STRECKEN & BETRIEB
Im unscheinbaren Kopfbahnhof von Split, Ende der Dalmatiner- bahn, ist die Zugfolge überschau- bar, wie die nachmittäglichen Ankünfte am 1. April 2025 zeigen Alle Fotos Volker Emersleben
Auf Talfahrt: Der 7 123 005 pendelt am 3. April zwischen Kaštel Stari und Split im Nahver- kehr. Das HŽPP-Fahrzeug wurde einst von der DB bestellt, aber von ihr nicht übernommen
REISEZIEL KROATIEN Sonne, Strand und Eisenbahn MODERNER BALKANSTAAT
Bis 1991 ein Teil von
Jugoslawien, hat Kroatien in den letzten drei Jahrzehnten eine enorme Entwicklung genommen. Das zeigt sich auch bei der Eisenbahn: Es wird gebaut, um Rückstände aufzuholen – und neue Fahrzeuge stehen in den Startlöchern
A bseits der touristischen Pfade der Reise- anbieter liegt etwa 55 Kilometer von der Ad- riaküste entfernt im Landesinneren von Kroatien die Stadt Knin. Idyllisch zwischen den Flüssen Krka und Butižnica gelegen, leben hier ak- tuell rund 12.000 Einwohner. Knin hat eine lange und interessante Geschichte, die hier exemplarisch auch für das Eisenbahnthema stehen kann. Knin bestand schon in der Antike und wurde im Laufe der Zeit von verschiedenen Völkern beein- flusst, darunter von Römern und Slawen. Im Mit- telalter wurde Knin zu einer wichtigen Festung und war oft im Mittelpunkt von Konflikten zwi- schen verschiedenen Mächten, darunter Kroaten, Ungarn und später den Osmanen. Im 10. Jahrhun- dert wurde Knin Teil des Kroatischen Königreiches. Ab 1918 war die Stadt Bestandteil des neu ge- gründeten Vielvölkerstaats Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen (ab 1929 Jugoslawien ge-
nannt). Kroatien in seiner heutigen Form erklärte mit einem Referendum im Jahr 1991 seine Unab- hängigkeit. Es folgte der fast vier Jahre andauernde „Kroati- enkrieg“, der das Land in jüngerer Zeit geprägt hat und auch heute weiter sichtbar ist. In jener Zeit war Knin stark von Kämpfen zwischen Kroaten und Serben betroffen. Zwar sind die Landminen und damit auch die Warnschilder gegen ein Betreten der kontaminierten Gebiete weitgehend beseitigt, aber die Wunden durch den damaligen Beschuss von Häusern, deren Leerstand durch Vertreibung sowie deren Zerfall sind nicht zu übersehen. „Una-Bahn“ und „Lika-Bahn“ Von der imposanten Festung, die zu den größten Verteidigungsanlagen Kroatiens zählt und zugleich als Wahrzeichen der Stadt gilt, gibt es nicht nur einen fantastischen Blick auf die Dinara, den mit
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