beyond 1|2026
INTERVIEW
Der Zugang zur Information ist ungleich Eurodesk wünscht sich mehr politisches Verständnis für die Bedeutung von Jugendinformation Seit mehr als 35 Jahren informiert das Eurodesk-Netzwerk junge Menschen zu Auslandsaufent halten. In dieser Zeit hat sich viel verändert, der Chatbot hat das Fax abgelöst. Und dennoch mangelt es noch immer an einem politischen Verständnis von Jugendinformation. Ein Gespräch mit Audrey Frith, der Direktorin von Eurodesk Brussels Link.
beyond: Warum ist Jugendinformation heute wichtig?
Kontakt mit den Organisationen, die die von uns bewor- benen Programme durchführen. Außerdem verfügen wir über ein großes Netzwerk, das seine Erfahrungen mit uns teilt. So können wir mit ziemlicher Sicherheit sagen, welche Programme vertrauenswürdig sind. Das sehen wir auch in unseren Interaktionen mit jungen Menschen. Beim Discover-EU-Programm werden wir zum Beispiel oft gefragt, ob die Tickets wirklich kostenlos sind und ob es einen Haken gibt. Wir können das beantworten und spüren, dass junge Menschen uns vertrauen. Im Zeit - alter von Fake News und künstlicher Intelligenz ist es wichtig, dass Organisationen wie die unsere Informati- onen überprüfen und mit einem Qualitätssiegel verse- hen. Europa erscheint vielen jungen Menschen zudem weit entfernt. Deshalb arbeiten wir mit über 1.300 loka- len Multiplikator*innen und 3.300 Botschafter*innen zusammen, die direkten Zugang zu ihnen haben. So sprechen junge Menschen nicht mit Fremden, sondern mit Menschen, die sie kennen und denen sie vertrauen. Das verleiht Europa ein menschliches Gesicht. beyond: Das macht ihr schon seit über 35 Jahren. Das ist eine lange Zeit. Was hat sich über diesem Zeitraum verändert? Audrey Frith: Wir sind seit 36 Jahren in diesem Bereich tätig, und natürlich hat sich viel verändert. In den 90er Jahren boten wir telefonische Beratung an, dann kamen
Audrey Frith: Jugendinformation war immer wichtig. Das Recht auf Information ist ein ganz wesentliches Recht, das auch in der Europäischen Menschenrechts- konvention festgeschrieben ist. Das gilt auch für unse- ren Bereich, die Information und Beratung zu Auslands- aufenthalten für junge Menschen, damit alle jungen Menschen die Möglichkeit haben, eine Förderung für Lernaufenthalte im Ausland zu erhalten. In der digita- len Gesellschaft haben wir es mit einem Overload von Information zu tun. Gerade deshalb ist es wichtig, dass junge Menschen glaubwürdige und vertrauenswürdige Informationen über ihre Möglichkeiten erhalten. Dafür braucht es Profis. Leider ist der Zugang zu solchen Infor - mationen immer noch ungleich verteilt. Information muss vertrauenswürdig sein beyond: Du hast die Vertrauenswürdigkeit von Infor- mation angesprochen. Warum sollten junge Men- schen euch vertrauen? Audrey Frith: Aus mehreren Gründen. Wir überprüfen unsere Quellen, haben strenge Kriterien – zum Beispiel bewerben wir nur offizielle, für alle zugängliche und nicht-kommerzielle Angebote – und stehen in ständigem
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