Mein Haus & Grund - Bauen mit Holz

Wer sind Ihre Mitglieder? Holzbaufachbetriebe, Architekten, Ingenieure, Sachver- ständige – das ist wirklich breit gefächert. Dazu auch der Holzhandel, der immer mal wieder Fragestellungen in Bezug auf seine Kunden hat.

geschossigen Bauen in Städten, da ich die Elemente alle in einer warmen, trockenen Halle vorfertigen kann und auf der Baustelle nur noch zusammenfügen muss. Im besten Fall sind auch schon die Fenster drin und das Ganze ist regendicht, sodass weitere Gewerke wie Elektriker nicht warten müssen. Als Investor kann ich entsprechend schnell verkaufen oder vermieten. Aber lohnt sich Holz noch? Vor einigen Jahren sind die Preise geradezu explodiert. Die Preise haben sich inzwischen wieder normalisiert und zwar relativ schnell. Tatsächlich war der Anstieg eine Mi- schung aus Nachrichtenlage und einer sich daraus generie- renden Marktpanik, was zu einem Engpass geführt hat, weil alle wie wild bestellt haben. Hier fällt uns auch ein bisschen die Globalisierung auf die Füße, denn wir verwenden kein Holz von Bäumen aus der nahen Umgebung. Viel Holz kommt aus Skandinavien oder den Alpen. Unser klassisches mitteleuropäisches Bauholz ist zu 98 Prozent Fichte und Tanne. Was raten Sie Bauherren, die sich entschließen, ein Haus aus Holz zu bauen? Ich rate ihnen auf jeden Fall dazu, sich für einen heimi- schen Betrieb als Partner zu entscheiden, am besten einen, der das Siegel „Meisterhaft“ trägt, auch wenn diese Betriebe etwas teurer sein mögen. Das Siegel ist auf jeden Fall ein Zeichen für Kompetenz und ein Qualitätskriterium, denn die Mitarbeiter dieser Betriebe besuchen regelmäßig Schu- lungen, bilden sich weiter und sind somit auf dem Stand der Zeit. Ein Holzhaus zu bauen, ist etwa zehn bis zwölf Prozent teurer, als wenn ich aus Stein baue, aber die Bauherren, die sich dazu entschließen, akzeptieren das, da sie einen bewussteren und höheren Anspruch haben. Was ist die Aufgabe des Holzbauzentrums Nord? Wir sind eine Kompetenz- und Beratungsstelle und haben uns über die Jahre stetig weiterentwickelt. Wir haben ein großes Interesse daran, dass Holzbau gut und richtig ausgeführt wird und deshalb beraten wir sowohl bei tech- nischen Fragen als auch dabei, passende Ansprechpartner und Gewerke zu finden. Für unsere Mitglieder haben wir dafür eine Art Beratungsflatrate. Nichtmitgliedern stellen wir eine Rechnung auf Honorarbasis. Außerdem bieten wir fachspezifische Fortbildungen, Fachkongresse, Workshops, Fachvorträge und individuelle Inhouse-Schulungen in Sachen Holzbau an – auch auf Anfrage.

Betriebe drücken. In den Schulungen und Seminaren grei- fen wir diese Themen auf. Inzwischen bieten wir rund 20 Schulungen, Seminare und Workshops pro Jahr an – eine Mischung aus Präsenz, Online, Theorie und Praxis. Unser Jahreshighlight ist dabei der Norddeutsche Holzbautag, der in der Regel im April/Mai stattfindet. Hier können wir anhand der stetig wachsenden Teilnehmerzahl auch das wachsende Interesse am Holzbau sehen. Sie werden auch auf der diesjährigen NordBau in Neumünster vertreten sein. Wir belegen gleich zwei Hallen und das Zentrum unserer Ausstellung wird ein Bühnenbereich sein, auf dem sich die Aussteller in einem festen Zeitrahmen mit Vorführun- gen präsentieren. Da wird gehämmert, gesägt, da wird Krach und Dreck gemacht, und das lockt die Besucher und Besucherinnen nicht nur an, sondern regt sie auch zum Stehenbleiben an, woraus sich dann die Möglichkeit ergibt, miteinander in den Austausch zu kommen.

Sie beraten auch bei Konflikten. Wie gehen Sie da vor?

Dipl.-Ing. Erik Preuß Wer mit oder aus Holz baut, kommt am Holzbauzentrum Nord (HBZ*Nord) nicht vorbei. Aus diesem Grund haben wir den Geschäftsführer Dipl.-Ing. Erik Preuß getroffen und ihm zehn Fragen gestellt.

Wir versuchen in der Regel, zu schlichten. Meistens reicht es, wenn wir Fotos, Pläne und Unterlagen bekommen, der Kontakt läuft dann über Telefon oder Mail. Wenn es komplizierter ist, fahren wir raus, schauen uns das Problem vor Ort an und erstellen ein Gutachten oder eine Stellung- nahme. Gerade wenn das Vertrauensverhältnis zwischen Bauherrn und Betrieb schon ein wenig gelitten hat, ist es oft ganz gut, wenn wir als neutrale Stelle dazukommen. Aber wir bewerten rein fachlich, nicht rechtlich. Setzen Sie mit dem HBZ*Nord auch Trends? Trends vielleicht nicht, aber wir greifen relevante Themen der Holzbauszene auf. Gute Beispiele sind dafür unter anderem neue Dämmungen oder Abdichtungen. Wenn es in dieser Hinsicht Neuerungen gibt, kontaktieren uns die Be- triebe häufig und fragen nach unserer Meinung. Wir prüfen im ersten Schritt ganz bürokratisch Zulassung, Kennwerte, Normen und natürlich auch, wie gut sich die Materialien verarbeiten lassen. Und dann können wir weitere Betriebe entsprechend beraten. Was ist derzeit eins der großen Themen beim Holzbau? Witterungsschutz während der Bauzeit. Das ist aktuell auf jeden Fall ein wichtiges Thema, da inzwischen nicht mehr nur das klassische Einfamilienhaus aus Holz gebaut wird, sondern auch mehrstöckige Mehrfamilienhäuser, Schu- len und sogar Hochhäuser. Ein Einfamilienhaus hat ein Zimmereibetrieb in einer Schönwetterperiode an zwei bis drei Tagen soweit fertig. Bei den vier- bis fünfgeschossigen Bauten, die auch von der Fläche her viel größer sind, dauert es mehrere Wochen und das ist gerade bei uns im Norden bisweilen problematisch. Da kann ich nicht auf eine lange Schönwetterphase hoffen. Und wenn hier beim Bau nicht richtig geplant und sorgfältig gearbeitet wird, kann es Prob- leme mit Feuchteschäden geben. Sie bieten auch Schulungen und Seminare an. Das ist neben den Fachberatungen unser zweiter Tätig- keitsschwerpunkt. Durch die Fachberatungen bekommen wir einen guten Überblick, welche Probleme die Planer und

INFO

Das Meisterhaft-System ist das Qualitätssiegel der deutschen Bauwirtschaft und Kooperati- onspartner von Haus & Grund. Gehen Sie auf Nummer sicher: Vergeben Sie Ihren Auftrag gleich an einen Meisterhaft-Betrieb. Vertrauen Sie auf Fachkenntnis, Qualität und Zuverlässig- keit der lokalen Anbieter aus einer Innung des schleswig-holsteinischen Baugewerbes und erhalten Sie als Mitglied von Haus & Grund fünf Prozent Rabatt.

Warum Holzbau sich lohnt

NATÜRLICH & NACHHALTIG − EIN BAUSTOFF EROBERT DIE BRANCHE

Alle weiteren Vorteilspartner und Angebote auf einen Blick:

Herr Preuß, warum sollte ich mein Haus aus Holz bauen?

Dipl.-Ing. Erik Preuß: Holzbau gab es schon immer und wenn er richtig ausgeführt wird, ist er auch sehr dauer- haft. Schauen Sie sich die alten Heustadel oder Häuser in Österreich an, die stehen seit 300 Jahren ohne einen Pinsel- strich. Es ist eine eher norddeutsche Einstellung, dass Holz gestrichen werden muss, das macht es aber nur pflegeinten- siver. Mit einer rohen Holzschalung habe ich keine Arbeit. Natürlich muss ich das Witterungsgrau auch mögen. Außerdem ist die Bauphase im Vergleich zu einem Stein- haus sehr kurz, und das ist ein entscheidender Vorteil. Ich habe Planungs- und Kostensicherheit, gerade beim mehr-

HOLZ IST EIN BAU- STOFF, DER AUCH IMMER HÄUFIGER FÜR ÖFFENTLICHE GEBÄUDE GENUTZT WIRD.

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