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TITELTHEMA | OTTENDORF 16

Wie immer, wenn Häuser und Menschen zusammenfinden, sind viele Zufälle am Werk. So auch bei Christina Hankel, deren bisherige Autobiografie eher von Mobilität als von Sesshaftigkeit zeugt. Ihre Wurzeln hat die 47-jährige Personalchefin einer europäischen Unternehmensgruppe in der Pfalz, wo sie in einem 83-Seelen-Dorf auf einem Mehrgenerationen-­ Bauernhof aufwuchs. Nach dem Abitur leistete sie ein Freiwilliges Soziales Jahr, absolvierte eine Ausbildung zur Ergotherapeutin in Kaiserslautern und arbeitete eine Zeit lang in der Akutneurologie und -psychiatrie. Einem Studium der Psychologie mit Schwerpunkt in der Arbeitsorganisation und Wirtschafts- psychologie folgte ein einjähriges Sabbatical in Vancouver.

Im beschaulichen Kiel, mit knapp 247.000 Einwohnern wahrlich keine Metropole. Doch die natur- und wander­ begeisterte Karrierefrau verliebte sich gleich in die Stadt an der Förde und deren Umland. Es müssen ja auch nicht immer gleich die Rocky Mountains sein! Das neue Arbeitsumfeld weckte zudem den Wunsch nach etwas ihr zu dem Zeitpunkt noch Unbekanntem – dem Gefühl des Ankommens. Der Traum vom Eigenheim erfüllte sich in der Folge schneller als gedacht. An den Anruf aus der Immobilienabteilung ihrer Bank kann sie sich noch lebhaft erinnern, sollten ihr von da an schließlich nur noch sieben Tage Zeit für die Kauf- entscheidung und die Finanzierung bleiben. Angesichts des beschränkten Immobilienangebots hieß es, schnell zu handeln. Kein wirkliches Problem für die toughe Psychologin, der eine einzige Besichtigung und ein durchdringender Blick auf die Seele des Hauses reichten, um entschlossen sagen zu können: „Das ist meins!“ Von einem Einfamilienhaus aus dem Jahr 1972 ist hier die Rede, gelegen in Ottendorf, einer Gemeinde im Kreis Rendsburg-Eckernförde und gleichzei- tig einem Vorort von Kiel. Der Ort hat alles, was ein Dorf braucht: Feuerwehr, Gemeinschaftshaus, Kindergarten, Sportstätten, sogar eine Gastwirtschaft mit griechischer Küche. Was Ottendorf aber besonders auszeichnet, ist Ruhe.

Und das war genau das, wonach Christina Hankel suchte und sich sehnte. Nachdem sie den Zuschlag erhalten hatte, stellte sich der Neueigen­ tümerin die Frage nach der richtigen Reihenfolge beim Sanieren. In einem lokalen Bauunternehmer fand sie den passenden Helfer, der gemeinsam mit der Kundin die baulich-technische Wiederherstellung des Gebäudes mit seinen 128 qm Wohnfläche verwirklichte. Der Handlungsbedarf ließ sich in Otten- dorf bereits mit bloßem Auge erkennen: In einem ersten Schritt wurde der Dach- stuhl des Einfamilienhauses angehoben, um mehr Wohnraum zu schaffen. Die Dachbalken liegen im oberen Geschoss eines Hauses auf einem um- mauerten Rand auf, den der Fachmann als Kniestock bezeichnet. Seine Höhe hat Auswirkungen auf die Größe des möglichen Wohnraums unter dem Dach. Als vollwertige Wohnfläche zählt nach dem Dachausbau nur der Bereich, der eine Höhe von mehr als zwei Metern aufweist. Danach erst wurde das Dach mit einer neuen Eindeckung ver­ sehen. Es folgte der Fenstertausch. Dabei bietet sich in den meisten Fällen die Gelegenheit, die Fenster anders in der Maueröffnung zu platzieren oder gar gänzlich neue Fenster zu schaffen. So konnte beispielsweise mehr Licht und Luft für den Küchen- und Essbereich, in dem außerdem eine Zwischenwand entfernt wurde, gewonnen werden.

Wer in ein Haus zusätzliche neue Fenster einbauen will, sollte immer auf die Himmelsrichtung achten. Durch einen Einbau nach Süden, wie im vorliegen- den Fall zur Terrasse hin, gewinnt der Raum zusätzliche Sonnenwärme. Nur sehr wenig Licht haben oft auch Dachräume, die erst noch zu Wohn­ zwecken ausgebaut werden müssen. Deshalb ließ die Bauherrin auch eine Gaube für mehr Helligkeit einbauen, von der vor allem das opulente Schlaf- zimmer unter der Dachschräge profitiert.

die Energiefachberatung aus dem eigenen Unternehmen zurückgreifen. Bei dieser Frage half ihr zudem ein individueller Sanierungsfahrplan (iSFP) nach den Vorgaben des Bundesminis­ teriums für Wirtschaft und Energie (BMWI). Der Staat gibt 80 Prozent der Kosten für die Erstellung des iSFP hinzu und verbessert die Förderquote für eine neue Heizung mit einem iSFP-­ Bonus in Höhe von weiteren fünf Prozentpunkten. Das erleichterte die Entscheidung und vergrößerte den finanziellen Spielraum für eine moderne und zeitgemäße Lösung: eine Luft/Wasser-Wärmepumpe. Der Monoblock, für den sich die Eigentümerin entschied, weist mit nur 35 dB(A) einen Geräuschpegel auf, >>

Norddeutsches Tiefland statt Rocky Mountains

Als Trainee und spätere Führungskraft bei der Deutschen Bahn führte Christina Hankel ein Großstadtleben zwischen Frankfurt am Main und Berlin. Mit allem was dazugehört: Tempo statt Langeweile, Inspiration an jeder Ecke, aber auch Stress und Lärm. Dann kam das Angebot, eine Gesamtverantwortung im Personalbereich zu übernehmen.

Sanierungsfahrplan für die Heizkosteneffizienz

Wärmepumpen sind als Heizungsanlagen auf dem Vormarsch.

Bei den Themen Raumluft, Gesundheit und Heizkosteneffizienz konnte sie auf

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