MENA/AFRIKA
SÜDAFRIKA Medtech-Markt wächst dynamisch
Insurance (NHI) die Nachfrage weiter erhöhen. Die Reform soll den Zugang zur Gesund- heitsversorgung verbessern, ist aber wegen ungeklärter Finanzierung und anhängiger Gerichtsverfahren umstritten. Mehr als 90 Prozent des süd- afrikanischen Medizintechnik- bedarfs werden durch Importe gedeckt. Das eröffnet interna- tionalen Lieferanten erhebli- che Absatzchancen. Das größte Marktsegment bilden sons- tige medizinische Geräte mit rund 35 Prozent Marktanteil, darunter ophthalmologische Instrumente sowie Kranken- haus- und OP-Ausrüstung. Weitere wichtige Segmente sind bildgebende Diagnostik sowie Orthopädie und Pro- thetik. Besonders gefragt sind Verbrauchsmaterialien wie Ka- theter, Kanülen, Spritzen und chirurgische Einwegprodukte. Chancen bieten sich außerdem bei MRT-, CT- und Ultraschall- systemen sowie in der Labor- diagnostik. Die fortschreitende Digitalisierung schafft zusätz- liche Möglichkeiten: Staat und private Klinikgruppen investieren in digitale Ge- sundheitsakten, Telemedizin, Krankenhaus-IT und vernetzte Versorgungslösungen. Deutschland zählt mit einem Marktanteil von rund 11 Pro- zent zu den wichtigsten Med- tech-Lieferanten Südafrikas. Deutsche Unternehmen sind insbesondere bei Röntgen- und Diagnosegeräten sowie Labor-, Krankenhaus- und Orthopä- dietechnik vertreten und auch teilweise seit Jahrzehnten im Land präsent. Führende Akteure mit eigener Produktion in Südafrika sind etwa B. Braun, Siemens Healthineers, Dräger und ZEISS. GTAI/IHK
Die Nachfrage nach Medizintech- nik steigt: Der Staat investiert in Kran- kenhäuser, digitale Infrastruktur und Personal, während der private Sektor vor allem moderne Diagnose- und OP- Technik benötigt.
jedoch auf den privaten Sektor. Die Krankenhausgruppen Mediclinic, Netcare und Life Healthcare investieren laufend in bildgebende Diagnostik, OP-Technik, Intensivmedizin und digitale Lösungen. Auch der Staat zählt zu den wichtigen Nachfragern. Für das Fiskaljahr 2026/27 sind rund 17 Milliarden US$ für das Gesundheitswesen vorgesehen. Das öffentliche Gesundheitssystem umfasst landesweit tausende Kliniken und Krankenhäuser. Der Be- darf an Medizintechnik und Gesundheitsleistungen ist enorm. Viele staatliche Ein- richtungen leiden allerdings unter Investitionsrückständen, unzureichender Wartung und Personalmangel. Besonders in ländlichen Regionen fehlt es oft an Basisausstattungen. Public-Private-Partnerships und digitale Lösungen könn- ten zusätzliche Investitionen ermöglichen und Versorgungs- lücken schließen. Mittelfristig könnte zudem die geplante National Health
Südafrikas Medizintech- nikmarkt wächst: Nach
Angaben des Marktforschung- instituts BMI wird das Markt- volumen 2026 rund 1,7 Milliar- den US-Dollar (US$) erreichen – ein Plus von 43 Prozent gegenüber 2023. Bis 2029 werden knapp 2 Milliarden US$ erwartet. Die Pro-Kopf- Ausgaben für Medizintechnik steigen in diesem Zeitraum von rund 26 auf 29 US$. Treiber sind die Alterung der Bevölkerung, die Zunahme chronischer Erkrankungen, der Ausbau der Gesundheitsver- sorgung und der hohe Moder- nisierungsbedarf. Südafrika ist damit der wichtigste Medizin- technikmarkt Subsahara-Afri- kas und zugleich ein Beschaf- fungs- und Vertriebszentrum für Nachbarstaaten. Das Gesundheitswesen ist stark zweigeteilt: Rund 85 Pro- zent der Bevölkerung werden überwiegend öffentlich ver- sorgt. Hochwertige medizi- nische Infrastruktur und ein großer Teil der Gesundheits- ausgaben konzentrieren sich
136 MEDIZINTECHNIK- HERSTELLER gibt es mindes- tens in Südafrika. Neben internatio- nalen Konzernen sind dies insbeson- dere kleine und mittlere speziali- sierte einheimische Hersteller. QUELLE: SOUTH AFRICAN MEDICAL RESEARCH COUNSIL / GTAI
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IHK Global Business 11/2026
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