dukte. Sie sind leistungsfähiger und wurden funktional weiterentwickelt. Wir liefern heute deutlich mehr hochinteg- rierte mechatronische Gesamtlösun- gen, bei denen Motor, Getriebe, Enco- der und Elektronik inklusive Software zusammenspielen. Die Integrationsar- beit übernehmen wir heute zunehmend selbst. Was reizt dich persönlich an der Tech- nologie- und Entwicklungsarbeit bei maxon? Ich komme aus der Elektrotechnik und beschäftige mich seit vielen Jahren mit elektrischen Antrieben. Mich begeis- tert besonders das Zusammenspiel von Motor, Elektronik, Getriebe und Rege- lung. Nur wenn man diese Disziplinen gemeinsam denkt, entstehen wirklich optimale Lösungen – genau darauf le- gen wir bei maxon grossen Wert. Das Portfolio von maxon ist sehr breit. Was ist aus Entwickler-Sicht der Vorteil dieser Breite? Die Stärke liegt nicht nur in der Brei- te, sondern auch in der Tiefe unseres technologischen Fundus. Je nach An- wendung können wir sehr gezielt die passende Technologie einsetzen – von unterschiedlichen Motorkonzepten über Getriebe bis zur Elektronik. Diese Brei- te und Tiefe in den einzelnen Disziplinen ermöglicht es uns, frei zu denken und die Lösung zu wählen, die technisch und kommerziell wirklich Sinn macht. Auch können wir so Systemlösungen entwi- ckeln, ohne von Anfang an durch eine bestimmte Technologie eingeschränkt zu sein. Ein klarer Vorteil für unsere Kun- den bei maxon. Wo endet für dich eine Komponente – und wo beginnt ein System? Das hängt stark vom Kunden und von der Anwendung ab. Manche Kunden wollen bewusst nur Komponenten, an- dere suchen integrierte Lösungen. Bei- des hat seine Berechtigung. Wichtig ist: Systeme funktionieren nur dann gut, wenn die zugrunde liegenden Kompo- nenten erstklassig sind. Deshalb in- vestieren wir weiterhin stark in die Ent- wicklung einzelner Technologien – und entwickeln Systeme dort, wo sie für den Kunden einen klaren Mehrwert bieten. Das ist kein Entweder-oder, sondern eine bewusste Balance. Welche Rolle spielen Plattformen und Customizing dabei? Plattformen sind die Grundlage, um kundenspezifische Lösungen effizient und mit überschaubarem Risiko um- zusetzen. Wenn Basistechnologie und
Der «High Efficiency Joint» ist ein Robotikgelenk von maxon und ein Beispiel dafür, wie Komponenten zu einem System werden.
Logistik oder in industriellen Anwendun- gen. Das erfordert funktionale Sicher- heit, weil Mensch und Maschine näher zusammenrücken. Diese Entwicklung ist kein kurzfristiger Hype, sondern wird uns über viele Jahre begleiten. Neben diesen sichtbaren Trends gibt es auch Themen, die weniger attraktiv scheinen, wie neue regulatorische Anforderungen sowie die Sicherstellung robuster Pro- duktionsprozesse und Lieferketten. Die- se sind aber entscheidend dafür, dass innovative Technologien überhaupt zu- verlässig eingesetzt werden können. Wenn heute junge Ingenieurinnen oder Ingenieure bei maxon anfangen – was würdest du ihnen mitgeben? Man sollte herausfinden, was einen wirk- lich interessiert. Und Ausdauer mitbrin- gen, um darin gut werden – ohne sich zu stark von kurzfristigen Trends leiten zu lassen. Ich habe selbst erlebt, wie sich Hypes verändern. Am Ende zählt, dass man etwas macht, was einem langfristig Freude bereitet. Was unterscheidet aus deiner Sicht eine gute technische Lösung von einer wirklich überzeugenden? Eine wirklich überzeugende Lösung funktioniert nicht nur unter Idealbedin- gungen. Sie ist durchdacht, stabil und lässt sich im Alltag zuverlässig einset- zen. Genau dort zeigt sich, ob techno- logische Tiefe und Systemverständnis wirklich vorhanden sind. Zur Person: Dr. Stefan Müller ist seit 2022 Chief Technology Officer (CTO) der maxon Gruppe und verantwortet die technologi- sche Ausrichtung des Unternehmens. Er ist seit 2017 bei maxon tätig und promovierte im Bereich Elektrotechnik an der Universi- tät Stuttgart.
Fertigung etabliert sind, können wir schneller reagieren und gezielt anpas- sen. Nicht jedes Projekt lässt sich voll- ständig auf bestehenden Plattformen aufsetzen. In solchen Fällen ist es wich- tig, Entwicklungsrisiken offen zu kom- munizieren – gerade bei hochintegrier- ten Systemen. Wie balanciert ihr in der Entwicklung Innovation und Stabilität? Das ist ein klassisches Spannungs- feld. Daher haben wir dedizierte Teams für Vorentwicklung, die sich gezielt mit neuen Technologien beschäftigen und gleichzeitig nah an Kunden, Hochschu- len und Partnern arbeiten. Innovation bedeutet für uns nicht, jeder Idee sofort zu folgen, sondern bewusst zu entschei- den, welche Technologien einen echten Mehrwert bieten und reif genug sind, um langfristig in Produkte und Plattfor- men integriert zu werden. Viele aktuelle Trends drehen sich um KI, Robotik und Automatisierung. Wie ordnest du das ein? Diese Themen hängen eng zusammen. KI verändert die Robotik grundlegend. Roboter verlassen geschützte Bereiche und bewegen sich in unstrukturierten Umgebungen. Dabei interagieren sie zunehmend mit Menschen – etwa in der
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