BZ 03-04:2026 AUSGABE APRIL:MAI

24 Seite:

PFLEGE UND GESUNDHEIT WERBUNG

Wenn Pflege zur Belastung wird: Wer hilft den Helfenden?

Der Weg zum Pflegegeld und der richtigen Einstufung

Sie pflegen, trösten, organisieren – oft rund um die Uhr: pflegen- de Angehörige . Sie tragen unser Pflegesystem wesentlich mit, ste- hen aber häufig unter enormem Druck. Christian Struber, Präsi- dent des Hilfswerks Salzburg, über Belastung, Entlastung und notwendige Unterstützung. Herr Struber, was versteht man unter „pflegenden Angehöri- gen“ – und wie viele Menschen betrifft das in Salzburg? Christian Struber: „In Salzburg beziehen rund 27.000 Menschen Pflegegeld, etwa 4.300 leben im Heim. Über 22.000 werden zu- hause betreut – meist von Ange- hörigen. Sie sind eine tragende Säule unseres Pflegesystems.“ Wie sieht ihr Alltag konkret aus? Christian Struber: „Sehr unter- schiedlich – aber immer inten- siv: Betreuung, Organisation und emotionale Begleitung, oft täglich. Selbst mit professioneller Hilfe bleibt viel Verantwortung. Entlas- tungsangebote wie Kurzzeitpfle- ge sind daher zentral.“ Was sind die größten Belastun- gen? Christian Struber: „Beson- ders herausfordernd sind demen- zielle Erkrankungen. Wenn sich ein Mensch stark verändert, ist das emotional schwer zu bewäl- tigen.“ Was beschäftigt die Betroffenen am meisten? Christian Struber: „Die Angst vor Überforderung. Viele stoßen an ihre Grenzen – deshalb ist es entscheidend, früh- zeitig Hilfe anzunehmen.“

Die kostenlose App für iOS & Android Mein Pflegegeld

Wie wird Unterstützung finan- ziert – und wo fehlen Mittel? Christian Struber: „Vieles wird öffentlich gefördert, etwa durch Land und Gemeinden. Doch An- gebote wie ‚Essen auf Rädern‘ sind zusätzlich auf Spenden an- gewiesen.“ Wie wichtig sind Spenden? Christian Struber: „Unverzichtbar. Rund € 200.000,- jährlich sichern etwa ‚Essen auf Rädern‘ und wei- tere soziale Angebote. Jeder Euro wirkt direkt in der Region.“ Was raten Sie pflegenden An- gehörigen? Christian Struber: „Holen Sie sich früh Unterstüt- zung. Hilfe anzunehmen ist keine Schwäche, sondern Vorausset- zung, um Pflege langfristig zu schaffen.“ Und was können Menschen tun, die helfen möchten? Christian Struber: „Sich engagie- ren – etwa bei ‚Essen auf Rädern‘, im Besuchsdienst oder in Tages- zentren. Man gibt Zeit – und be- kommt sehr viel zurück.“ Christian Struber, Präsident des Hilfs- werks Salzburg, betont: „Es ist wich- tig, konkrete Hilfe anzubieten und anzunehmen, bevor es zu spät ist.“ Foto: Hilfswerk Salzburg/Neumayr

Ein Produkt der Arbeiterkammer Salzburg www.ak-salzburg.at

Pflegeconvention auf der integra 2026 Die Anforderungen in der Pflege steigen – praxisnahe Lösungen sind gefragt. Genau hier setzt die Pflegeconvention im Rah- men der integra 2026 an: Sie ver- netzt Fachkräfte, Einrichtungen und Innovationsträger und stellt konkrete Anwendungen für den Berufsalltag in den Mittelpunkt – von digitalen Tools über KI bis hin zu neuen Ansätzen bei Demenz, Resilienz und Selbstfürsorge. Mit dem Pflege-Dome werden Innovationen direkt erlebbar, ergänzt durch Vorträge, Work- shops und Diskussionsformate. Die integra 2026 findet von 10. - 12. Juni am Messegelände Wels statt (Mi/Do 9.00–17.30 Uhr, Fr 9.00–16.30 Uhr).

PREMIERE

PFLEGE- CONVENTION 2026 am 12. Juni Messe Wels

Jetzt TICKET sichern

Made with FlippingBook. PDF to flipbook with ease