Traktor Classic

Deutz D 16006 vs. Schlüter Super 2000 V/TV

VERGLEICH

mit 165 PS an. Höchstwahrscheinlich stand eines dieser beiden Exemplare im Mai 1970 auf der DLG-Ausstellung, er- gänzt um einenTurbolader, durch den ma- ximal 180 PS und fast 700 Nm generiert wurden. Basis war immer noch der Acht- zylinderblock des Super 1500V. Die Mehrleistung wurde mittels einer Anhebung der Nenndrehzahl von 1.800 auf 2.050 U/min und einer Umstellung des Verbrennungsverfahrens erzielt. Die Di- rekteinspritzung blieb, doch optimierte Einlasskanäle und Mehrlochdüsen mit 200 bar Einspritzdruck anstelle von Zapfendü- sen mit 140 bar wirkten effizienzsteigernd. Der spezifische Kraftstoffverbrauch sank bei Nennleistung von ungefähr 175 auf 165 g/PSh. Der höhere Arbeitsdruck – im Mittel 8,6 bar ohne und 9,2 bar mit Turbo- lader – wurde durch größere Haupt- und Pleuellager abgefangen. Großserienmotor von Deutz Der Deutz-Motor F8L 413 hat mit dem Schlüter die Direkteinspritzung mit Mehr- lochdüsen, die Zylinderzahl acht und den Hub von 125 Millimetern gemeinsam. Mit einem Zentimeter mehr Bohrung ergeben sich 11,3 Liter Hubraum. Die Zylinder sind inV-Form angeordnet. Dadurch ist der Motor nur 1,15 Meter lang, aber mehr als einen Meter breit, was beim Knicklenker nicht stört. Schlüters Reihen- achtzylinder ist 1,6 Meter lang und nur 51 Zentimeter breit, was Platz für den dort notwendigen Radeinschlag schafft. Im von den Zylinderbänken des Deutz gebildeten „V“ residiert das Kühlgebläse, ein weiterer konzeptioneller Unterschied zum wasser- gekühlten Schlüter. Der FL 413 ist eine Weiterentwicklung des FL 312 (1965–71) mit vergrößertem Hubraum. Deutz fertigte ihn ab Oktober 1968 in einem eigens dafür errichteten Motorenwerk in Ulm. Es gab ihn mit sechs, acht, zehn und zwölf Zylindern. Damit ließen sich bis 1971 die Motorenserien FL 312 und FL 714/814/914 ablösen und Lastwagen von 135 bis 340 PS befeuern. Der Achtzylinder-

Deutz-Fahrerstand: viele Instrumente, außer- mittiger Fahrersitz, groß- zügiger Beifahrersitz mit knapper Beinfreiheit

Der Deutz knickt bis zu einem Winkel von 40 Grad. Der Pendelwinkel beträgt 15 Grad

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