From Local to Global: Friedensarbeit in der IJA

Impulse Bereits in Begrüßung und Keynote wurde deutlich, wie zentral Räume für Begegnung und Austausch zu Friedensarbeit sind. „Demokratie steht unter Druck – von außen und von innen. Wir merken das an allen Stellen. Junge Menschen merken das. Es gibt eine gesellschaftliche Polarisierung, aber auch Frieden und Sicherheit sind bedroht. Und ich möchte mich einfach nicht an den Gedanken gewöhnen, dass wir seit fünf Jahren Krieg in Europa haben. Und das ist ein Grund, warum wir uns mit diesem Thema verstärkt beschäftigen wollen“ (IJAB-Direktor Daniel Poli). Gerade deshalb würden „Räume für Begegnung – das wofür die Internationale Jugendarbeit steht – wichtiger, denn je“. Dass junge Menschen nicht nur von Krieg betroffen sind, sondern wichtige Akteur*innen für Friedensgestaltung und Sicherheit sind, betonte Pawel Prokop vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge in seinen einführenden Worten. Zwar könne die Internationale Jugendarbeit Kriege nicht verhindern. Daraus folge jedoch nicht, dass sie wirkungslos sei. Vielmehr schaffe sie Voraussetzungen für Frieden: Räume, in denen sich junge Menschen begegnen, sowie Empathie- und Konfliktlösekompetenzen entwickeln können.

Damit Internationale Jugendarbeit ihre Wirkung entfalten und möglichst alle jungen Menschen erreichen könne, brauche es eine verlässliche Finanzierung, konkrete Ziele sowie Mut, gemeinsam für diese Ziele zu werben.

Den Bedeutungszuwachs von Räumen griff auch Tobias Bütow vom Deutsch-Französischen Jugendwerk (DFJW) in seiner Keynote auf. Der Generalsekretär des DFJW hielt bereits 2023 vor den Vereinten Nationen eine Rede zum Thema Youth, Peace and Security (YPS). Heute geht es für ihn darum, alte Fragen neu zu beantworten. Jugendaustausch sei vom Selbstverständnis her eng mit der YPS-Agenda verknüpft. Dennoch fehle dort die Säule des Jugendaustausches bisher. Damit Internationale Jugendarbeit ihre Wirkung entfalten und möglichst alle jungen Menschen erreichen könne, brauche es eine verlässliche Finanzierung, konkrete Ziele sowie Mut, gemeinsam für diese Ziele zu werben. Panel: Friedensarbeit neu denken – junge Menschen beteiligen Auf dem Panel diskutierten Eva Feldmann-Wojtachnia (Centrum für angewandte Politikforschung an der Ludwig-Maximilians-Universität München), Pawel Prokop (Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, Kirsten Hartmann (Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik an der Universität Hamburg ), Emilia Iron (Aktion Friedenslicht der Pfadfinderinnenschaft St. Georg), Georg Pirker (Arbeitskreis deutscher Bildungsstätten e. V. ) und Tobias Bütow (DFJW) darüber, wie Internationale Jugendarbeit mit Friedensarbeit verknüpft ist und was das konkret bedeutet. Das Panel machte deutlich, wie sehr sich die Ausgangssituation verändert hat: Lange Zeit wurde Friedensarbeit als etwas gesehen, das woanders stattfindet. Krieg sei nun wieder in Europa; Friedensarbeit damit weniger abstrakt. Gleichzeitig stünden europäische Gesellschaften unter Druck, etwa durch Spaltung und Desinformationskampagnen. Daher brauche es neue Lösungen: Statt ausschließlich auf Top-down-Ansätze zu setzen, müssten junge Menschen stärker als aktive Gestalter*innen wahrgenommen und einbezogen werden.

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