maxon Produktprogramm 2026/27

gleich verhalten – auch unter Last oder im Fehlerfall. Wiederholbarkeit ist keine Einschränkung, sondern die Vorausset- zung für Sicherheit und Vertrauen. Wo liegen die Grenzen von Vorherseh- barkeit, insbesondere mit Software und datengetriebenen Ansätzen? Daten und KI helfen, Muster zu erkennen oder Prozesse zu optimieren. Sicher- heitsrelevante Bewegungen müssen je- doch deterministisch bleiben. KI kann überwachen, aber keine sicherheitskriti- sche Bewegung steuern. Motion Control bewegt sich hier bewusst innerhalb von Grenzen: Optimierung ja, solange die Steuerung transparent bleibt. Wie denkt maxon Functional Safety über den gesamten Lebenszyklus? Sicherheit endet nicht mit der Inbetrieb- nahme. Bereits bei der Definition einer Achse oder eines Antriebs wird fest- gelegt, wie sich das System über Jah- re hinweg verhalten soll. Entwicklung, Tests und Verifikation folgen einem kla- ren Modell – und jede Änderung wird daraufhin überprüft. So bleibt Sicherheit auch bei Varianten oder Weiterentwick- lungen beherrschbar. Warum ist Wiederholbarkeit Voraus- setzung, um Abweichungen und Ver- schleiss zu erkennen? Nur wer weiss, wie sich ein Antrieb im Normalzustand verhält, erkennt Abwei-

chungen. Wenn ein Motor in einer Achse plötzlich mehr Strom benötigt, kann das auf veränderte Reibung oder ein Lager- problem hinweisen. Motion Control lie- fert die Referenz, um solche Verände- rungen frühzeitig zu erkennen – lange bevor es zum Stillstand kommt. Was lässt sich realistisch prognostizie- ren – und wo liegen bewusste Grenzen? Prognostizierbar sind Zustände und Trends, etwa Wartungsintervalle oder das Verhalten unter Last. Ein Antrieb wird dabei zum Sensor für das Gesamt- system. Grenzen setzt maxon dort, wo Aussagen spekulativ würden. Progno- sen beruhen auf physikalischen Zusam- menhängen und validierten Daten, nicht auf Annahmen. Welche Rolle spielen Partner im Be- reich Motion Control und Functional Safety? Nicht jede Schlüsseltechnologie muss intern entwickelt werden. Entscheidend ist, dass sie zuverlässig integriert ist. maxon arbeitet mit ausgewählten Part- nern, um ergänzende Technologien zu- gänglich zu machen. Für Kunden bleibt der Ansatz gleich: eine durchgängige Motion-Control-Lösung aus einer Hand. Wie stellt maxon sicher, dass Know- how zu Motion Control und Sicherheit langfristig verankert bleibt? Durch plattformbasierte Entwicklung

und den Austausch zwischen den Ge- schäftsbereichen. Erkenntnisse aus ei- ner Anwendung – etwa aus der Robo- tik – fliessen in andere Bereiche zurück. Wissen bleibt nicht im Projekt, sondern wird Teil der Organisation. Welche Entwicklung wird Motion Con- trol künftig am stärksten prägen? Bewegung wird kontextsensitiver. Ob humanoide Robotik oder flexible Au- tomationslösungen: Systeme müssen erkennen, was um sie herum passiert, und dennoch kontrolliert bleiben. Moti- on Control verbindet dabei robuste An- triebstechnik mit intelligenter Auswer- tung – ohne Kontrollverlust. Warum sind Plattformen die Basis für individuelle Motion-Control-Lösungen? Plattformen erlauben es, bewährte Komponenten gezielt anzupassen. Ein Motor, der sich in einer Maschine be- währt hat, kann mit angepasster Rege- lung oder Mechanik eine ganz andere Aufgabe übernehmen. Wo beginnt Customization – und wie bleibt sie beherrschbar? Customization beginnt dort, wo die An- wendung es erfordert. Sie bleibt be- herrschbar, wenn Varianten klar doku- mentiert und wiederholbar aufgebaut sind. So entstehen individuelle Lösun- gen, die auch über Serie und Lebenszy- klus hinweg stabil bleiben.

Wenn das fragile Paket von A nach B soll, muss jede Bewegung sitzen.

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