Seit 30 Jahren informiert und begleitet Eurodesk unter dem Dach von IJAB junge Menschen und Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe auf ihrem Weg ins Ausland. Gleichzeitig feiert ERYICA, das europäische Netzwerk der Jugendinformation, sein 40-jähriges Bestehen. Für uns ist das ein schöner Anlass, ein in Deutschland oft unterschätztes Arbeitsfeld stärker in den Blick zu rücken: die Jugendinformation.
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INTERNATIONALE IMPULSE FÜR DIE JUGENDARBEIT
IM FOKUS Jugendinformation international
UK UK-GERMANY YOUTH SUMMIT
FORSCHUNG MOBILITY-MINDSET
EDITORIAL
Liebe Leser*innen, seit 30 Jahren informiert und begleitet Eurodesk unter dem Dach von IJAB junge Menschen und Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe auf ih- rem Weg ins Ausland. Gleichzeitig feiert ERYICA, das europäische Netzwerk der Jugendinforma- tion, sein 40-jähriges Bestehen. Für uns ist das ein schöner Anlass, ein in Deutschland oft unter- schätztes Arbeitsfeld stärker in den Blick zu rü- cken: die Jugendinformation. Jugendinformation bietet jungen Menschen kostenfrei, niedrigschwellig und verlässlich Ori- entierung. Sie schafft Zugang zu unabhängigen Informationen, etwa zu Berufswahl, Auslandsauf- enthalten, Gesundheit, Finanzen oder Rechten. Ob Jugendinformationszentrum, Online-Portal oder spezialisierte Beratungsstelle: Jugendinfor- mation hilft dabei, den eigenen Weg zu finden und selbstbestimmte Entscheidungen zu treffen. Dabei geht es um weit mehr als Service oder Be- ratung: Es geht um das Recht junger Menschen auf Information. Der Europarat und die Euro- päische Charta der Jugendinformation betonen ausdrücklich, dass alle jungen Menschen Zugang zu verständlicher, objektiver und verlässlicher In- formation haben sollen, als Voraussetzung für ge- sellschaftliche Teilhabe, Selbstbestimmung und demokratische Beteiligung. In Europa sind die Strukturen der Jugendinfor- mation sehr unterschiedlich ausgeprägt. Wäh- rend Länder wie Frankreich oder Spanien über ein dichtes Netz an Jugendinformationszentren verfügen, existieren in Deutschland nur wenige solcher Einrichtungen. In anderen europäischen Ländern gibt es kaum öffentlich geförderte Ju - gendinformation oder bestehende Strukturen werden, wie etwa in Finnland, sogar zurückge- baut.
Für diese Ausgabe von beyond haben wir mit Expert*innen aus dem Arbeitsfeld gesprochen und sie gefragt, warum Jugendinformation heu- te wichtiger denn je ist. Viele Antworten kreisen um ähnliche Herausforderungen: Desinforma- tion, politische Propaganda und ein kaum noch überschaubarer Informationsfluss im Netz er - schweren es jungen Menschen, verlässliche Informationen zu erkennen und einzuordnen. Umso wichtiger ist ein Bereich der Jugendarbeit, der täglich Orientierung, Qualität und Vertrauen schafft. Gerade in der Internationalen Jugendarbeit kommt noch ein besonderer Aspekt hinzu: Ju- gendinformation eröffnet jungen Menschen den Zugang zu einem der Grundprinzipien Europas: der Bewegungsfreiheit. Begegnungen über Gren- zen hinweg ermöglichen Erfahrungen, die prägen. Junge Menschen lernen voneinander, wachsen an neuen Perspektiven, werden widerstandsfä- higer gegenüber Vorurteilen und erleben sich als selbstwirksame Akteur*innen. Das stärkt demo- kratische Teilhabe und gesellschaftlichen Zusam - menhalt. Jugendinformation war immer eng mit technolo- gischem Wandel verbunden. Das Internet löste den Flyer ab, soziale Medien ersetzten die infor- mationelle Einbahnstraße. Nun erleben wir mit Künstlicher Intelligenz den nächsten Umbruch. Vieles wird dadurch einfacher werden. Gleich- zeitig gilt: KI ist nur so gut wie die Informationen, mit denen wir sie füttern. Und sie wird niemals die Menschen ersetzen, denen wir vertrauen, die zuhören und denen junge Menschen jede Frage stellen können, sei es in Jugendinformationszent- ren, Beratungsstellen oder Hotlines.
Daniel Poli, Direktor von IJAB
Ich wünsche Ihnen eine inspirierende Lektüre.
Ihr Daniel Poli
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Inhalt
Junge Menschen brauchen Normalität
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IM FOKUS: Jugendinformation international Wir müssen über die Qualität der Inhalte sprechen, nicht nur über die Kanäle
Interview mit Vasyl Fediuk FORSCHUNG Mythos Mobility-Mindset
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Interview mit Dr. Tobias Flessenkemper Orientierung im Ungewissen
Ondřej Bárta 35 Jahre Forschung
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Jorge Orlando Ohne Informationen gibt es keine Teilhabe
Interview mit Prof. Dr. Andreas Thimmel FORUM
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Interview mit Sif Vik AI Youth Work Navigator
UK-Germany Youth Summit
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Cathrin Piesche Termine
Günter Bressau Der Zugang zur Information ist ungleich
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Juli bis Dezember 2026 Impressum
Interview mit Audrey Frith Jugendinformation in Österreich
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Alena Brunner und Aleksandar Prvulovic JUBILÄUM: 30 Jahre Eurodesk Deutschland
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Grußwort von Mathieu Orphanides Netzwerk mit Perspektive
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Stephanie Bindzus
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IM FOKUS
Im Fokus: Jugendinformation international
Jugendinformation ist kein Nice-to-have. Das Recht auf Information ist ein europäisches Grundrecht. Bewegungs- freiheit ist ein europäisches Grundprinzip, das im Bereich der Internationalen Jugendarbeit nur dann wahrgenommen werden kann, wenn Informationen über die vielen Möglich- keiten von Auslandsaufenthalten verfügbar sind. Das sind gute Gründe, Jugendinformation in den Blick zu nehmen.
IM FOKUS – Jugendinformation international
INTERVIEW
Wir müssen über die Qualität der Inhalte sprechen, nicht nur über die Kanäle Die Rahmenbedingungen, unter denen Jugendinformation stattfindet, verändern sich. Autoritäre und antidemokratische Tendenzen nehmen weltweit zu. Soziale Medien und Künstliche Intelligenz verändern die Informationsgewinnung weltweit. In dieser Gemengelage sind junge Menschen eine heiß umkämpfte Zielgruppe. Tobias Flessenkemper ist Leiter der Jugendabteilung im Direktorat für Demokratie des Europarats. Er wünscht sich mehr physische und virtuelle Orte, an denen Men- schen zusammenkommen und die uns helfen, die Grundlagen der modernen Welt zu verstehen.
beyond: Herr Flessenkemper, was macht Jugendinformation so wichtig?
nicht nur aus dem familiären Umfeld, und sie muss für die Zielgruppe aufbereitet sein. Statt über Inhalte und ihre Aufbereitung streiten wir aber darüber, wie wir die Zugänge zu sozialen Medien einschränken. Zudem müs - sen wir wissen, wie die Algorithmen in sozialen Netzwer- ken funktionieren und was sie gezielt nach oben spülen. Sitra, der vom finnischen Parlament finanzierte Innova - tionsfonds, hat einen Bericht zum Thema „Algorithmen und Demokratie – Wie soziale Medien das Weltbild jun- ger Europäer prägen“ veröffentlicht. Dem Bericht zufolge sind junge Nutzer*innen von TikTok, X und Instagram in Frankreich, Rumänien und Finnland deutlich stärker rechten und sogar rechtsextremen als linksgerichteten politischen Inhalten ausgesetzt. Also, wie funktionieren die Algorithmen? Das müssen wir nicht nur wegen der jungen Menschen wissen.
Tobias Flessenkemper: Es geht um etwas sehr Grund- sätzliches: Ohne Information gibt es keine Demokratie. Das Bedürfnis nach Information betrifft natürlich alle, aber im Bereich von Jugend haben wir es mit einem besonders umkämpften Feld zu tun. Es geht um die Platzierung von Produkten und um politische Einfluss - nahme, um Konsumgüter und Propaganda. Das ist an sich nichts Neues, im 19. Jahrhundert waren Kirche, Schule, Bücher und Zeitungen, aber auch Märkte und Schänken die maßgeblichen Kanäle für Information, später die Illustrierten, Radio und Fernsehen und der Sport, heute kommen das Web, die sozialen Medien und Games hinzu. Allerdings erleben wir eine zunehmende Verengung der Kanäle mit glaubwürdiger Information, von denen sich junge Menschen angesprochen fühlen und von denen sie annehmen können, dass sie sich an sie richten. In manchen Bereichen – beispielsweise bei der Sexualerziehung – erleben wir einen regelrechten Kulturkampf, andere Themen, die für junge Menschen relevant sind – beispielsweise Polizeigewalt – kommen kaum vor. Jugendinformation muss zeitnah kommen,
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Dr. Tobias Flessenkemper bei der Verleihung des Qualitätssiegels für Jugendzentren an die Europäische Jugendbildungsstätte Magdeburg (rechts im Bild Christian Scharf, Direktor der EJBM).
beyond: Bei der Informationsgewinnung spielt Künstliche Intelligenz eine immer größere Rolle. Wie bewerten Sie das? Tobias Flessenkemper: Da sind wir wieder bei den Algorithmen und ihrer Funktionsweise. Ich wundere mich immer wieder, dass es der EU und anderen nicht gelingt, amerikanische Konzerne zur Offenlegung der Algorithmen zu zwingen. Es kommt aber noch etwas anderes hinzu. Die KI kann ja nur mit dem arbeiten, was sie vorfindet. Wenn die US-Regierung aus tausenden von Dokumenten politisch missliebige Begriffe löscht – zum Beispiel Native American, Gender oder Diversity –, dann sind die Begriffe auch von den Webseiten ver - schwunden, aus denen die KI schöpft, und dann entsteht möglicherweise in der KI ein neues Weltbild, das antide- mokratische Prozesse beschleunigen kann. Da sind wir also wieder bei den Inhalten. Ein anderes Beispiel: Im Zuge der Digitalisierung wurden in Schulen in Rechner und Monitore investiert, aber nicht in Lehrer*innen. Ins- gesamt braucht es mehr Aufmerksamkeit und Anerken- nung für Menschen, die mit Jugendlichen arbeiten, sei es in schulischer oder außerschulischer Bildung, vor allem auch Jugendorganisationen und andere Projekte junger Menschen. Allerdings wird stattdessen in vielen Ländern die Jugendarbeit gekürzt und immer mehr freie Orte, an denen junge Menschen sich treffen können, verschwin - den. Wir müssen physische und virtuelle Orte pflegen, an denen Menschen zusammenkommen und die uns helfen, die Grundlagen der modernen Welt zu verstehen. Das ist für mich Jugendinformation, die Demokratie lebt, stärkt und sichert.
beyond: Gibt es eine besondere staatliche Pflicht zur Jugendinformation?
Tobias Flessenkemper: Information gehört nicht Staa- ten. Die Europäische Menschenrechtskonvention enthält das Recht auf freie Meinungsäußerung und gewährleis- tet die Informationsfreiheit und Medienfreiheit. Diesen Rahmen haben demokratische Staaten sicherzustellen und damit ihre Verfassung umzusetzen. In diesem Rah- men braucht es eine aktive und wache demokratische Gesellschaft. Allerdings müssen wir auch die Lebenssitu- ation junger Menschen betrachten und da reicht es nicht aus, Jugendinformation einzig der Schule zu übertragen. Schule ist damit überfordert. Wir brauchen eine Vielfalt unterschiedlicher Informations- und Bildungskanäle, bei denen Jugendarbeit eine wichtige Rolle spielen kann und muss. Das gilt auch für den Privatsektor. Wir kennen alle die Kampagnen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (heute Bundesinstitut für öffentliche Gesund - heit), aber die Älteren unter den Leser*innen erinnern sich sicher auch an BRAVO und die Aufklärungskolumne von „Dr. Sommer“, mit der Wichtiges geleistet wurde. Wir müssen also über die Qualität von Information und nicht über den Kanal sprechen. Deshalb sind Netzwerke wie ERYICA auf europäischer Ebene wichtig. Dort werden Standards entwickelt, die von allen angewendet werden können. Wäre Information allein Aufgabe des Staates, würden sich der Kreml und die Kommunistische Partei Chinas ins Fäustchen lachen und sich darin bestätigt sehen, dass es Zensur im Westen genauso gibt.
Kontakt Tobias Flessenkemper
Leiter der Jugendabteilung Direktorat für Demokratie Europarat, Straßburg (Frankreich) coe.int/en/web/youth Instagram: @coe_youth
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IM FOKUS – Jugendinformation international
Orientierung im Ungewissen
Weshalb Jugendinformation immer mehr an Bedeutung gewinnt
Jorge Orlando Übersetzung: Nele Kirstein
Junge Menschen wachsen heute in einem Umfeld auf, das von raschen klimatischen, sozialen und technologischen Veränderungen geprägt ist. Diese Realität bringt Herausforderungen mit sich – aber auch neue Möglichkeiten, sich zu engagieren, zu beteiligen und fundierte Entscheidungen zu treffen. Vor diesem Hintergrund gewinnt die Jugendinformation zunehmend an Bedeutung. Sie kann dazu beitragen, komplexe Sachverhalte verständlich zu machen.
Der Klimawandel steht nach wie vor ganz oben auf der Liste der Sorgen junger Menschen: Im YouthInfoQuest 1 von ERYICA gaben 21,4 % der Befragten an, an den Themen Klima und Umwelt interessiert zu sein. Tausen- de junge Menschen in ganz Europa möchten sich enga - gieren, z. B. durch Aktivismus, Bürgerbeteiligungen oder lokale Projekte. Dazu suchen sie klare Informationen. Jugendinformationsnetze begleiten dieses wachsende Interesse mit wissenschaftlichen Daten, Partizipations- möglichkeiten und Ressourcen zur Förderung der Kli- makompetenz. Im Jahr 2020 veröffentlichten Eurodesk und die Europäische Jugendinformations- und -bera- tungsagentur ERYICA gemeinsam den Leitfaden Gree- ning Youth Information Services 2 , in dem sie die Rolle der Jugendinformationsarbeit im Kontext der Klimakrise untersuchen. Im November 2025 organisierten der Euro- parat und ERYICA ein Seminar zum Thema Klimaschutz, in dem Fachkräfte der Jugendinformationsarbeit lernen sollten, Umweltthemen auf einfache und wirkungsvolle Weise zu vermitteln, damit junge Menschen sich fundier- ter einbringen können. Die Auswirkungen der Zeit nach der Coronapandemie sind noch immer spürbar, insbesondere hinsichtlich des emotionalen Wohlbefindens. Aus einem Bericht von
WHO/Europa und der Studie zum Gesundheitsverhalten von Kindern im schulpflichtigen Alter (HBSC-Studie) geht hervor, dass die problematische Nutzung sozialer Medi- en zwischen 2018 und 2022 von 7 % auf 11 % gestiegen ist. Viele junge Menschen sind also ständig online – was sich oft negativ auf ihr Selbstwertgefühl und ihren Schlaf auswirkt. Jugendinformationsdienste können das Thema psychische Gesundheit in einfacher Sprache vermitteln. Dazu stellen sie verlässliche Ressourcen zur Verfügung, entwickeln Strategien für einen ausgewogenen Umgang mit digitalen Technologien und helfen jungen Menschen, professionelle Unterstützung zu finden. Aus diesem Grund hat ERYICA in Zusammenarbeit mit Eurodesk die Projekte YIMinds 3 und Do you mind 4 entwickelt. Beide Projekte helfen Mitarbeiter*innen der Jugendinformati- on, die Gesundheitskompetenz junger Menschen besser einzuschätzen. Die geopolitische Instabilität innerhalb und außerhalb Europas prägt auch den täglichen Informationsfluss, dem junge Menschen begegnen. Der ständige Nachrich- tenstrom, die Ankunft junger Geflüchteter und die sozia - le Unsicherheit erhöhen den Bedarf an klaren und objek- tiven Informationen. Jugendinformationsorganisationen klären junge Menschen über ihre Rechte auf, veröffent -
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Teilnehmende eines "train-the-trainer"-Seminars der ERYICAdemy, in Alicante (Spanien)
lichen Unterstützungsangebote und stellen Informatio- nen über Integrationsprozesse zur Verfügung, z. B. zu Youth Work for All 5 . Gleichzeitig stärken sie die Medi- enkompetenz, um Fehlinformationen und Fake News entgegenzuwirken. Für alle, die sich mit dem Thema Medien- und Informationskompetenz befassen möch- ten, hat ERYICA die Qualifizierungsmaßnahme MedYIa 6 entwickelt. Auch die Künstliche Intelligenz verändert die Art und Weise, wie junge Menschen auf Informationen zugreifen und mit ihnen interagieren. Angesichts der anhalten- den Debatten über europäische Regulierung und Kin- derschutz sowie die Überarbeitung der Richtlinie über audiovisuelle Mediendienste, müssen wir auf die Gefah- ren von Addictive Design * und die damit einhergehenden ethischen Herausforderungen aufmerksam machen. Jugendinformationsdienste können jungen Menschen helfen zu verstehen, wie Algorithmen funktionieren, welche Daten sie verwenden und wie man sich sicher und kritisch in der digitalen Welt bewegt. Als Reaktion auf dieses drängende Thema beteiligt sich ERYICA an der Entwicklung des AI Youth Navigator 7 . Dieser enthält Video-Tutorials zu KI-Tools für Mitarbeiter*innen der Jugendinformation. In einem weiteren Projekt geht es
um den ethischen Einsatz von KI in der Jugendinforma tionsarbeit ( youthinfo.ai ) 8 .
Für ERYICA liegt die Relevanz der Jugendinformation genau hier: an der Schnittstelle zwischen globalen Her- ausforderungen und realem Bedarf. Gut strukturierte Jugendinformationsdienste können das European Youth Information Quality Label erhalten, das von ERYICA und dem Europarat entwickelt wurde. Informationsdienste mit diesem Qualitätssiegel sind in der Lage: › Einen gerechten Zugang zu verlässlichen Informatio - nen zu gewährleisten, um Ungleichheiten abzubauen. › Angesichts der Tatsache, dass 72,9 % ( YouthInfo- Quest 9 ) der jungen Europäer*innen ihre Informatio- nen hauptsächlich über soziale Medien beziehen, die demokratische Teilhabe zu stärken. › Einen ausgewogenen Umgang mit digitalen Techno- logien und kritisches Denken zu vermitteln, um die Resilienz zu fördern. › Als Unterstützung in Krisenzeiten neutrale, aktuelle und verständliche Inhalte bereitzustellen.
* Anm. d. Ü.: Addictive Design bezeichnet die gezielte Gestaltung von Apps und digitalen Plattformen, um Nutzer*innen möglichst lange zu halten und an die Plattform zu binden.
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IM FOKUS – Jugendinformation international
Da die problematische Nutzung sozialer Medien in Euro- pa im Durchschnitt 11 % erreicht und in einigen Ländern sogar noch höher liegt, beispielsweise bei 22 % in Rumä- nien oder 18 % in Malta (in Portugal wird die Prävalenz auf 10 bis 12 % geschätzt), ist die vermittelnde Rolle der Jugendinformation notwendiger denn je. Das europäi- sche 4C-Modell ( Content - Inhalt, Contact - Kontakt, Con- duct - Verhalten, Contract - Vertrag ) befasst sich mit den Risiken, die Informationsdienste mindern können, um eine gesündere Nutzung digitaler Medien zu fördern. Im Jahr 2026 feiert ERYICA sein 40-jähriges Bestehen und unterstreicht erneut die strategische Bedeutung einer engen Zusammenarbeit mit Netzwerken wie Euro - desk oder der European Youth Card Association (EYCA). Eurodesk gilt europaweit als zentrale Anlaufstelle für Mobilität, Chancengleichheit und non-formales Lernen. EYCA setzt sich europaweit für Teilhabe und Inklusion ein. Gemeinsam können diese Netzwerke jungen Men- schen Informationen, Chancen, Unterstützung und kon- krete Wege zur Beteiligung eröffnen – also alles, was jun - ge Menschen brauchen, um informierte Entscheidungen zu treffen und eine gerechtere, nachhaltigere Zukunft mitzugestalten.
Angesichts komplexer Krisen und einer sich rasch wan- delnden Welt ist die Botschaft heute klar: Qualitativ hochwertige Jugendinformation bedeutet Macht. Sie bedeutet Autonomie, Teilhabe und Vertrauen. Und sie ist ein demokratisches Fundament, das für die Jugend- politik in ganz Europa unerlässlich bleibt. Das unter- streicht auch der von ERYICA und Eurodesk im Jahr 2022 entwickelte Leitfaden zur Jugendbeteiligung.
Kontakt Jorge Orlando Soares da Silva Queirós Präsident ERYICA
Mail: jorge.orlando@ipdj.pt
Weiterführende Links:
1. YouthInfoQuest. 2025. k eryica.org/publications/youthinfoquest 2. Greening Youth Information services. 2020. k eryica.org/publications/greening-yis 3. eryica.org/project/yiminds 4. eryica.org/project/do-you-mind 5. eryica.org/project/youth-work-for-all 6. eryica.org/training/medyia 7. eryica.org/project/ai-youth-navigator 8. eryica.org/project/youthinfo-ai 9. YouthInfoQuest. 2025. k eryica.org/publications/youthinfoquest
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Jugendinformation bedeutet Autonomie, Teilhabe und Vertrauen. Und sie ist ein demokratisches Fundament, das für die Jugendpolitik in ganz Europa unerlässlich bleibt.
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IM FOKUS – Jugendinformation international
INTERVIEW
Ohne Informationen gibt es keine Teilhabe Wer in Tromsø einen Film drehen, eine Ausstellung organisieren oder unkompliziert einen Arzt konsultieren möchte, geht zu Tvibit. Das norwegische Jugendzentrum bietet eine Vielzahl von Möglichkeiten und gibt jungen Menschen eine Stimme. Für Mitarbeiterin Sif Vik ist Jugendinfor mation ein wichtiger Teil ihrer Arbeit.
Die Jugendarbeit hat sich verändert beyond: Ist es ein spezielles norwegisches Modell, das so viele verschiedene Angebote unter einem Dach vereint sind, oder ist Tvibit einzigartig? Sif Vik: Die Jugendarbeit in Norwegen hat sich in den letzten Jahrzehnten erheblich weiterentwickelt. In den 1980er und 1990er Jahren lag der Schwerpunkt oft auf der Prävention von Problemen wie Drogen- und Alkohol- missbrauch. Seit den 2000er Jahren wird viel mehr Wert auf Partizipation, Kreativität und die Befähigung junger Menschen gelegt, ihre eigenen Aktivitäten zu gestalten. Dieser Wandel hat Jugendzentren im ganzen Land beein- flusst, und heute gibt es mehrere inspirierende Orte, die kulturelle und kreative Möglichkeiten für junge Men- schen unter einem Dach vereinen. Tvibit war eines der ersten Beispiele für diesen Ansatz und in den letzten 25 Jahren konnten wir ihn weiterentwickeln. Heute sind wir immer noch das größte kreative Jugendzentrum in Nor- wegen und ein Ort, an dem junge Menschen Ideen aus- probieren, zusammenarbeiten und ihre eigenen Projekte verwirklichen können.
beyond: Sif, du arbeitest für Tvibit, ein Jugend zentrum in Tromsø. Was macht Tvibit so besonders?
Sif Vik: Ich arbeite für die Stadtverwaltung von Tromsø und Tvibit ist ein kreatives Jugendzentrum, das in einer ehemaligen Feuerwache in Tromsø im Norden Nor- wegens untergebracht ist. Das Besondere an Tvibit ist sowohl seine Lage als auch sein Ansatz. Nordnorwegen umfasst 35 Prozent der Landfläche des Landes, aber nur etwa neun Prozent der Bevölkerung leben hier, sodass Tvibit zu einem wichtigen kreativen Zentrum für junge Menschen in einer riesigen Region geworden ist. Tromsø selbst ist eine junge und internationale Stadt mit einer großen Universität und rund 140 Nationalitäten, die hier leben. Diese Vielfalt spiegelt sich in den Projek- ten wider, die bei Tvibit entstehen. Was Tvibit im nationalen und europäischen Kontext wirk- lich einzigartig macht, ist, dass alles mit den Ideen der jungen Menschen selbst beginnt. Seit 25 Jahren unter- stützen wir junge Menschen dabei, ihre Ideen in konkrete Projekte umzusetzen. Junge Menschen zu befähigen, kre- ativ zu sein und Verantwortung zu übernehmen, steht im Mittelpunkt unseres Handelns.
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beyond: Welche Rolle spielt Jugendinformation in eurer Arbeit?
beyond: Warum ist Jugendinformation für euch wichtig?
Sif Vik: Unser Verständnis von Jugendinformation hat sich im Laufe der Zeit verändert. Früher ging es haupt - sächlich darum, einen Informationsdienst mit Broschü- ren, einer Website und Mitarbeitenden anzubieten, an die sich junge Menschen wenden konnten, um Rat zu erhalten. Heute sehen wir Jugendinformation als einen viel umfassenderen und integrierten Teil unserer Arbeit. Für uns ist Jugendinformation eng mit Partizipation, Demokratie und Meinungsfreiheit verbunden. Junge Menschen brauchen Zugang zu verlässlichen Informati - onen, um fundierte Entscheidungen treffen und sich an der Gesellschaft beteiligen zu können. In diesem Sinne ist Jugendinformation eine Grundlage für Partizipation. Wir freuen uns auch, Teil des europäischen Jugendinfor- mationsnetzwerks ERYICA zu sein. In Norwegen hat sich die Jugendinformation jedoch eher durch lokale Initiati- ven als durch starke nationale Strukturen entwickelt, was bedeutet, dass dieser Bereich nach wie vor weitgehend von lokalem Engagement geprägt ist.
Sif Vik: Junge Menschen stehen in ihrem Leben vor vielen wichtigen Entscheidungen – über Bildung, Arbeit, Gesundheit, Teilhabe und ihre Zukunft. Um diese Ent - scheidungen treffen zu können, brauchen sie Zugang zu verlässlichen und verständlichen Informationen. Des- halb ist Jugendinformation für uns so wichtig. Wir betrachten Jugendinformation als ein Grundrecht. Gleichzeitig sind junge Menschen heute von einer über- wältigenden Menge an Informationen umgeben. Es kann schwierig sein, zwischen glaubwürdigen Quellen, Fehlinformationen und Propaganda zu unterscheiden. Die Bereitstellung vertrauenswürdiger, jugendgerech- ter Informationen hilft jungen Menschen, sich in dieser Informationslandschaft zurechtzufinden. Durch Jugendinformation wollen wir auch das kritische Denken stärken und jungen Menschen das Gefühl geben, dass sie eine Stimme und einen Platz in der Gesellschaft haben. Der Zugang zu Informationen ist für die Teilhabe und für eine gesunde demokratische Gemeinschaft unerlässlich.
Arctic Youth Network
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IM FOKUS – Jugendinformation international
Junge Menschen haben heute eine Stimme
Ich möchte noch etwas hinzufügen, das mir sehr wichtig ist. Tromsø ist die Europäische Jugendhauptstadt 2026. Das ganze Jahr über werden wir nicht nur in Tromsø, son- dern in ganz Nordnorwegen Aktivitäten organisieren, um junge Menschen zusammenzubringen und neue Mög- lichkeiten zur Teilhabe zu schaffen. Dieser Moment spiegelt auch einen längeren Weg wider. Vor etwa fünfzig Jahren kam es in Tromsø zu Unruhen, weil junge Menschen sich ausgegrenzt und nicht ernst genommen fühlten. Seitdem hat sich viel verändert. 1998 haben wir einen Jugendrat gegründet, und im Jahr 2000 wurde Tvibit eröffnet. Heute haben junge Menschen in Tromsø und in der gesamten Arktis viel mehr Möglichkei- ten, ihre Meinung zu äußern und ihre Gemeinden mitzu- gestalten. Die Jugendinformation war ein wichtiger Teil dieser Ent- wicklung. In einer Zeit, in der die Gesellschaft komplex ist und Informationen überall verfügbar sind, ist der Zugang zu verlässlichen und jugendfreundlichen Informationen für junge Menschen unerlässlich, um sich zu beteiligen, fundierte Entscheidungen zu treffen und eine echte Stimme in der Gesellschaft zu haben. so.kom
beyond: Wie vermittelt ihr Informationen?
Sif Vik: Wir arbeiten auf verschiedene Weise mit Jugend- informationen, sowohl durch direkten Kontakt mit jun- gen Menschen als auch durch organisierte Aktivitäten. Schulen sind für uns sehr wichtige Partner, und wir tref- fen dort regelmäßig junge Menschen. Bei Tvibit können junge Menschen auch einfach vorbeikommen und mit unseren Mitarbeitenden sprechen – für Fragen und Bera- tung zur Verfügung zu stehen, ist nach wie vor ein sehr wichtiger und traditioneller Teil der Jugendinformation. Gleichzeitig organisieren wir Seminare, Kurse und Treffen, bei denen junge Menschen mit Entschei dungsträger*innen über Themen diskutieren können, die für sie wichtig sind, wie beispielsweise die Wohnsitu- ation für junge Menschen. Wir haben auch eine kosten- lose Jugendklinik, die Gesundheitsinformationen bereit- stellt, und wir organisieren Sexualkundeunterricht für alle Zehntklässler*innen in Tromsø. Darüber hinaus führen wir Workshops zu Themen wie künstliche Intelligenz und neue Technologien durch und unterstützen Jugendorganisationen und von Jugend- lichen geleitete Projekte. All dies trägt dazu bei, dass junge Menschen Zugang zu verlässlichen Informationen, relevanten Fähigkeiten und Räumen haben, in denen sie Fragen stellen und sich einbringen können.
Kontakt Sif Vik Entwicklungs- und Projektleiterin bei Tvibit / Tromsø – Europäische Jugendhauptstadt 2026
Mail: Sif.Vik@tromso.kommune.no tvibit.net
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AI Youth Work Navigator
Günter Bressau
Orientierung im KI-Dschungel Fachkräfte der Jugendarbeit stehen vor einem unüberschaubaren Angebot an KI-Tools – und wissen oft nicht, welche davon für ihre Arbeit wirklich taugen. Genau hier setzt der AI Youth Work Navigator an: ein europäisches Erasmus+-Projekt, das Orientierung im KI-Dschungel schaffen will.
Jugendinformation ist in Europa so vielfältig wie die Gesellschaften, in denen sie stattfindet. Nationale Struk - turen, regionale Netzwerke, lokale Beratungsstellen – das Spektrum reicht von gut ausgebauten öffentlich geförderten Systemen bis hin zu zivilgesellschaftlichen Initiativen mit knappen Ressourcen. Was sie verbindet, ist der gemeinsame Auftrag: jungen Menschen Zugang zu verlässlicher, relevanter und rechtebasierter Infor- mation zu ermöglichen. Und was sie gegenwärtig alle gleichermaßen herausfordert, ist die Frage, wie sie auf die rasante Entwicklung Künstlicher Intelligenz reagie- ren – als Organisationen, als Profession und als Teil einer demokratischen Gesellschaft. Denn für Organisationen der Jugendbildung und Jugendinformation entsteht dar- aus eine doppelte Herausforderung: Wie alle anderen müssen wir unsere eigenen Strukturen und Kompeten- zen an die digitale Transformation anpassen, um als Organisationen zukunftsfähig zu bleiben. Gleichzeitig Ein Grundgedanke des AI Youth Work Navigators: „KI soll dort entlasten, wo Arbeit als Last empfunden wird – damit Ressourcen frei werden für das, was Fachkräfte als den eigentlichen Kern ihrer Arbeit erleben: die Begleitung, Beratung und die Befähigung junger Menschen.“
tragen wir die Verantwortung, jungen Menschen den Umgang mit ebendiesen Technologien zu vermitteln – verantwortungsvoll, kritisch reflektiert und werteorien - tiert. Wir sollen befähigen, was wir selbst noch lernen. Diese Situation ist herausfordernd, aber sie ist auch produktiv, denn sie zwingt uns, aus der Praxis heraus zu denken.
Genau in diesem Spannungsfeld ist das Erasmus+-Kooperations- projekt „AI Youth Work Navigator" entstanden. Die Idee entstand aus einer konkreten Bedarfsla- ge: Fachkräfte der Jugendarbeit und Jugendinformation stehen vor einem unüberschaubaren Angebot an KI-Anwendungen, ohne verlässliche Orientierung, welche Werkzeuge für ihre kon- kreten Aufgaben tatsächlich geeignet sind. Das Ziel des Pro - jekts ist daher klar definiert: ver - fügbare KI-Tools systematisch zu erfassen, zu kategorisieren und nach ihrer Relevanz für unter- schiedliche Tätigkeitsfelder in der Jugend(informations)arbeit zu be - werten – und die Ergebnisse in Form von Video-Tutorials sowie
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einer frei zugänglichen, mehrsprachigen Online-Platt- form für alle Fachkräfte in Europa nutzbar zu machen.
Bei der Entwicklung der Workshopformate stießen wir früh auf eine wichtige Erkenntnis, die zugleich eine erhebliche Herausforderung darstellte: Die ursprüng liche Konzeption des Projekts hatte sich auf Annahmen gestützt, die sich in der Praxis als zu optimistisch erwie- sen. Der tatsächliche Stand der KI-Nutzung in Jugendin- formationsorganisationen war deutlich heterogener als erwartet. Nicht mangelndes Interesse oder mangelnde Offenheit sind der Grund – sondern fehlende Struktu - ren: Organisationale Rahmenvorgaben, Qualifizierungs - angebote und klare Kompetenzprofile fehlen im Sektor bislang weitgehend. Dies ist kein spezifisches Versagen einzelner Organisationen, sondern ein sektorweites Strukturproblem, das die gesamte europäische Jugend- arbeit betrifft und das durch die rasante Entwicklung der KI-Technologien noch verstärkt wird. Um die Work- shopmaterialien auf diese Realität auszurichten, führ- ten wir vor jeder Veranstaltung Vorab-Umfragen unter den zukünftigen Teilnehmenden durch. Allein bei der Eurodesk-Jahrestagung Anfang 2026 beteiligten sich 46 Personen an einer solchen Erhebung – weit mehr als schließlich am Workshop selbst teilnehmen konnten.
Das Projekt (November 2024 bis Oktober 2026) wird von der Jugendagentur gGmbH (Baden-Württemberg) gelei- tet. Das Konsortium vereint fünf Organisationen aus vier Ländern: ERYICA – die Europäische Jugendinforma- tionsagentur (Luxemburg), das Dorea Educational Insti- tute (Zypern), die Jugendorganisation Mladi u Europskoj Uniji aus Šibenik (Kroatien) sowie den TUM Think Tank der Technischen Universität München. Jeder Partner bringt eine spezifische Stärke ein: Die Jugendagentur: Projektmanagement, Kommunikation, digitale Kompe- tenzen, ERYICA: das europäische Netzwerk der Jugend- informations- und Beratungsstrukturen, TUM: den wis- senschaftlichen Sachverstand zu verantwortungsvoller KI-Entwicklung und -Nutzung, Dorea: die Expertise in der Konzeption digitaler Lernangebote und Mladi: die prak- tische Erfahrung in der Durchführung internationaler Trainings.
Die Projektgruppe „AI Youth Work Navigator”
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Diese Umfragen, kombiniert mit der fachlichen Beglei- tung durch den TUM Think Tank, ermöglichten es uns, die Inhalte kontinuierlich nachzusteuern und konse- quent einsteigerfreundlich zu gestalten, ohne dabei den Anspruch an Tiefe und Relevanz aufzugeben. Eine weitere zentrale Erkenntnis aus diesem Prozess hat unsere inhaltliche Ausrichtung grundlegend geprägt: Es gibt keine universellen Antworten auf die Frage, welche KI-Tools für die Jugendarbeit relevant sind. Die Antwort hängt immer von den konkreten Aufgaben ab, die eine Person ausfüllt. Eine Fachkraft, die Verwaltungspro- zesse und Jugendmobilitäten koordiniert, hat völlig andere Bedarfe als jemand, der Workshops mit jungen Menschen gestaltet oder Förderanträge bearbeitet. Das Projekt verfolgt daher einen aufgabenorientierten Ansatz: Ausgangspunkt ist nicht das Tool, sondern ein vierdimensionales Raster aus Zeitaufwand, empfunde - ner Belastung, ungenutztem Potenzial und persönlicher Sinnhaftigkeit der eigenen Tätigkeit. KI soll dort entlas- ten, wo Arbeit als Last empfunden wird – damit Ressour- cen frei werden für das, was Fachkräfte als den eigentli- chen Kern ihrer Arbeit erleben: die Begleitung, Beratung und die Befähigung junger Menschen. Mit ERYICA als Partner ist der AI Youth Work Navigator in eine europäische Struktur eingebettet, die ihm besonde- re Reichweite und strategische Bedeutung verleiht. ERYI- CA verbindet 39 Mitgliedsorganisationen aus 26 Län- dern. Die ERYICA-Generalversammlung hat 2023 explizit den Aufbau von KI-Kompetenz als Priorität für den euro- päischen Jugendinformationssektor beschlossen – das
Projekt setzt diesen Auftrag um. Damit liefert es zugleich eine Antwort auf eine Frage, die den gesamten Sektor beschäftigt: Welche Strukturen und Ansätze bewähren sich, wenn es darum geht, Jugendinformationsorgani- sationen unterschiedlicher Größe, Ressourcenlage und nationaler Tradition gemeinsam in eine digitale Trans- formation zu begleiten? Unsere Erfahrung zeigt: Es braucht praxisnahe, aufgabenorientierte Formate, star- ke wissenschaftliche Begleitung, vorgeschaltete Bedarfs- erhebungen und eine Plattform für die Darstellung der Ergebnisse. Der Erfolg des Projekts wird sich letztlich daran messen lassen, wie breit und nachhaltig die entwickelten Res- sourcen genutzt werden: die Online-Plattform, die Tuto- rials, das Tutorial-Toolkit und die Workshopformate. Alle Ergebnisse werden am 30. September 2026 bei einem Multi-Stakeholder-Event in Brüssel öffentlich präsentiert und der Fachöffentlichkeit zugänglich gemacht. Der AI Youth Work Navigator ist dabei als Startpunkt gedacht, nicht als Abschluss. Das geplante Folgeprojekt „Hands Up! – Responsible AI Use Campaign" soll den Faden aufnehmen und den Fokus auf einen werte- und rech- tebasierten Umgang mit KI vertiefen – mit jungen Men- schen nicht als Adressaten einer Aufklärungskampagne, sondern als aktive Mitgestalter*innen einer verantwor- tungsvollen digitalen Zukunft.
Kontakt Günter Bressau
EU-Projektentwicklung / Projektberatung ERYICA Member of the Governing Board
Mail: gbressau@pm.me jugendagentur.de/ai-youth-navigator
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INTERVIEW
Der Zugang zur Information ist ungleich Eurodesk wünscht sich mehr politisches Verständnis für die Bedeutung von Jugendinformation Seit mehr als 35 Jahren informiert das Eurodesk-Netzwerk junge Menschen zu Auslandsaufent halten. In dieser Zeit hat sich viel verändert, der Chatbot hat das Fax abgelöst. Und dennoch mangelt es noch immer an einem politischen Verständnis von Jugendinformation. Ein Gespräch mit Audrey Frith, der Direktorin von Eurodesk Brussels Link.
beyond: Warum ist Jugendinformation heute wichtig?
Kontakt mit den Organisationen, die die von uns bewor- benen Programme durchführen. Außerdem verfügen wir über ein großes Netzwerk, das seine Erfahrungen mit uns teilt. So können wir mit ziemlicher Sicherheit sagen, welche Programme vertrauenswürdig sind. Das sehen wir auch in unseren Interaktionen mit jungen Menschen. Beim Discover-EU-Programm werden wir zum Beispiel oft gefragt, ob die Tickets wirklich kostenlos sind und ob es einen Haken gibt. Wir können das beantworten und spüren, dass junge Menschen uns vertrauen. Im Zeit - alter von Fake News und künstlicher Intelligenz ist es wichtig, dass Organisationen wie die unsere Informati- onen überprüfen und mit einem Qualitätssiegel verse- hen. Europa erscheint vielen jungen Menschen zudem weit entfernt. Deshalb arbeiten wir mit über 1.300 loka- len Multiplikator*innen und 3.300 Botschafter*innen zusammen, die direkten Zugang zu ihnen haben. So sprechen junge Menschen nicht mit Fremden, sondern mit Menschen, die sie kennen und denen sie vertrauen. Das verleiht Europa ein menschliches Gesicht. beyond: Das macht ihr schon seit über 35 Jahren. Das ist eine lange Zeit. Was hat sich über diesem Zeitraum verändert? Audrey Frith: Wir sind seit 36 Jahren in diesem Bereich tätig, und natürlich hat sich viel verändert. In den 90er Jahren boten wir telefonische Beratung an, dann kamen
Audrey Frith: Jugendinformation war immer wichtig. Das Recht auf Information ist ein ganz wesentliches Recht, das auch in der Europäischen Menschenrechts- konvention festgeschrieben ist. Das gilt auch für unse- ren Bereich, die Information und Beratung zu Auslands- aufenthalten für junge Menschen, damit alle jungen Menschen die Möglichkeit haben, eine Förderung für Lernaufenthalte im Ausland zu erhalten. In der digita- len Gesellschaft haben wir es mit einem Overload von Information zu tun. Gerade deshalb ist es wichtig, dass junge Menschen glaubwürdige und vertrauenswürdige Informationen über ihre Möglichkeiten erhalten. Dafür braucht es Profis. Leider ist der Zugang zu solchen Infor - mationen immer noch ungleich verteilt. Information muss vertrauenswürdig sein beyond: Du hast die Vertrauenswürdigkeit von Infor- mation angesprochen. Warum sollten junge Men- schen euch vertrauen? Audrey Frith: Aus mehreren Gründen. Wir überprüfen unsere Quellen, haben strenge Kriterien – zum Beispiel bewerben wir nur offizielle, für alle zugängliche und nicht-kommerzielle Angebote – und stehen in ständigem
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In den Köpfen von Politiker*innen nicht angekommen beyond: Du hast gesagt, der Zugang zu Informationen sei immer noch ungleich. Das wissen wir aus vielen Studien seit langer Zeit. Junge Menschen, die nicht wissen, woher sie Informationen bekommen sollen oder die sich bestimmte Angebote nicht zutrauen, weil sie glauben, dass sie teuer sind oder Sprach- kenntnisse voraussetzen. Warum ändert sich nur so wenig? Audrey Frith: Ich glaube, es mangelt an Verständnis dafür, was Jugendinformation ist und warum sie wichtig ist. Für viele Menschen ist Information allgegenwärtig und allumfassend. Für uns ist Jugendinformation eine Dienstleistung von allgemeinem Interesse und ein zent- raler Bestandteil der Jugendarbeit, die auf dem Recht auf Information beruht. Um diesem Recht konkrete Bedeu- tung zu verleihen, benötigen junge Menschen Zugang zu niedrigschwelligen, gut ausgestatteten, unabhängi- gen und jugendfreundlichen, öffentlichen Informations - diensten, sowohl vor Ort als auch online. Bereits 2005 forderte der Rat die Mitgliedstaaten nachdrücklich auf, Strategien zur Jugendinformation zu entwickeln, doch trotz wiederholter Aufforderungen in nachfolgenden Strategiepapieren haben die meisten EU-Länder noch keine formelle nationale Strategie zur Jugendinformation entwickelt. Jugendinformationsdienste sind nach wie vor unterfinanziert und werden als Bereich der Jugendpolitik oft übersehen. Der Sektor hat konkrete Fortschritte zur Verbesserung der Situation vorangetrieben. Insbeson- dere haben Eurodesk und ERYICA einen gemeinsamen Kompetenzrahmen für Jugendinformationsfachkräfte sowie das von ERYICA verabschiedete Kapitel zur Jugend- information verabschiedet, das als Referenz in diesem Bereich dient. Vor dem Hintergrund der aktuellen Dis- kussionen über die künftige EU-Jugendstrategie fordert Eurodesk die Mitgliedstaaten daher auf, Jugendinforma- tions- und Beratungsdienste einzurichten und zu finan - zieren, die allen jungen Menschen ohne Diskriminierung zugänglich sind, um das Recht junger Menschen auf qua- litativ hochwertige Informationen zu gewährleisten. Im Fall von Eurodesk arbeiten mehr als die Hälfte der natio- nalen Eurodesk-Stellen mit nur einer oder weniger Voll- zeitstellen. Folglich können sie in ihren Ländern keinen umfassenden Eurodesk-Service anbieten, da dies neben den Netzwerkaktivitäten auf europäischer Ebene auch
Websites hinzu und später die sozialen Medien. Früher kommunizierten wir sogar per Fax mit unseren nationa- len Eurodesks. Dank digitaler Tools ist vieles natürlich einfacher geworden, insbesondere da wir eine große Menge an Informationen austauschen und verwalten. Was sich nicht geändert hat, ist das Bedürfnis junger Menschen nach persönlicher Unterstützung bei ihren europäischen Vorhaben; wir kombinieren einfach Prä- senz- und Online-Dienste. Jetzt stehen wir vor einem weiteren technologischen Wandel, da Chatbots und KI an Bedeutung gewinnen. Das zeigt sich daran, wie junge Menschen heute nach Informationen suchen: Sie fragen Chatbots. Wir nutzen KI-Lösungen auch, um unsere Qua- lität hinsichtlich Effizienz und Inklusivität zu verbessern. Der persönliche Kontakt bleibt jedoch unverzichtbar, insbesondere wenn es darum geht, junge Menschen mit geringeren Chancen zu erreichen und einzubinden. Unsere Multiplikator*innen gehen auf junge Menschen zu, indem sie Schulen, Festivals und andere öffentliche Orte besuchen, um sie über die ihnen zur Verfügung ste- henden europäischen Möglichkeiten zu informieren. beyond: Ihr arbeitet inzwischen selbst mit einem Chatbot, den ihr mit euren eigenen Informationen füttert. Einige Chatbots, die von Unternehmen ein- gesetzt werden, funktionieren ganz gut, bei anderen landet man in einer Dauerschleife und kommt nicht weiter. Wie ist eure Erfahrung damit? Audrey Frith: Unser Eurodesk-Mobility-Advisor-Chatbot „EMA“ bietet Nutzer*innen stets die Möglichkeit, ein Mit- glied des Eurodesk-Beratungsteams zu kontaktieren, damit sie nicht in einer Endlosschleife hängen bleiben. Außerdem können sie auf der Eurodesk-Karte sehen, welche Kontaktstellen sich in ihrer Nähe befinden. Euro - desk hat Grundsätze für den Einsatz von KI verabschie- det, darunter Transparenz, menschliche Aufsicht und KI- Kompetenz. Auf der EMA-Seite weisen wir beispielsweise darauf hin, dass der Bot zwar von uns trainiert wurde, es sich aber dennoch um eine KI-Lösung handelt, sodass Nutzer*innen die Informationen stets überprüfen und uns für eine persönliche Beratung kontaktieren sollten. Derzeit arbeiten wir an einer neuen Version von EMA, die neue Sprachmodelle verwendet. Diese wird noch nicht beworben, da wir sie noch weiter verfeinern.
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den Betrieb nationaler Online-Kommunikationskanäle und die Pflege eines Netzwerks von Multiplikator*innen erfordert. Dies muss finanziert werden. Doch selbst hier gibt es Lücken bei der Umsetzung. beyond: Liegt es nur an der mangelnden Jugendin- formation oder müssten Programme nicht auch an die Bedürfnisse der unterschiedlichen Zielgruppen angepasst werden? Audrey Frith: Es ist beides: Finanzielle Hürden und der Zugang zu kurzfristigen Unterkünften stellen eben - falls eine Herausforderung dar. Was die Bewerbungen angeht, haben wir die enorme Nachfrage nach Discover EU und dem Europäischen Solidaritätskorps festgestellt, die jungen Menschen über das Europäische Jugendportal einen einfachen Zugang bieten. Andere Initiativen, wie die Jugendaustausche im Rahmen von Erasmus+, könn- ten transparenter sein und erfordern von Interessierten viel Eigeninitiative. Sie müssen sich durch die Liste der Organisationen durcharbeiten und diese aktiv kontak- tieren. Es wäre gut, wenn diese Informationen über das Europäische Jugendportal zugänglich gemacht würden und wenn der Bewerbungsprozess für diese Aktion und darüber hinaus für alle auf junge Menschen ausgerich- teten Aktionen vereinfacht würde. Unterschiedliche Ziel - gruppen benötigen unterschiedliche Unterstützung. Wir haben beispielsweise gute Erfahrungen damit gemacht, dass einige nationale Eurodesks und Erasmus+-Agentu- ren Workshops zu Erasmus+-Aktivitäten zur Jugendbetei- ligung durchführen. Hier kann die passende Maßnahme ermittelt und direkte Unterstützung von der Konzeption des Projekts bis zum Bewerbungsprozess geleistet wer- den. Eurodesk veranstaltet zudem jedes Jahr über 800 Euroclasses-Workshops in Schulen zu verschiedenen Themen wie Freiwilligenarbeit oder Arbeiten im Ausland. Dies ermöglicht es uns, das Thema und die persönlichen Motivationen zu erörtern und junge Menschen über die verfügbaren Programme und Unterstützungsstrukturen zu informieren. Doch auch hierfür ist Personal erforderlich.
Eine sinnvolle Beteiligung junger Menschen und der Zugang zu hochwertigen Informationen für Jugendliche dürfen nicht als isolierte politische Ziele betrachtet wer - den. Dies erfordert ein nachhaltiges Engagement für gut ausgestattete Jugendstrukturen, qualifizierte Fachkräfte und geeignete Rahmenbedingungen.
Kontakt Audrey Frith Direktorin Eurodesk Brussels Link
Mail: audrey.frith@eurodesk.eu eurodesk.eu
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Jugendinformation in Österreich
Alena Brunner und Aleksandar Prvulovic
Jugendinformation in Österreich ist stark durch die föde- rale Struktur des Landes geprägt. In allen neun Bundes- ländern bestehen Jugendinformationsangebote, die his- torisch gewachsen und unterschiedlich organisiert sind. Dadurch unterscheiden sich Strukturen, Ressourcen und Arbeitsschwerpunkte teilweise deutlich zwischen den Regionen. Das Bundesnetzwerk Österreichische Jugendinfos (BÖJI) fungiert als bundesweite Koordinationsstelle und ver- netzt die regionalen Jugendinfo-Anbieter. Es ermöglicht fachlichen Austausch, entwickelt gemeinsame Qualitäts- standards und koordiniert nationale Projekte und Kam- pagnen sowie Fortbildungsangebote für Jugend(info)- arbeiter*innen. Insgesamt gibt es in Österreich aktuell 26 regionale Jugendinformationsstellen. Diese reichen von klassi- schen Anlaufstellen mit persönlicher Beratung bis hin zu stärker digital ausgerichteten Angeboten. Jugend- information in Österreich versteht sich dabei als nie- derschwelliger „One-Stop-Shop“: Junge Menschen können sich mit allen Fragen an eine Stelle wenden und erhalten entweder direkt Antworten oder werden an die passenden Fachstellen weitervermittelt. Neben jungen Menschen zählen auch Erziehungsberechtigte, Familienangehörige, Lehrende, Jugendarbeiter*innen und andere Multiplikator*innen sowie politische Entscheidungsträger*innen zu den Zielgruppen. Jugendinformation ist ein integraler Bestandteil der österreichischen Jugendpolitik. In der Österreichischen Jugendstrategie ist sie insbesondere im Handlungsfeld „Medien und Information“ verankert. Die Wirkung zeigt sich sowohl quantitativ als auch quali- tativ: Allein im Jahr 2025 wurden über 151.000 Anfragen beantwortet, rund 1.900 Veranstaltungen durchgeführt und über 4,3 Millionen Website-Zugriffe verzeichnet.
Die Finanzierung der Jugendinformation in Österreich erfolgt überwiegend durch die Bundesländer, insbeson- dere für die regionalen Angebote und Dienstleistungen. Das Bundesnetzwerk Österreichische Jugendinfos setzt darüber hinaus internationale Projekte wie Eurodesk und YouthWiki um, die aus europäischen und nationa- len Mitteln finanziert werden. Zudem betreibt es die Website jugendportal.at im Auftrag des Bundeskanzler- amts, Sektion Familie und Jugend. Was junge Menschen wissen wollen Allgemeine Jugendinformation beschränkt sich nicht auf spezielle Themen, sondern bietet jungen Menschen einen ersten Anknüpfungspunkt bei allen Fragen. Am häufigsten gefragt sind Inhalte rund um Ausbildung und Beruf, insbesondere Angebote zur Bildungs- und Berufsorientierung sowie Informationen zur Lehre. Ent- scheidend hierfür sind lokale und regionale Angebote wie Lebenslauf-Checks, Bewerbungsfoto-Aktionen und Informationsstände auf Berufsmessen. Einen weiteren zentralen Bereich stellt das Thema Gesundheit dar. Insbesondere bei den Themen menta- le Gesundheit und zwischenmenschliche Beziehungen ist seit der Corona-Pandemie ein deutlicher Anstieg der Anfragen zu verzeichnen. Dies spiegelt sich auch in der großen Nachfrage nach der Publikation „Wie geht es dir?“ wider, die häufig im schulischen Kontext, inklusi - ve begleitender Materialien für Lehrpersonen, einge- setzt wird. Die von Eurodesk Österreich herausgege- bene Publikation sensibilisiert Jugendliche für mentale Gesundheit, vermittelt konkrete Strategien im Umgang mit belastenden Gedanken und Gefühlen, unterstützt sie in ihrer Persönlichkeitsentwicklung und informiert über passende Anlaufstellen.
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