PEG Geschäftsbericht 2024

Der Vorstand

berichtet

alle Beteiligten noch auf Jahre hin beschäfti- gen wird und die Auswirkungen für alle spürbar sein werden. Auch der Druck auf die PEG ist mit der Reform weiter gewachsen, Kranken- häuser in ihren Bestrebungen nach mehr Effi- zienz und Wirtschaftlichkeit zu unterstützen. Auch in anderen Bereichen gab es neue Ent- wicklungen: Politische Maßnahmen für mehr Nachhaltigkeit wie das Wärmeplanungsgesetz oder das Gebäudeenergiegesetz wurden nach dem Ende der Ampelkoalition wieder infrage gestellt. Dabei sind klare und wirksame Re- gelungen zur Reduktion von Treibhausgasen im Gebäudesektor dringend nötig – trotz ihrer Komplexität und hohen Umsetzungskosten. Ungeachtet dieser widrigen Umstände hat die PEG ihren einmal eingeschlagenen Weg für nachhaltiges Wirtschaften im deutschen Gesundheitswesen auch im Jahr 2024 weiter fortgesetzt. In den letzten Jahren hat sich die Genossenschaft durch ihre PEGreen Initiative ein Alleinstellungsmerkmal unter den am Markt konkurrierenden Einkaufsgemeinschaften erar- beitet, welches wir nicht leichtfertig aufgeben werden. Im vergangenen Jahr war die PEG deshalb auch auf zahlreichen Veranstaltungen vertre- ten, die das Thema Nachhaltigkeit in den Fokus stellten, u.a. auf dem Future Health Day, dem Kongress für klimaneutrale Sekundärprozesse im Krankenhaus oder der Fachtagung Smart Green Care und Hospital (Gesundheitsstadt

folge erzielen, teils auf Kosten der AfD. Den- noch bleibt der wachsende Einfluss rechtspo- pulistischer Parteien, insbesondere bei den Landtagswahlen im Herbst, ein Alarmsignal. Rechtspopulismus ist allerdings kein rein deut- sches Phänomen, wie die Europawahlen oder die Wahlen in anderen europäischen Ländern gezeigt haben. Doch ausgrenzende Politik ist der falsche Weg – insbesondere im Gesund- heitswesen, wo wir dringend auf internationale Fachkräfte angewiesen sind. Erleben durften wir im letzten Jahr aber auch, wie sich viele unserer Mitglieder kreativ und pragmatisch auf die sich verändernden Rah- menbedingungen im deutschen Gesundheits- wesen einstellten. Auch im Jahr 2024 gab es einige interessante Entwicklungen in der deutschen Gesundheitspolitik. Bundesge- sundheitsminister a.D. Karl Lauterbach stellte zahlreiche, neue Strategien vor, u.a. zur Weiter- entwicklung der Antibiotikaresistenz oder zur Suizidprävention. Zuvor trat das Gesetz zur Teil- legalisierung von Cannabis in Kraft, wonach die allgemeine Stimmung rund um die Kranken- hausreform aber auch nicht „berauschender“ wurde. Gegen alle Widerstände und Bedenken wurde die Reform im Krankenhauswesen am 17. Oktober 2024 vom Deutschen Bundestag beschlossen und trat am 23. November, nach der Zustimmung durch den Bundesrat, in Kraft. Ob das Gesetz die gesundheitliche Versorgung der Bevölkerung nachhaltig verbessern und die Effizienz im System steigern wird, muss sich noch zeigen. Sicher ist, dass die Umsetzung

Berlin e.V.). Darüber hinaus nahm die PEG zum zweiten Mal an der WeACT Con teil. Mit dem Veranstalter, der Chiesi GmbH, wurde zudem ein Kooperationsvertrag geschlossen, um sich beim Wissensaufbau zum Thema Nachhaltig- keit im Gesundheitswesen gegenseitig zu un- terstützen. Das von der PEG organisierte 3. Fachsymposi- um für nachhaltiges Wirtschaften im Gesund- heitswesen fand am 18. Juni in Nürnberg statt und war erneut ein Erfolg. Unter dem Motto „Vision trifft Lösung“ nutzten namhafte Refe- renten, Lösungsanbieter und zahlreiche Akteu- re der Gesundheitsbranche die Gelegenheit zu Wissens- und Netzwerkbildung sowie Erfah- rungsaustausch. Dr. Silke Bustamante, Professorin für Unter- nehmensführung und als Vizepräsidentin der Hochschule für Wirtschaft und Recht in Berlin, verantwortlich für das Ressort Nachhaltigkeit, eröffnete mit ihrem Vortrag das Symposium. Sie berichtete über die Ergebnisse des wis- senschaftlichen „Projekts KlinKe – Klimaneu- trale Sekundärprozesse im Krankenhaus“, in dem sie unter anderem Einsparpotenziale und Maßnahmen darstellte. An diesem Projekt hatte sich die PEG in den vergangenen Jahren aktiv beteiligt. Zum Schluss der Veranstaltung streifte An- selm Bilgri mit seinem Keynote-Vortrag „Der Mensch im Fokus – Ein Führungskonzept für nachhaltigen Unternehmenserfolg“ die sozia-

Auch im Jahr 2024 gab es einige interessante Entwicklungen in der deutschen Gesundheitspolitik.

Auch im vergangenen Jahr blieb die globale Lage angespannt. Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine ging unvermindert weiter, der Gaza-Konflikt eskalierte erneut – trotz For- derungen nach Waffenruhe. Die Wiederwahl Donald Trumps zum US-Präsidenten warf zu- dem erste Fragen zur zukünftigen globalen Ordnung auf. Bereits Anfang 2024 traten vier neue Staaten – darunter der Iran – dem BRICS-Bündnis bei. Die Gruppe, bisher bestehend aus Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika, ver- folgt das Ziel, die westlich geprägte Weltwirt- schaftsordnung herauszufordern. Gemeinsame Entscheidungen dieser Staaten werden künftig Lieferketten, Warenverfügbarkeiten und Preise beeinflussen – ebenso wie die amerikanische Handelspolitik. Solche globalen Entwicklungen betreffen die PEG meist nicht unmittelbar, hinterlassen je- doch Spuren – bei Mitarbeitenden, Mitgliedern, Kunden und Partnern. Die allgemeine Verunsi- cherung in Politik und Gesellschaft äußert sich auch im Wahlverhalten: Die neu gegründete Partei „Bündnis Sahra Wagenknecht“ (BSW) konnte im Jahr 2024 überraschende Wahler-

Das von der PEG organisierte 3. Fachsymposium für nachhaltiges Wirtschaften im Gesundheitswesen fand am 18. Juni in Nürnberg statt und war erneut ein Erfolg.

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