beyond 01 | 2026

IM FOKUS – Jugendinformation international

Diese Umfragen, kombiniert mit der fachlichen Beglei- tung durch den TUM Think Tank, ermöglichten es uns, die Inhalte kontinuierlich nachzusteuern und konse- quent einsteigerfreundlich zu gestalten, ohne dabei den Anspruch an Tiefe und Relevanz aufzugeben. Eine weitere zentrale Erkenntnis aus diesem Prozess hat unsere inhaltliche Ausrichtung grundlegend geprägt: Es gibt keine universellen Antworten auf die Frage, welche KI-Tools für die Jugendarbeit relevant sind. Die Antwort hängt immer von den konkreten Aufgaben ab, die eine Person ausfüllt. Eine Fachkraft, die Verwaltungspro- zesse und Jugendmobilitäten koordiniert, hat völlig andere Bedarfe als jemand, der Workshops mit jungen Menschen gestaltet oder Förderanträge bearbeitet. Das Projekt verfolgt daher einen aufgabenorientierten Ansatz: Ausgangspunkt ist nicht das Tool, sondern ein vierdimensionales Raster aus Zeitaufwand, empfunde - ner Belastung, ungenutztem Potenzial und persönlicher Sinnhaftigkeit der eigenen Tätigkeit. KI soll dort entlas- ten, wo Arbeit als Last empfunden wird – damit Ressour- cen frei werden für das, was Fachkräfte als den eigentli- chen Kern ihrer Arbeit erleben: die Begleitung, Beratung und die Befähigung junger Menschen. Mit ERYICA als Partner ist der AI Youth Work Navigator in eine europäische Struktur eingebettet, die ihm besonde- re Reichweite und strategische Bedeutung verleiht. ERYI- CA verbindet 39 Mitgliedsorganisationen aus 26 Län- dern. Die ERYICA-Generalversammlung hat 2023 explizit den Aufbau von KI-Kompetenz als Priorität für den euro- päischen Jugendinformationssektor beschlossen – das

Projekt setzt diesen Auftrag um. Damit liefert es zugleich eine Antwort auf eine Frage, die den gesamten Sektor beschäftigt: Welche Strukturen und Ansätze bewähren sich, wenn es darum geht, Jugendinformationsorgani- sationen unterschiedlicher Größe, Ressourcenlage und nationaler Tradition gemeinsam in eine digitale Trans- formation zu begleiten? Unsere Erfahrung zeigt: Es braucht praxisnahe, aufgabenorientierte Formate, star- ke wissenschaftliche Begleitung, vorgeschaltete Bedarfs- erhebungen und eine Plattform für die Darstellung der Ergebnisse. Der Erfolg des Projekts wird sich letztlich daran messen lassen, wie breit und nachhaltig die entwickelten Res- sourcen genutzt werden: die Online-Plattform, die Tuto- rials, das Tutorial-Toolkit und die Workshopformate. Alle Ergebnisse werden am 30. September 2026 bei einem Multi-Stakeholder-Event in Brüssel öffentlich präsentiert und der Fachöffentlichkeit zugänglich gemacht. Der AI Youth Work Navigator ist dabei als Startpunkt gedacht, nicht als Abschluss. Das geplante Folgeprojekt „Hands Up! – Responsible AI Use Campaign" soll den Faden aufnehmen und den Fokus auf einen werte- und rech- tebasierten Umgang mit KI vertiefen – mit jungen Men- schen nicht als Adressaten einer Aufklärungskampagne, sondern als aktive Mitgestalter*innen einer verantwor- tungsvollen digitalen Zukunft.

Kontakt Günter Bressau

EU-Projektentwicklung / Projektberatung ERYICA Member of the Governing Board

Mail: gbressau@pm.me jugendagentur.de/ai-youth-navigator

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