IM FOKUS – Jugendinformation international
Orientierung im Ungewissen
Weshalb Jugendinformation immer mehr an Bedeutung gewinnt
Jorge Orlando Übersetzung: Nele Kirstein
Junge Menschen wachsen heute in einem Umfeld auf, das von raschen klimatischen, sozialen und technologischen Veränderungen geprägt ist. Diese Realität bringt Herausforderungen mit sich – aber auch neue Möglichkeiten, sich zu engagieren, zu beteiligen und fundierte Entscheidungen zu treffen. Vor diesem Hintergrund gewinnt die Jugendinformation zunehmend an Bedeutung. Sie kann dazu beitragen, komplexe Sachverhalte verständlich zu machen.
Der Klimawandel steht nach wie vor ganz oben auf der Liste der Sorgen junger Menschen: Im YouthInfoQuest 1 von ERYICA gaben 21,4 % der Befragten an, an den Themen Klima und Umwelt interessiert zu sein. Tausen- de junge Menschen in ganz Europa möchten sich enga - gieren, z. B. durch Aktivismus, Bürgerbeteiligungen oder lokale Projekte. Dazu suchen sie klare Informationen. Jugendinformationsnetze begleiten dieses wachsende Interesse mit wissenschaftlichen Daten, Partizipations- möglichkeiten und Ressourcen zur Förderung der Kli- makompetenz. Im Jahr 2020 veröffentlichten Eurodesk und die Europäische Jugendinformations- und -bera- tungsagentur ERYICA gemeinsam den Leitfaden Gree- ning Youth Information Services 2 , in dem sie die Rolle der Jugendinformationsarbeit im Kontext der Klimakrise untersuchen. Im November 2025 organisierten der Euro- parat und ERYICA ein Seminar zum Thema Klimaschutz, in dem Fachkräfte der Jugendinformationsarbeit lernen sollten, Umweltthemen auf einfache und wirkungsvolle Weise zu vermitteln, damit junge Menschen sich fundier- ter einbringen können. Die Auswirkungen der Zeit nach der Coronapandemie sind noch immer spürbar, insbesondere hinsichtlich des emotionalen Wohlbefindens. Aus einem Bericht von
WHO/Europa und der Studie zum Gesundheitsverhalten von Kindern im schulpflichtigen Alter (HBSC-Studie) geht hervor, dass die problematische Nutzung sozialer Medi- en zwischen 2018 und 2022 von 7 % auf 11 % gestiegen ist. Viele junge Menschen sind also ständig online – was sich oft negativ auf ihr Selbstwertgefühl und ihren Schlaf auswirkt. Jugendinformationsdienste können das Thema psychische Gesundheit in einfacher Sprache vermitteln. Dazu stellen sie verlässliche Ressourcen zur Verfügung, entwickeln Strategien für einen ausgewogenen Umgang mit digitalen Technologien und helfen jungen Menschen, professionelle Unterstützung zu finden. Aus diesem Grund hat ERYICA in Zusammenarbeit mit Eurodesk die Projekte YIMinds 3 und Do you mind 4 entwickelt. Beide Projekte helfen Mitarbeiter*innen der Jugendinformati- on, die Gesundheitskompetenz junger Menschen besser einzuschätzen. Die geopolitische Instabilität innerhalb und außerhalb Europas prägt auch den täglichen Informationsfluss, dem junge Menschen begegnen. Der ständige Nachrich- tenstrom, die Ankunft junger Geflüchteter und die sozia - le Unsicherheit erhöhen den Bedarf an klaren und objek- tiven Informationen. Jugendinformationsorganisationen klären junge Menschen über ihre Rechte auf, veröffent -
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