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TITELTHEMA | LABOE 28

Laboe kennt man durch das Marine-Ehrenmal und das

Betrieb für den Architektenentwurf des umweltfreundlichen Bauvorhabens.

Eigenschaften, die wesentlich zur Werterhaltung eines Gebäudes beitragen. Gerade in den nord- und westeuropäischen Ländern haben Handform-Backsteine eine jahrhun­ dertealte Tradition in der Architektur. Die Fassaden dortiger Neubauten werden nach wie vor mit Sichtback­ steinen erstellt. Viele alte Bauwerke aus diesem Material zeigen, wie haltbar und beständig es ist. Hergestellt wird der Stein aus altem Meereslehm. Die Auswahl von Naturmaterialen bedeutete zudem den Verzicht auf jegliche Kleb- und Dichtstoffe beziehungsweise die Verwendung von Alternativprodukten, beispiels­ weise Hanf für die Dämmung der Fensteranschlussfugen. Natürliche Materialien sind schadstoffarm und können außerdem Schadstoffe absorbieren, minimieren die Staub­ belastung und regulieren hervorragend den Feuchtigkeitshaushalt. Die Bewohner profitieren durch höheren Wohnkomfort.

Ein lauer Sommerabend in Laboe brachte schließlich den Durchbruch. In einem Online-Portal für Immobilien- anbieter entdeckten die Scholzes ein komplett verwildertes Grundstück mit Altbestand darauf. Es lag bereits vier Jahre brach. Dass unsere Immobilien­ interessenten mit ihrem Gebot den Zuschlag bei der Versteigerung erhielten, war eine Frage perfekten Timings und des nötigen Glücks. Nun brauchte es nach dem Abriss des Altbaus – eines alten Siedlerhauses – eine Vision, um dem 830 qm großen, mit 16 m Breite und 50 m Länge aber auch reichlich schmalen Stück Land neues Leben einzuhauchen. Einen Architekten in der Familie zu haben, kann dabei hilfreich sein.

Umweltfreundlich heizen mit Geothermie

Museums-U-Boot. Heute besuchen wir allerdings nicht diese beiden Touristenattraktionen, sondern

Eine Zimmerei, denn gesundes Woh- nen und bestmögliches Wohlbefinden im eigenen Zuhause war die oberste Zielvorgabe. Dementsprechend baute der Betrieb das Traggerüst des neuen Hauses aus einem der besten und flexi- belsten Werkstoffe, die es gibt: Holz. Die Bauherren wollten bei der Fassade nicht nur Holz, sondern auch das Baumaterial des Nordens einsetzen: Klinker! Die Steine für den Neubau kamen im Übrigen gratis.

Den Bauherren war es wichtig, mög- lichst wenig Energie zu verbrauchen und mit erneuerbaren Energien zu heizen. Hierbei fiel die Wahl auf eine Sole-Wasser-Wärmepumpe, die über Erdsonden und Erdkollektoren Wärme aus dem Erdreich gewinnt. Sie zeichnet sich nicht nur durch ihre Umweltfreund- lichkeit aus, sondern auch dadurch, dass sie die Kosten für die Warmwasser­ erzeugung und die Heizenergie deutlich senken. Stromkosten in Höhe von 70 Euro pro Monat für Heizung und Warmwasser im Jahresmittel sprechen bei der Größe des Hauses eine deutliche Sprache. Den Bauherren kam es zudem auch auf die Gemütlichkeit an, die ein Kamin ausstrahlt. Die llodernden Feuerscheite erzeugen nicht nur eine wohlige Stimmung, sondern erhitzen gleichzeitig Wasser für die Heizung oder das Bad. >>

Claudia und Jürgen Scholz, die auf der Sonnenseite der Kieler Förde leben.

Das Ehepaar hat sich nach seinen individuellen Wünschen ein Ein­ familienhaus in Holzrahmenbauweise entwerfen und bauen lassen. Es legt großen Wert auf Klimaschutz und eine autarke Energieversorgung. Das wollten wir uns näher anschauen. Uns begleiten Gerald Wittenberg und Erik Preuß. Wittenberg ist bei der lokalen Zimmerei Arp beschäftigt und hat das Haus geplant. Für Preuß ist das Bauvorhaben ein absolutes Vorbild für die Holzbauweise. Auch sein Interesse ist beruflich bedingt. Er leitet das schleswig-holsteinische Holzbauzentrum. Das mit einer Grundfläche von 193 qm und einer Nutzfläche von 417 qm großzügig bemessene Familiendomizil stellt ein Wohnkonzept für die Zukunft dar, worauf die Besitzer zurecht stolz sein dürfen.

Steine wurden bei Verlosung gewonnen

Von den Vorteilen einer Baubegleitung

Rund 10.000 Stück gewann Claudia Scholz bei einer Verlosung auf der Bauchfachmesse NordBau in Neumünster. Ihre Wahl fiel hierbei auf einen Holländer-Handformstein. Das ist ein offenporiger Vollbackstein mit

Etliche Entwürfe wurden gezeichnet, verschiedene Anbieter angefragt. Ressourcenschonend, lebenswert und gleichzeitig attraktiv zu bauen, stellte jedoch die eine oder andere Baufirma vor große Herausforderungen. Erst die Konsultation eines Bausachverständigen brachte die Lösung. Dieser kann beim Hausbau vor unangenehmen Überra- schungen und zusätzlichen Kosten bewahren. Dabei kann ein Bausach­ verständiger nicht nur während der Bauphase oder nach Fertigstellung der Immobilie Baumängel und Bauschäden ermitteln. Er bietet auch eine große fachliche Unterstützung bei der Planung und Durchführung des Bauvorgangs. Er arbeitet immer eigenverantwortlich, auf eigene Rechnung und ohne Bindung an bestimmte Firmen, Liefer­ anten oder Bauunternehmen. Eine solche unabhängige Baubegleitung kann sich rechnen, insbesondere wenn es um den Bau eines Niedrigenergie- hauses geht. Durch sein Know-how im Bereich der Energieeffizienz fand der Bausachver- ständige der Scholzes den passenden

Ein lauer Sommerabend brachte die Wende

Vor dem Abriss

Anfangs sah es eher danach aus, dass Claudia und Jürgen Scholz mit ihren Kindern Bo Vilhelm, Carl-Jonte, Greta-Carlotta und Jan-Ole in ihrem ersten Haus in Neuwittenbek im Kreis Rendsburg-Eckernförde sesshaft werden würden. Doch das Schicksal wollte es anders, zumal die ungünstige verkehrstechnische Anbindung des Kindergartens und der Gemeinschaftsschule Friedrichsort, die die Kinder damals besuchten, ihren Teil zur Veränderung des Wohn­ ortes beitrug.

Claudia und Jürgen Scholz (r.) mit Gerald Wittenberg und Erik Preuß (li.)

Ob Fassade, Balken, Decken, Böden oder Treppen – gesundes Wohnen funktioniert mit dem natürlichen und flexiblem Werkstoff Holz. Durch seine Vielseitigkeit und Beschaffenheit entstehen wertvolle Lebensräume.

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