EUROPA
SPANIEN UND PORTUGAL Milliarden für neue Bahnflotten
Spanien und Portugal haben Ausschreibungen für neue Schienenfahrzeuge veröffent- licht. Die Vergaben sind ab 2027 vorgesehen und umfas- sen Hochgeschwindigkeits- sowie Regionalzüge. Spaniens staatliche Bahn- gesellschaft Renfe schreibt die Beschaffung von 30 Hoch- geschwindigkeitszügen mit einer Option auf weitere zehn Fahrzeuge aus. Das geschätzte Auftragsvolumen einschließlich Wartung und Ersatzteilversor- gung für 15 Jahre beträgt 4,1 Mil- liarden Euro. Die ersten fünf Züge sollen viereinhalb Jahre nach Vertragsabschluss geliefert werden. Die vollständige Liefe- rung ist innerhalb von sechs- einhalb Jahren vorgesehen. Im Bieterverfahren befinden sich nach Angaben spanischer Me- dien noch Hitachi Rail mit dem Modell ETR 1000 und Siemens Mobility mit dem Velaro Novo. Die Fahrzeuge müssen für Ge- schwindigkeiten von bis zu 350 Kilometer pro Stunde aus- gelegt sein. Gleichzeitig wird das spanische Hochgeschwin- digkeitsnetz schrittweise für diese Geschwindigkeit ertüch- tigt. Den Anfang macht die Strecke Madrid–Barcelona. Auch Portugal beschafft erstmals Hochgeschwindig- keitszüge. Die staatliche Bahn- gesellschaft CP (Comboios de Portugal) plant den Kauf von zwölf Fahrzeugen mit einer Option auf acht weitere Züge. Das Budget liegt bei bis zu 900 Millionen Euro, ein- schließlich Investitionen in Wartungsinfrastruktur. Die Auftragsvergabe ist für April 2027 vorgesehen. Die Züge sol- len auf der neuen Schnellbahn- strecke zwischen Lissabon
Noch schneller, noch moderner: Ab 2031 sollen mind- estens 30 neue Hochgeschwindig- keitszüge für den spanischen Bahn- betreiber Renfe über die Gleise rollen. Weitere zehn könnten hinzu kommen.
Zu den relevanten Herstellern auf der iberischen Halbinsel zählen neben Hitachi Rail, Siemens Mobility und Alstom auch die spanischen Unter- nehmen Talgo und CAF sowie Stadler mit Produktionskapazi- täten in Spanien. Für deutsche Zulieferunter- nehmen ergeben sich Ge- schäftsmöglichkeiten ins- besondere in den Bereichen Sensorik, Digitalisierung, Brems- und Fahrwerkstechnik, Energieeffizienz, Innenausstat- tung und Sicherheitstechnik. Spanien ist nicht nur ein Absatzmarkt, sondern zu- gleich ein Produktions- und Exportstandort für Schienen- fahrzeuge. Eine Aufnahme in die Lieferkette spanischer Hersteller kann daher auch den Zugang zu internationalen Projekten eröffnen. Für die Marktbearbeitung empfehlen Experten Koope- rationen mit lokal etablierten Herstellern und Systeminteg- ratoren sowie eine kontinuier- liche Präsenz vor Ort. GTAI/IHK
und Porto eingesetzt werden. Perspektivisch ist auch ein Einsatz auf der geplanten Ver- bindung zwischen Lissabon und Madrid vorgesehen, deren Fertigstellung für 2034 geplant ist. Jeder Zug muss mindestens 500 Sitzplätze bieten. Zudem verlangt die Ausschreibung eine Anpassungsfähigkeit an unterschiedliche Spurweiten. Hintergrund ist, dass Portugals neue Hochgeschwindigkeits- strecken derzeit in iberischer Breitspur gebaut werden, lang- fristig jedoch die Anbindung an das europäische Normalspur- netz ermöglicht werden soll. Im portugiesischen Markt erhielt Alstom bereits im März 2026 einen Auftrag über 153 Regionalzüge im Wert von rund 1 Milliarde Euro. Für die Endmontage der Fahrzeuge ent- steht ein Standort in Matosinhos bei Porto. Die ersten Auslieferun- gen sind ab 2029 vorgesehen. Der Auftrag umfasst 98 Fahr- zeuge für die S-Bahn-Syste- me von Lissabon, Porto und Cascais sowie 55 Regionalzüge.
1.000 KILOMETER neue Hoch- geschwindig- keitsstrecken befinden sich in Spanien aktuell in Planung oder Bau. Mit knapp 4.000 Kilometern verfügt Spanien schon jetzt nach China über das zweitgrößte Hochgeschwindig- keitsnetz weltweit.
QUELLE: GTAI
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IHK Global Business 11/2026
ihk.de/rhein-neckar
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