STANDORT
EINZELHANDEL Umsätze legen nominal zu, real nicht Die Einzelhandelserlöse der Region werden im laufenden Jahr steigen, aber nicht in allen Kommunen gleichermaßen, wie die IHK-Kaufkraftanalyse 2026 zeigt.
attraktive Angebotsstrukturen, gute Erreichbarkeit und funk- tionierende Handelsstandorte zu sorgen, kann sich Kaufkraft in Umsätzen vor Ort nieder- schlagen“, erklärt Schnabel. Welche Bedeutung kommt Mannheim zu? Mit einem Gesamtumsatz von rund drei Milliarden Euro ist die Stadt weiterhin der Einzel- handelsmotor der Region. Trotz eines leichten Rückgangs der Kaufkraftbindungsquote bleibt Mannheim mit 118 Prozent im Vergleich der 39 deutschen Städte mit mehr als 200.000 Einwohnern bundesweit auf Rang 1. Innerhalb Mannheims überzeugt die Innenstadt (PLZ 68161) als zentraler Anker des Einzelhandels: Dort werden rund 834 Millionen Euro umgesetzt. Zudem steigt die Kaufkraftbindungsquote in diesem Postleitzahlbezirk wie- der leicht an auf 815 Prozent (plus drei Prozentpunkte). Und was macht Heidelberg? In Heidelberg werden rund 1,2 Milliarden Euro stationärer Einzelhandels-umsatz und damit etwa 14 Prozent des Gesamtumsatzes im IHK-Be- zirk erwirtschaftet. Grundlage hierfür ist unter anderem eine überdurchschnittliche einzel- handelsrelevante Kaufkraft von 8.272 Euro pro Kopf. Den- noch bleibt die Kaufkraftbin- dungsquote mit rund 94 Pro- zent unter der Schwelle von 100, sodass weiterhin unaus- geschöpftes Potenzial für den stationären Einzelhandel be- steht.
„Kein Wachstum heißt: Wenn sich Kosten erhöhen, geht das voll auf die Marge und im Zweifelsfall an die Existenz der Unternehmen. Deshalb muss die Politik alles verhindern, was zu steigenden Kosten führt. Das gilt insbesondere für die Arbeitskosten, bei denen vor allem die stark steigenden Sozialabgaben belasten, aber auch für die Kosten von Ener- gie und Regulatorik”, sagt IHK- Präsident Manfred Schnabel. Wie schlägt sich die Region im bundesweiten Vergleich? Da sich einzelhandelsrelevante Kaufkraft und stationärer Ein- zelhandelsumsatz weitgehend parallel entwickeln, ergibt sich eine im Vergleich zu Deutsch- land (87 Prozent) und Baden- Württemberg (84 Prozent) leicht überdurchschnittliche Kaufkraftbindungsquote (siehe Glossar) von 88 Prozent. Im Vergleich aller 79 IHK‑Bezirke verbessert sich die Region auf Rang 37 und damit um drei Plätze gegenüber dem Vorjahr. Wie sieht die Entwicklung in den Kommunen aus? Obwohl die einzelhandelsre- levante Kaufkraft pro Kopf in allen 83 Kommunen des IHK- Bezirks zunimmt, steigt der Einzelhandelsumsatz pro Kopf nur in 65 Kommunen und die Kaufkraftbindungsquote nur in 46 Kommunen. „Steigende Kaufkraft allein ist kein Garant für steigende Umsätze oder eine höhere Kaufkraftbindung vor Ort. Den Kommunen kommt dabei eine wichtige Rolle zu: Gelingt es ihnen, für
Wie entwickeln sich einzel- handelsrelevante Kauftraft und Einzelhandelsumsätze? Die einzelhandelsrelevante Kaufkraft (siehe Glossar) wächst im IHK-Bezirk Rhein-Neckar im laufenden Jahr um drei Prozent auf 9,7 Milliarden Euro. Pro Kopf entspricht dies 8.217 Euro. Kaufkraft (plus drei Prozent). Der stationäre Einzelhandels- umsatz in der Region steigt auf 8,5 Milliarden Euro und legt da- mit leicht stärker zu (+3,3 Pro- zent). Da diese Prognose mit nominalen Werten arbeitet, kommt es bei einer erwarteten Inflationsrate von 2,7 Prozent es also kaum zu realen Zuwächsen. Das sind die zentralen Ergeb- nisse der IHK-Kaufkraftanalyse 2026 (siehe Glossar). Wie bewertet die IHK diese Entwicklung?
Blick auf die Mann- heimer Planken. Der Einzelhandel in der Stadt hat 2025 einen Umsatz von rund drei Milliarden Euro erzielt.
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IHK Magazin Rhein-Neckar 05 | 2026
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