FORSCHUNG
Zugänge zur Internationalen Jugendarbeit
Oberbegriff für eine Arbeit mit und von Jugendlichen, die von den Interessen der jungen Menschen her denkt. Das Verständnis einer inklusiven Internationalen Jugendar- beit hat sich in den letzten Jahrzehnten – auch aufgrund unserer Forschungen – im Fachdiskurs durchgesetzt und wird in Politik und Praxis anerkannt und umzusetzen ver- sucht. Der langfristige Erfolg von Internationaler Kinder- und Jugendarbeit hängt wesentlich von den zur Verfügung gestellten finanziellen und personalen Ressourcen sowie der Ernsthaftigkeit und Wertschätzung der Zusammen - arbeit mit Organisationen in den Partnerländern ab. Beim Rückblick auf die letzten Jahrzehnte – das gehört auch zur Wahrheit – sind wir als Forschung im Feld der Internationalen Jugendarbeit nicht angemessen finan - ziert worden.
Mir ist es immer wichtig gewesen, dass Internationale Jugendarbeit nicht etwas Abgehobenes ist, das sich nur an privilegierte oder durch ihr Elternhaus besonders international affine Jugendliche richtet, sondern an alle Jugendliche in unserer regional ausdifferenzierten Post - migrationsgesellschaft. Deshalb habe ich in den vielen Jahrzehnten dazu beigetragen, dass sich Internationale Jugendarbeit als integraler Bestandteil von Kinder- und Jugendarbeit in ihrer ganzen Vielfalt sieht. Alle Bereiche, also offene Kinder- und Jugendarbeit, Jugendverbands - arbeit, Jugendbildung, kommunale Jugendarbeit, Jugend- partizipationsprojekte sowie die Jugendsozialarbeit sind Teil Internationaler Jugendarbeit. Kinder und Jugendliche aus allen Milieus sind an Gruppenreisen und internati- onaler Bildung interessiert. Probleme sind Schwellen des Zugangs auf konzeptioneller und organisatorischer Ebene. Um die Schwellen zu überwinden, haben wir die Idee einer non-formalen Infrastruktur internationaler Bildung (einschließlich des Kinder- und Jugendreisens, der schulbezogenen internationalen Mobilität und des Schüler*innenaustauschs) in Form eines Mobilitäts-Puzz- les in die Diskussion eingebracht. Hier wirken ähnliche Mechanismen und positive Unterstützungsaktivitäten wie bei der Heranführung an ein zivilgesellschaftliches Engagement von jungen Menschen. Die europäische Entwicklung in der Jugendpolitik bestätigt diesen inklu- siven Ansatz und spricht von European Youth Work als
beyond: Sie gehen in den Ruhestand. Bleiben Sie dem Arbeitsfeld trotzdem erhalten?
Andreas Thimmel: Ich werde der europäischen und internationalen Kinder- und Jugendarbeit in beratender Funktion noch punktuell erhalten bleiben.
Prof. Dr. Andreas Thimmel forscht und lehrt an der Fakultät für Angewandte Sozialwissen- schaften der TH Köln. Im Sommer 2026 geht er in den Ruhestand.
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