FORUM
Fünf Impulse für resiliente Demokratien Auf dieser Grundlage entwickelten die Teilnehmenden konkrete Ansätze, die sie in der Abschlussveranstal- tung präsentierten und zu gemeinsamen Impulsen für Politik und Gesellschaft verdichteten. Die Ergebnisse machen unterschiedliche, aber miteinander verbunde- ne Perspektiven sichtbar und zeigen zugleich, wie klar und konkret die Forderungen junger Menschen sind:
3. Vielfalt und Inklusion erlebbar machen – Legislative Theatre
Mit der Methode des „Legislative Theatre“ machten die Teilnehmenden strukturelle Ungleichheiten und Diskri- minierung sichtbar und emotional nachvollziehbar. Sie zeigten, wie künstlerische Formate Perspektiven erfahr- bar machen und politische Prozesse öffnen können. Im Zentrum stand die Darstellung einer fiktiven Person, die trotz großer Anstrengung im Alltag an strukturellen Hürden zu scheitern droht – ein eindrückliches Bild für die oft unsichtbare Dimension von Benachteiligung. Gleichheit, demokratische Teilhabe, Selbstwirksam- keit und insbesondere die Fähigkeit zuzuhören wurden dabei als zentrale Hebel hervorgehoben. “Legislative theater is a creative way to bring about tangible policy change.”
1. Demokratisches Lernen neugestalten – „Co-Design“ statt Auswendiglernen
Demokratisches Lernen geht weit über den Unterricht hinaus, bleibt jedoch häufig von Prüfungslogiken und Auswendiglernen geprägt. Um junge Menschen zu akti- ven Gestalter*innen auszubilden, braucht es praxisnahe Handlungskompetenzen, Räume für kritisches Denken und echte Beteiligung. Lehrpläne sollten gemeinsam mit Schüler*innen entwickelt („Co-Design“) und Beteiligung verbindlich in Entscheidungsprozesse integriert werden. Hinsichtlich struktureller Hürden wie fehlende Räume, Zeit oder finanzielle Ressourcen könnten sich Bildungs - einrichtungen stärker lokal vernetzen und Ressourcen solidarisch teilen. “We need to have real power to co-create, influence decisions, and transform the systems that foster learning.”
4. Konstruktiv mit Polarisierung umgehen – Strukturen verändern
Ungleiche Bildungschancen, fehlende Beteiligung und mangelndes Vertrauen in politische Prozesse sind Ursa- chen für Polarisierung. Diese kann als Ausgangspunkt demokratischer Aushandlung verstanden werden. Ent- scheidend ist, wie politische Systeme mit unterschiedli- chen Positionen umgehen und ob sie Räume für konst- ruktiven Dialog schaffen. Bürger*innen-Versammlungen nach irischem Vorbild, unabhängige Faktencheck-Systeme sowie eine stärkere Verankerung von politischer Bildung sind erforderlich, um demokratische Prozesse informierter, inklusiver und handlungsfähiger zu gestalten. “... reducing polarization is not about avoiding disagreements ... but making them more constructive.”
2. Medienkompetenz im KI-Zeitalter stärken
Angesichts rasanter technologischer Entwicklungen ist ein grundlegendes Umdenken im Umgang mit Medi- en und Künstlicher Intelligenz erforderlich. Neben der Bewertung von Informationen rückt zunehmend das Verständnis algorithmischer Dynamiken sowie die Aus- wirkungen unregulierter KI auf die psychische Gesund- heit in den Mittelpunkt. Verpflichtende KI-Schulungen für Lehrkräfte sowie die feste Verankerung von Medienkom- petenz in Lehrplänen – kombiniert mit klaren, internatio- nal abgestimmten Regulierungen für Technologieunter- nehmen – sind Lösungsansätze. “…we take control over the information that we consume and not let AI take over.”
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