IHK-Global Business Ausgabe 11/2026

EU / INDIEN

Der Jawaharlal Nehru Port (auch Nhava Sheva Port) ist der größte Con - tainerhafen Indiens. Der Warenhandel zwischen Deutschland und Indien erreichte 2025 mit 35,4 Milliarden US-Dollar einen neuen Höchststand.

Freihandelsabkommen steht – Wie Sie davon profitieren

Nach jahrelangen Verhandlungen haben sich die EU und Indien im Januar 2026 auf ein Freihandelsabkommen geeinigt. Es soll 2027 in Kraft treten.

Mit fast 2 Milliarden Menschen entsteht einer der größten Handelsräume der Welt. Welche neuen Chancen ergeben sich daraus für Ihr Unternehmen? Und wie können Sie die Vorteile des Abkommens nutzen?

Wo bestehen bislang Handelshemmnisse? Nach Angaben der EU liegen die Zölle auf Industriegüter in Indien im Durchschnitt bei über 16 Prozent. Besonders betroffen sind exportstarke Branchen wie Maschinen- bau, Automobilzulieferindustrie, Chemie, Kunststoffe, Medizintechnik und Pharma. Darüber hinaus sehen sich europäische Unternehmen mit administrativen Hürden sowie teilweise komplexen Zoll- und Importvorschriften konfrontiert. Mit dem Freihandelsabkommen sollen Zölle auf einen Großteil der gehandelten Waren schrittweise abgebaut und zahlreiche Handelshemmnisse reduziert werden. Moderne Ursprungsregeln werden zudem künftig die Nutzung von Präferenzvorteilen vereinfachen. Die EU erwartet dadurch insbesondere für deutsche Exporteure verbesserte Marktchancen in einem der weltweit größten Wachstumsmärkte.

Gabriele Borchard / Oliver Falk, IHK Rhein-Neckar

Indien zählt zu den dynamischsten Volkswirtschaften der Welt und bleibt trotz geopolitischer Unsicherheiten einer der wichtigsten Wachstumsmärkte. Mit einem Wirtschafts- wachstum von rund 6,5 Prozent im Geschäftsjahr 2024/25 gehört Indien weiterhin zu den am schnellsten wachsenden großen Volkswirtschaften weltweit. Bereits heute erreicht der Warenhandel zwischen der Europäischen Union und Indien ein Volumen von rund 120 Milliarden Euro. Die EU importierte dabei Waren im Wert von 71 Milliarden Euro aus Indien und exportierte Waren im Wert von knapp 49 Milliarden Euro. Die EU ist damit Indiens wichtigster Handelspartner und steht für rund 11,5 Prozent des gesam- ten indischen Warenhandels. Das geplante Freihandelsab- kommen soll hohe Zölle und andere Handelshemmnisse abbauen, den Marktzugang erleichtern und den wirtschaft- lichen Austausch zwischen beiden Partnern weiter stärken.

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IHK Global Business 11/2026

ihk.de/rhein-neckar

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