelt. Neben jungen Menschen zählen auch Erziehungsberechtigte, Familienangehörige, Lehrende, Jugendarbeiter*innen und andere Multiplikator*innen sowie politische Entscheidungsträger*innen zu den Zielgruppen. Jugendinformation ist ein integraler Bestandteil der österreichischen Jugendpolitik. In der Österreichischen Jugendstrategie ist sie insbesondere im Handlungsfeld „Medien und Information“ verankert. Die Wirkung zeigt sich sowohl quantitativ als auch quali- tativ: Allein im Jahr 2025 wurden über 151.000 Anfragen beantwortet, rund 1.900 Veranstaltungen durchgeführt und über 4,3 Millionen Website-Zugriffe verzeichnet.

Die Finanzierung der Jugendinformation in Österreich erfolgt überwiegend durch die Bundesländer, insbeson- dere für die regionalen Angebote und Dienstleistungen. Das Bundesnetzwerk Österreichische Jugendinfos setzt darüber hinaus internationale Projekte wie Eurodesk und YouthWiki um, die aus europäischen und nationa- len Mitteln finanziert werden. Zudem betreibt es die Website jugendportal.at im Auftrag des Bundeskanzler- amts, Sektion Familie und Jugend. Was junge Menschen wissen wollen Allgemeine Jugendinformation beschränkt sich nicht auf spezielle Themen, sondern bietet jungen Menschen einen ersten Anknüpfungspunkt bei allen Fragen. Am häufigsten gefragt sind Inhalte rund um Ausbildung und Beruf, insbesondere Angebote zur Bildungs- und Berufsorientierung sowie Informationen zur Lehre. Ent- scheidend hierfür sind lokale und regionale Angebote wie Lebenslauf-Checks, Bewerbungsfoto-Aktionen und Informationsstände auf Berufsmessen. Einen weiteren zentralen Bereich stellt das Thema Gesundheit dar. Insbesondere bei den Themen menta- le Gesundheit und zwischenmenschliche Beziehungen ist seit der Corona-Pandemie ein deutlicher Anstieg der Anfragen zu verzeichnen. Dies spiegelt sich auch in der großen Nachfrage nach der Publikation „Wie geht es dir?“ wider, die häufig im schulischen Kontext, inklusi - ve begleitender Materialien für Lehrpersonen, einge- setzt wird. Die von Eurodesk Österreich herausgege- bene Publikation sensibilisiert Jugendliche für mentale Gesundheit, vermittelt konkrete Strategien im Umgang mit belastenden Gedanken und Gefühlen, unterstützt sie in ihrer Persönlichkeitsentwicklung und informiert über passende Anlaufstellen.

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