Baureihe 44 Öl DB/DR
wurde umgebaut und am 10. April 1960 der Bundesbahn übergeben. Enorme Laufleistungen Die DB wies die Maschinen der Bau- reihe 44 Öl zunächst dem Bw Bebra zu, das die Lokomotiven bevorzugt im schweren Güterzugdienst auf der Nord-Süd-Strecke einsetzte. Hier er- brachten die 44er beachtliche Laufleis- tungen. Die Umläufe des Bw Bebra sahen im Sommer 1960 für die Ölloks tägliche Laufleistungen von bis zu 529 Kilometern vor. Damit zählte die Öl-44er zu den am höchsten belaste- ten Dampfloks der DB. Doch mit der fortschreitenden Elektrifizierung der Nord-Süd-Strecke verlor die Baureihe 44 Öl bereits im Sommer 1962 im Bw Bebra langsam an Bedeutung, sodass vier Maschinen zum Bw Kassel umgesetzt werden konnten. Hier be- stand ab 27. Mai 1962 ein dreitägiger Umlauf, der in erster Linie Güterzüge nach Hamm vorsah. Die tägliche Lauf- leistung betrug dabei bis zu 575 Kilo- meter. Damit nahmen die ölgefeuerten „Jumbos“ des Bw Kassel den ersten Platz bei den Laufleistungen der Gü- terzug-Dampflokomotiven der DB ein. Nach Aufnahme der elektrischen Zug- Typenskizzen der bei Deutscher Bundesbahn (oben) und Deutscher Reichsbahn (darunter) umgebau- ten Baureihe 44 mit Ölhauptfeue- rung und Witte-Windleitblechen Werner Dietmann/Slg. em (2)
günstiger als Steinkohle. Vor diesem Hintergrund ordnete die HVB am 30. Januar 1957 zunächst den Umbau von 34 Maschinen der Baureihe 01 10 auf Ölhauptfeuerung an. Ein Jahr später wurden mit 44 1131 (Abnahme 6. Januar 1958) und 44 1264 (15. Januar 1958) bei Henschel & Sohn die ersten beiden Exemplare der Baureihe 44 umgerüstet. Während das Bw Bebra 44 1131 gemeinsam mit kohlegefeuer- ten Maschinen im Plandienst einsetz- te, wurde 44 1264 im März 1958 im BZA Minden messtechnisch unter- sucht. Dank der Ölhauptfeuerung stieg die Leistung des „Jumbos“ auf bis zu 2.100 PSi. Außerdem verbrauchten die Ölloks im Vergleich zu den kohlege- feuerten Schwestern zwischen sechs und zehn Prozent weniger Brennstoff. Angesichts dieser Ergebnisse ließ die HVB unter der Sonderarbeitsnummer 244 ab Frühjahr 1960 weitere 30 Ma- schinen der Baureihe 44 mit einer Öl- hauptfeuerung ausrüsten. Diesen Um- bau übernahm das AW Braunschweig, wo 44 431 schon am 16. März 1960 ab- genommen wurde. Ihr folgten in den nächsten Monaten die Maschinen 44 087, 094, 100, 189, 326, 336, 375, 381, 438, 440, 469, 552, 606, 636, 665, 903, 1085, 1121, 1133, 1167, 1221, 1315, 1364, 1574, 1652, 1672 und 1746. Braun- schweig stellte als vorerst letzten „Jumbo“ mit Ölhauptfeuerung am 20. Juli 1960 die 44 1681 fertig. Auch die als Versuchsträger dienende 44 475
Technische Daten der Baureihe 44 Öl von DB und DR DB DR EDV-Baureihennummer 043 44.0 Bauart 1’E h3 1’E h3 Höchstgeschwindigkeit (v/r) 80/50 km/h 80/50 km/h Länge über Puffer 22.620 mm 1) 22.620 mm 1) Gesamtachsstand 19.190 mm 1) 19.190 mm 1) Zylinderdurchmesser 550 mm 550 mm Kolbenhub 660 mm 660 mm Treibraddurchmesser 1.400 mm 1.400 mm Laufraddurchmesser 850 mm 850 mm Kesselüberdruck 16 kp/cm 2 16 kp/cm 2 Strahlungsheizfläche 18,3 m 2 18,0 m 2 Rohrlänge zw. d. Rohrwänden 5.800 mm 5.800 mm Heizrohrdurchmesser 54 × 2,5 mm 54 × 2,5 mm Heizrohranzahl 128 mm 128 mm Rauchrohrdurchmesser 143 × 2,5 mm 143 × 2,5 mm Rauchrohranzahl 43 mm 43 mm Rohrheizfläche 143 × 4,25 m 2 143 × 4,0 m 2 Verdampfungsheizfläche 237,67 m 2 238,0 m 2 Überhitzerrohrdurchmesser 38 × 4 mm 38 × 4 mm Überhitzerheizfläche 100,0 m 2 85,0 m 2 Brennstoffvorrat 12,0 m 3 11,2 m 3 2) Wasservorrat 34,0 m 3 34,0 m 3 Fahrzeugleermasse 3) 100,2 t 99,9 t Fahrzeugdienstmasse 3) 109,6 t 109,8 t Fahrzeugmasse Lok + Tender 187,2 t 186,1 t 4) Reibungslast 94,9 Mp 95,0 Mp indizierte Leistung 2.100 PSi 1.950 PSi indizierte Zugkraft (0,8) 27,38 Mp 27,38 Mp 1) mit Tender der Bauart 2 ’ 2 ’ T 34; 2) Baumuster 44 195 mit 10,5 m 3 , später auf 13,5 m 3 vergrößert; 3) ohne Tender; 4) mit 11,2 m 3 Heizöl; 188,2 t mit 13,5 m 3 Heizöl
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eisenbahn magazin 9/2025
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