Digitale Modellbahn

SCHAUANLAGEN

Blick auf die aufwendige

MEC SCHWENNINGEN E.V.

Mechanik und Elektronik im Drehkasten des Feuerwehrfahr- zeugs. Neben den Bewegungen der Drehleiter ist auch ein Ausfahren der Stützen möglich.

• Gegründet 1962 • Anlagengröße 60 qm • H0, Zweileiter DCC mit Intellibox II • 630 Meter Gleis • 85 Weichen • 9 Booster • 5 USB LocoNet Interfaces • Car-System auf Basis DC-Car • 70 Meter Straße • 20 Autos sind gleichzeitig unterwegs

Informationen unter: www.mec-schwenningen.jimdo.com

EIGENE SCHALTUNG Für die Positionserfassung der Straßen- fahrzeuge kommen „stehende“ Reed- Kontakte unter der Fahrbahn zum Ein- satz. Daraus resultiert das Problem, dass ein Fahrzeug bei der Überfahrt mit seinem Führungsmagneten nur einen relativ kurzen Auslöseimpuls erzeugt. Die eingesetzten Rückmelde-Bausteine konnten aber Impulszeiten von 10 Mil- lisekunden und weniger nicht mehr ein- deutig verarbeiten – mit daraus resul- tierenden Ungenauigkeiten bei der Datenverarbeitung im TrainController. So entwickelte Siegfried eine elektro- nische Verzögerungsschaltung für die Reed-Kontakte. Die eigentliche Beein- flussung der Fahrgeschwindigkeit, Ab- zweige- und Haltebefehle übernehmen dann direkt vor Ort DC-Car-Module, die ihre Befehle via Infrarot-Sendedioden an die jeweiligen Fahrzeuge in ihren Überwachungsabschnitten übermitteln. Sie steuern auch die Abzweige, sodass immer nur ein Fahrzeug zur Tankstelle abbiegt oder nur ein Bus an der Bushal- testelle steht. Auch die Kreuzungsfahr-

ten mit der Straßenbahn im Stadtgebiet werden so koordiniert und gesteuert. Das alles im perfekten Zusammenspiel mit den vielen Ampeln und intelligen- ten Verkehrssteuerungstafeln (kleine OLED-Displays über den Straßen). WEITERER AUSBAU Neben dem ständig laufenden Ausbau der Landschaft steht im Bereich Elek- tronik derzeit das Thema Lichtsteue- rung an. Hier setzt man auf Komponen- ten von „Digitalbahn“ und rüstet so nach und nach die komplette Straßen- und Häuserbeleuchtung damit aus. In Ver- bindung mit einer geplanten Tag/Nacht- Steuerung lassen sich hier viele interes- sante Beleuchtungseffekte realisieren. Das ist etwas, was vor allem die vielen Besucher der Anlage immer wieder in ihren Bann zieht. In Schwenningen ist auch nach 60 Jahren weder Stillstand noch ein Ende in Sicht. Es bleibt spannend, was sich die Vereinsmitglieder noch so alles aus- denken und in die Tat umsetzen werden. Hans-Jürgen Götz

fühlig und ruckelfrei fahren. Das kleins- te Auto ist ein Mini Cooper, dessen 90-mAh-Akku immerhin eine Laufzeit von über einer Stunde ermöglicht. Auch die Lkws sind etwas Besonderes. Beim alten Krupp Titan der Epoche III sitzt der Faulhaber-Motor wie selbst- verständlich unter der langen Motor- haube. Die Kraftübertragung auf die Hinterachse geschieht wie beim Origi- nal über eine Kardanwelle. Auch andere aufwendige Modelle wie der vierachsige MAN-Lkw oder der achtachsige Cule- meyer-Straßenroller mit seiner Büs- sing-Zugmaschine sind so in monate- langer Umbauarbeit in Siegfrieds Werkstatt als Unikate entstanden. Die Fahrzeugführung erfolgt mit ei- nem Magnetband anstelle eines einfa- chen Führungsdrahtes. Das erlaubt eine elegantere Fahrzeugbewegung und er- möglicht es, die Führungsmagneten in den Fahrzeugen drei Zehntelmillimeter über der Straße schweben zu lassen. Da- durch wird unnötige Reibung vermie- den. Die Fahrzeuge fahren daher länger und es entstehen keine Abriebspuren auf der Straße.

Dieser Winzling mit selbstgebauter Mechanik und DC-Car-Technik kann bis zu einer Stunde am Stück auf der Anlage fahren. An diesem Lkw wird klar, mit welch hohem Aufwand und welcher Präzision die Fahrzeuge für das Car-System umgebaut werden. Die Achsen werden vorbildge- recht über eine Kardan- welle angetrieben.

DIGITALE MODELLBAHN 3|2022 78

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